Periphere Neuropathie – Symptome, Ursachen und Behandlung

6. August 2019
Periphere Neuropathie ist die schlechte Funktion der Nerven, die Empfindungen auf das Gehirn übertragen. Dadurch beeinflusst diese Krankheit die Fähigkeit des Patienten, Dinge durch Berührung zu fühlen. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren!

Das periphere Nervensystem (PNS) ist das Nervennetz außerhalb des zentralen Nervensystems (bestehend aus Gehirn und Rückenmark). Seine Hauptaufgabe ist die Übertragung von Signalen des körperlichen Empfindens von der Peripherie zum Gehirn. Periphere Neuropathie liegt vor, wenn diese Nerven nicht richtig funktionieren, weil sie beschädigt sind.

Das PNS umfasst verschiedene Nerventypen, die eine bestimmte Funktion haben. Einige davon sind:

  • Sensorische Nervenzellen, die Empfindungen wie Schmerz und Berührung übertragen.
  • Motorische Nervenzellen, die für die Kontrolle der Muskeln verantwortlich sind.
  • Autonome Nervenzellen, die die automatischen Körperfunktionen, wie Blutdruck und Blasenfunktion, regulieren.

Die Periphere Neuropathie kann eine der genannten Nervengruppen betreffen oder alle drei gleichzeitig. Wenn der Patient an einer peripheren Neuropathie leidet, wird in jedem Fall die normale Nervenfunktion unterbrochen. Daher können sie Schmerzsignale zufällig oder gar nicht senden, wenn tatsächlich etwas den Körper schädigt.

Dieser Zustand kann die Folge einer Verletzung, einer systemischen Erkrankung, einer Infektion oder einer genetischen Störung sein.

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Periphere Neuropathie kann die Folge einer Verletzung, Infektion oder genetischen Störung sein

Die Symptome der peripheren Neuropathie

Die Symptome variieren je nach Art der Neuropathie.

Sensorische periphere Neuropathie

Sie kann sich durch die folgenden Symptomen äußern:

  • Taubheit oder Kribbeln
  • Überempfindlichkeit und ein Gefühl von Nadeln in einigen Körperregionen
  • Verstärkter Schmerz oder die Unfähigkeit, den Schmerz überhaupt zu fühlen
  • Unfähigkeit, Temperaturänderungen zu erkennen
  • Schlechte Haltungsstabilität und Propriozeption
  • Brennende oder stechende Schmerzen, die nachts schlimmer werden könnten

Eine sensorische Neuropathie kann auch Fußgeschwüre, Infektionen und Brandwunden verursachen.

Motorische periphere Neuropathie

Motorische Neuropathie betrifft die Muskeln. Die Symptome der motorischen Neuropathie sind folgende:

  • Muskelschwäche, die zu Instabilität und Schwierigkeiten bei kleinen Bewegungen führt
  • Atrophie
  • Muskelkrämpfe und Krämpfe
  • Muskellähmung

Wenn auch autonome Nerven betroffen sind, kann der Patient an vegetativen Symptomen leiden, die mit Schwitzen, Schmerztoleranz, Darm- oder Blasenfunktion und Blutdruckänderungen zusammenhängen, die Schwindel verursachen können.

Die Ursachen dieser Störung der Nervenzellen

Obwohl viele Arten von Neuropathien idiopathisch sind (das heißt, ihre Ursache ist unbekannt), können verschiedene andere Zustände diese auslösen. Tatsächlich ist Diabetes eine der häufigsten Ursachen für chronisch periphere Neuropathie. Denn hohe Blutzuckerspiegel schädigen die Nerven.

Andere mögliche Erkrankungen und Verletzungen, die eine periphere Neuropathie verursachen, sind:

  • Chronisches Nierenleiden. Wenn die Nieren nicht richtig funktionieren, kann das resultierende Gleichgewicht zwischen Mineralien und chemischen Verbindungen eine periphere Neuropathie verursachen.
  • Verletzungen der Skelettmuskulatur. Knochenbrüche und enge Gipsverbände können Druck auf die Nerven ausüben und diese beschädigen.
  • Infektionen. Herpes Zoster, HIV, Lyme-Borreliose und andere solche Infektionen können die Nerven schädigen.
  • Guillain-Barre-Syndrom. Dies ist eine spezielle Art von peripherer Neuropathie, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wird.
  • Autoimmunerkrankungen, insbesondere rheumatoide Arthritis und systemischer Lupus erythematodes.
Die Ursachen einer peripheren Neuropathie können vielseitig sein

Im Folgenden findest du eine Liste mit weiteren möglichen Ursachen für periphere Neuropathie:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Bestimmte Medikamente (wie Chemotherapeutika und HIV-Medikamente)
  • Gewisser Vitaminmangel wie B12, B1, B6 und E
  • Aufnahme von giftigen Produkten wie Insektiziden und Lösungsmitteln
  • Einige Krebsarten, einschließlich Lymphom und multiplem Myelom
  • Chronische Lebererkrankung

Außerdem kann eine Erkrankung  der kleinen Herzgefäße die Menge an Blut reduzieren, die die Nerven erreicht. Dies wiederum führt zu einer Schädigung des Nervengewebes. Neurome, bei denen es sich um gutartige Tumoren handelt, die das Nervengewebe betreffen, können ebenfalls neuropathische Schmerzen verursachen.

Behandlung für periphere Neuropathie

Die Behandlung einer peripheren Neuropathie hängt von den Symptomen ab. Gleichzeitig ist die Behandlung  abhängig von der zu Grunde liegenden Ursache. Nicht alle Ursachen sind behandelbar. Zum Beispiel kann bei Diabetes die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels eine große Hilfe sein. Ebenso kann es hilfreich sein, nicht zu rauchen oder Alkohol zu trinken.

Bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen werden in der Regel „neuropathische Schmerzmittel“ eingesetzt. Denn Analgetika sind bei der Behandlung häufig unwirksam.

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Andere Symptome im Zusammenhang mit peripherer Neuropathie können ebenfalls eine individuelle Behandlung erfordern. Die Behandlung von Muskelschwäche kann beispielsweise Physiotherapie und Mobilitätshilfe umfassen.

Viele Menschen profitieren auch von der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS). Bei dieser nicht-invasiven und medikamentenfreien Therapie übertragen auf der Haut platzierte Elektroden geringe Mengen an Elektrizität. Ziel dieser Behandlung ist es, zu vermeiden, dass die Nerven, aufgrund einer durch die elektrische Entladung verursachten Unterbrechung des Nervenflusses, Schmerzsignale an das Gehirn übertragen.

Andererseits lohnt es sich ebenfalls zu erwähnen, dass sich der Zustand vieler Patienten mit alternativen Ansätzen wie Chiropraktik, Akupunktur und Massage verbessert hat.

Meditation und Yoga sind in der Regel ebenfalls sehr nützlich, um die Symptome zu lindern. Und schließlich kann ein mäßiges und regelmäßiges Training ebenso dazu beitragen, die Beschwerden dieser schmerzhaften Erkrankung zu lindern.