Mutterschaft: Veränderungen und wie man damit umgeht

16. Dezember 2019
Die Mutterschaft markiert einen Wendepunkt, ein Vorher und Nachher im Leben einer Frau. Viele Dinge ändern sich. Deshalb musst du dich besonders anstrengen, um dich an die neue Situation anzupassen und gleichzeitig das Beste aus dieser neuen, von Emotionen geprägten Welt herauszuholen.

Die Mutterschaft ist eine wichtige Phase, die sowohl von Illusion als auch von Stress geprägt ist. Sie ist eine wichtige Veränderung deines früheren Ichs und versetzt dich in eine neue Rolle: die Rolle der Mutter.

Auch wenn du diese neue Aufgabe mit großer Freude und Hoffnung erwartest, kann sie sehr nervenaufreibend sein und bedeutet gleichzeitig auch große Verantwortung, Interessen und neue Gefühle.

Wie in allen neuen Lebenssituationen musst du dich schrittweise an die neuen Begebenheiten gewöhnen, um allmählich zum Profi zu werden. Mutter zu sein bedeutet, dich um das Wohl und die Gesundheit eines anderen Menschen intensiv zu kümmern, der auf deiner Prioritätenliste ganz oben steht.

Es ist ein immenser, großartiger und bedingungsloser Liebesakt. Gleichzeitig kann die Mutterschaft jedoch zu einer Veränderung des von dir erstellten Selbstbildes führen. In Wirklichkeit zwingt dich die Mutterschaft, einige Teile von dir aufzugeben oder sie zumindest für eine Weile in die Warteschleife zu legen.

Das Aufgeben bringt eine implizite Botschaft mit sich: Du bist nicht mehr so wichtig. Doch dies entspricht nicht der Wahrheit. Doch du hast nicht mehr so viel Zeit oder Ressourcen, um so wie früher für dich selbst zu sorgen und fühlst dich vielleicht vernachlässigt. Dies kann dein Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen.

Mutterschaft: Ein Mädchen, das die Hand ihrer Mutter hält.

Was ändert die Mutterschaft?

Mutter sein bedeutet, das Leben in vielerlei Hinsicht neu zu erfinden. Es ist gesund und wünschenswert, intime Momente zu haben und zu versuchen, deine Persönlichkeit oder deine Interessen zu bewahren. Aber natürlich entstehen Pläne und Projekte, auf die du verzichten musst, weil sie nicht mit deinem derzeitigen Lebensstil vereinbar sind.

Die gute Nachricht ist, dass Aufgeben nicht bedeutet, alle Pläne und Projekte vollständig zu meiden. Stattdessen kannst du daran arbeiten, sie an deine momentane Situation anzupassen.

Einige Dinge, welche die Mutterschaft verändern, sind:

Soziale Beziehungen in der Mutterschaft

Die Mutterschaft beeinflusst Freundschaften oft sehr stark. Wenn deine Freunde keine Kinder haben und nicht ähnliche Erfahrungen machen, musst du dich vielleicht alleine an die neue Situation anpassen und erfährst weniger Verständnis.

Als Mutter wird die Zeit nicht mehr so sein wie früher. Für bestimmte Aktivitäten, wie Reisen, Konzert- oder Clubbesuche bleibt meist recht wenig Platz.

Auch deine Energie und Motivation, diese Dinge zu tun, ändern sich. In der Regel fühlen sich frischgebackene Eltern die meiste Zeit sehr müde. Wenn sie also Freizeit haben, möchten sie wahrscheinlich etwas Zeit damit verbringen, sich auszuruhen. Das soziale Leben ändert sich also definitiv.

Eltern freunden sich meist mit anderen Eltern an, um Gemeinsamkeiten auszutauschen und Dinge über Kinder zu besprechen. Außerdem können so die Kinder gemeinsam spielen. Dies bedeutet nicht, dass du dein alten Freunde zurücklassen musst. In der Tat solltest du dich bemühen, sie wenn irgend möglich zu behalten.

Arbeit und Mutterschaft

Bis heute scheint die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unmöglich. Wenn die Mutterschaft kommt, wird eine neue „Angestellte“ geboren. Die Anforderungen, ein Kind zu pflegen und zu erziehen, machen es schwierig, gleichzeitig zu arbeiten und Mutter zu sein.

Deshalb fühlen sich viele Frauen gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben. Andere geben nicht auf, befinden sich jedoch in einem täglichen Tsunami von Stress und Angst. In jedem Fall werden von dir viele zusätzliche Aufgaben und Anstrengungen abgefordert, doch an erster Stelle steht dein Baby.

Selbstversorgung

Den größten Teil deiner Zeit verbringst du mit deinem Kind. Möglicherweise hast du das Gefühl, dass dein körperliches und persönliches Wohlbefinden nicht mehr so wichtig ist, wie zuvor.

Es ist auch absolut normal, wenn du dich nicht mehr als attraktiv betrachtest. Der Mangel an Zeit kann dazu führen, dass die Selbstversorgung keine Priorität mehr hat. Außerdem verändert sich dein Körper während der Schwangerschaft und nach der Entbindung. Es ist also in Ordnung, wenn du dich nicht so sicher fühlst, wie zuvor. Denke daran, dass du jetzt anders bist, als in deinem vorherigen Leben und diese Veränderung an sich schon schön ist.

Ruhe und Freizeit in der Mutterschaft

Du bist früher vielleicht nach der Arbeit nach Hause gekommen, hast dich geduscht, bequem gekleidet und dich vor dem Fernseher entspannt. Das gibt es jetzt nicht mehr. Denn du musst dich als Mutter jetzt als Erstes um dein kleines Baby kümmern, das dich dringend braucht. 

Wie bereits erwähnt, verändern sich auch Freizeitaktivitäten. Du schmiedest deine Pläne jetzt so, dass der Rhythmus deines Kindes nicht gestört wird und triffst dich mit Menschen, die diese Situation selbst erlebt haben und besser verstehen.

Dein Partner

Zusammen mit deinem Partner entsteht ein Team, das sich perfekt organisieren muss, um doch noch ein bisschen Zeit für die Zweisamkeit zu finden. Doch es ist sehr schwierig, alleine zu Abend zu essen, ungestörte Gespräche zu führen oder Zeit für Sex zu finden.

Eltern, die ihr Baby küssen.

Was kannst du tun, um du selbst zu bleiben?

Zuallererst musst du zuversichtlich sein, deine Persönlichkeit verändert sich nicht über Nacht.

Im Rahmen deiner Fähigkeiten und immer mit einer realistischen Einschätzung musst du versuchen, dich selbst zu wahren und dich nicht vollständig gehen zu lassen. Akzeptiere jedoch die Realität und die Veränderungen, auch wenn du sie vielleicht nicht magst, denn das ist die ausgereifte Sache, die du tun musst.

Denke daran, jederzeit um Hilfe zu bitten, ohne Grenzen zu überschreiten. Du hast vielleicht die Möglichkeit, Großeltern, Onkel, Tanten oder ein Kindermädchen einzuspannen. Idealerweise sollte dein Kind Zeit mit dir verbringen, aber du musst auch in der bestmöglichen emotionalen Verfassung sein, und dafür brauchst du auf Erholungspausen für dich selbst.

Wenn du das Gefühl hast, dass es zu viel wird, bitte einfach um Hilfe, atme tief durch und sei bei deinen Kindern, sobald du dich besser fühlst. Du musst dich deshalb nicht schuldig fühlen, das ist ganz normal.

Eine andere Möglichkeit ist, etwas Zeit alleine für dich einzuplanen. Lass deinen Partner eine Weile auf die Kinder aufpassen, und dann kannst du diese Aufgabe übernehmen, damit auch dein Partner Freiraum hat. Hier geht es darum, sich gegenseitig zu helfen. Ihr solltet euch also beide bewusst sein, dass daraus kein Konflikt entstehen sollte.

Obwohl die Mutterschaft schwierig sein kann, ermöglicht sie einzigartige Erfahrungen und Persönlichkeitsveränderungen. Du musst keine Angst davor haben, Mutter zu sein, denn du entscheidest dich selbst zu diesem Schritt. Genieße diese Zeit, auch wenn es oft nicht einfach ist.

  • Bailén, Eva. (2017). La moda de desmitificar la maternidad. El país: https://elpais.com/elpais/2017/06/05/mamas_papas/1496661444_921377.html