Ich möchte Mutter werden, doch ich habe Angst

· 20. Mai 2019

Die Zeiten haben sich sehr geändert, und mit ihnen unsere Vorstellung von der Mutterschaft. Dennoch, es wird immer noch an Mythen um die Mutterschaft festgehalten, die viele Frauen einschüchtern. Selbst wenn sie ein Kind haben wollen, verzichten sie oft darauf, da sie die Komplexität der Herausforderung überwältigt.

Das Gute ist, dass du heutzutage du selbst sein kannst und die Entscheidung, ob du Mutter werden möchtest oder nicht, schlussendlich bei dir und deinem Partner liegt. Wir sprechen hier von einer großen Errungenschaft, denn noch vor relativ kurzer Zeit verspürten Frauen einen großen Druck hinsichtlich dieses Themas.

Das Problem ist nun, dass einige Frauen zum gegenteiligen Extrem neigen. Für diese Frauen ist die Mutterschaft keine natürliche Gegebenheit mehr, sondern etwas Komplexes, das am besten vermieden werden sollte. Doch so ist es nicht. Das einzig wirklich Wichtige diesbezüglich ist, dass jede Frau ihr Leben ihrem persönlichen Wunsch entsprechend führt.

„Die Entscheidung zu treffen, ein Kind zu bekommen, ist transzendental: Es bedeutet, dass man sich dafür entscheidet, dass das eigene den Körper verlassen darf.“

Elizabeth Stone

Frau, die nachdenkt

Die Angst vor der Mutterschaft

Eine gewisse Angst vor der Mutterschaft zu erleben, ist völlig normal. Es handelt sich hierbei um eine Situation, die einschneidende Veränderungen sowohl in Körper und Geist als auch im gesamten Lebensprojekt mit sich bringt. Ebenso ist es auch eine Erfahrung, die die Annahme physischen und psychischen Schmerzes voraussetzt.

Doch manchmal entstammt diese Angst auch anderen Quellen. Möglicherweise hast du Geschichten gehört, die diesbezüglich einen großen Einfluss auf dich haben, insbesondere von älteren Frauen. Bis vor wenigen Jahrzehnten fanden Geburten meist unter sehr schwierigen Bedingungen statt. Es gab damals noch keine angemessene Vorbereitung der Mütter und sie erhielten auch nicht die umfassende Unterstützung und Aufmerksamkeit seitens des medizinischen Personals, die in modernen Kreißsälen gegeben ist.

Manche Frauen entscheiden sich auch dafür, keine Mutter zu werden, weil sie die Meinung vertreten, dass sie noch nicht bereit seien. Doch in Wahrheit ist niemand jemals wirklich bereit, Eltern zu werden. Eine der großen Wahrheiten des Lebens ist, dass wir niemals ausreichend auf das vorbereitet sein können, was das Leben für uns vorgesehen hat: weder darauf, zu wachsen und zu reifen, noch uns von den Menschen zu trennen, die wir lieben, oder gar alt zu werden. Auch nicht darauf, ein Kind zu bekommen.

Außerdem ist es möglich, dass jemand ganz und gar auf die Mutterschaft verzichtet, weil er das Leben als problematisch erachtet oder das Gefühl hat, dass seine Kinder vielleicht die eigenen Ängste oder Depressionen erben könnten. Nun, es ist unmöglich, auszuschließen, dass wir in unserem Leben Leid, Benachteiligung oder Fehler erleben müssen. Das gilt auch für unsere Kinder. Doch gleichzeitig gibt es immer auch wunderschöne Wege, die wir entdecken können. Allein oder mit unseren Kindern.

Nachdenkliche Frau

Entscheide dich nicht aus Angst gegen die Mutterschaft

Was auch immer die Quelle deiner Angst sein mag, das Wichtigste ist, dass du nicht gegen deine aufrichtigsten Wünsche handelst. Wenn es in Wahrheit dein größter Wunsch ist, ein Kind zu bekommen, besteht der Weg, dem du folgen solltest, nicht darin, aus reiner Angst darauf zu verzichten, Mutter zu werden. Stattdessen solltest du eine Introspektion durchführen, um die Situation genau zu analysieren und mögliche Widerstände auszumachen, seien diese materiellen, sozialen oder persönlichen Ursprungs.

Woher stammt deine Angst? Ist sie vernünftig oder nicht? Willst du wirklich Mutter werden oder entstammt deine Angst genau der Tatsache, dass du diese Möglichkeit nur in Betracht ziehst, weil du dich von etwas oder jemandem unter Druck gesetzt fühlst? Die Introspektion ist nur eine der Maßnahmen, die du diesbezüglich ergreifen kannst. Ebenso wäre es ratsam, dich über die medizinischen Leistungen zu informieren, auf die du zugreifen kannst, wenn du dich für ein Kind entscheiden solltest.

Es ist wichtig, dass du weißt, inwieweit deine Krankenversicherung bestimmte Leistungen erstattet, in welchen Zentren du dich behandeln lassen kannst und welche Fachkräfte dir zur Verfügung stehen werden. Auch solltest du überprüfen, ob deine Versicherung geburtsvorbereitende Kurse und anderweitige psychosoziale Unterstützung während der Schwangerschaft anbietet.

Deinen genauen Wunsch klären

Es ist ratsam, zu all dem bereits Gesagten noch eine gründliche Bewertung der Situation hinzuzufügen. Kannst du auf die Unterstützung deines Partners zählen? Dies ist einer der Faktoren, der zu berücksichtigen wäre, bevor du eine solche Entscheidung triffstt. Denn es wird dich weder glücklich machen, nur Mutter zu werden, um anderen Menschen zu gefallen, noch solltest du dich gegen die Mutterschaft entscheiden, nur weil andere diese nicht als empfehlenswert erachten.

Ebenso solltest du auch deine sozioökonomischen Bedingungen überdenken. Du musst kein Millionär sein, um ein Kind zur Welt zu bringen, doch du solltest dem Kind eine gewisse Stabilität bieten können. Auch ist es wichtig, genügend Zeit für das Kind aufbringen zu können.

Wenn du einmal diese grundlegenden Dinge in Erfahrung gebracht hast, wirst du dich wahrscheinlich sicherer fühlen, zu entscheiden, was du tatsächlich möchtest. Ob ein Kind ein Wunschkind ist oder nicht, hat in der Regel weitreichende Folgen. Dieser Wunsch ist oft im tiefsten Inneren eines Menschen verwurzelt. Wenn es dein Wunsch ist, Mutter zu werden, dann kämpfe deshalb darum, dies auf die bestmögliche Art und Weise zu tun. Alles andere wird sich von selbst ergeben.