Die Probleme junger Menschen mit ihrem Körperbild

6. Dezember 2019
Probleme mit dem eigenen Körperbild entstehen aus einer Dissonanz zwischen unserer Körperwahrnehmung und dem Schönheitsideal der modernen Gesellschaft. In diesem Artikel werden wir die Ursachen und Auswirkungen auf Teenager und junge Erwachsene untersuchen.

Wenn wir über das Körperbild sprechen, dann meinen wir damit die mentale und subjektive Repräsentation unseres Aussehens. Manchmal entspricht diese Wahrnehmung der Realität. Allerdings kann es auch passieren, dass diese Wahrnehmung kaum weiter von der Wahrheit entfernt sein könnte.Ein verzerrtes Körperbild entsteht aufgrund der Einstellung, Gefühle und Verhaltensweisen, die du deinem Körper gegenüber hast.

Die meisten Menschen sind mit mindestens einem Teil ihres Körpers nicht zufrieden. Dieses Gefühl ist vollkommen normal, so lange du nicht das Bedürfnis hast, alles zu unternehmen, um diesen vermeintlichen Makel zu beheben. Beispielsweise durch eine Operation, mit der du das betreffende Körperteil neu formen oder verändern willst.

Diesen Zustand bezeichnet man als negatives oder verzerrtes Körperbild. Wenn deine Unzufriedenheit dazu führt, dass du schädliche Verhaltensweisen annimmst, nur um deinen Körper zu verändern, ohne dabei auf mögliche körperliche oder psychische Risiken zu achten, dann hast du ein verzerrtes Körperbild.

Ursachen und Gründe für ein verzerrtes Körperbild

Probleme mit dem eigenen Körperbild sind in der westlichen Gesellschaft sehr weit verbreitet. Daher haben viele Experten und Forscher in den vergangenen zwanzig Jahren Studien zu diesem Thema durchgeführt, um die Ursachen zu erforschen. Dabei haben sie zwei unterschiedliche Variablen untersucht:

  • Soziale Faktoren. Medien, Kultur, Freunde und Familien.
  • Psychologische Faktoren. Negative Gefühle, die durch die sozialen Faktoren beeinflusst werden. Irrationale Überzeugungen und Glaubenssätze, die aufgrund des Elternhauses und der Kultur entstanden sind.

Offensichtlich hängen die psychologischen Faktoren sehr stark mit den sozialen Faktoren zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.

Körperbild - junger Mann mit gesenktem Kopf

Wenn Jugendliche mit dem eigenen Körper unzufrieden sind

Unser Körperbild wird durch unsere Wahrnehmung, affektive Aspekte und unser Verhalten beeinflusst. In unserer heutigen Gesellschaft wird übermäßig viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt. Das aktuelle Schönheitsideal der westlichen Kultur sind sehr schlanke oder dünne Frauen und muskulöse Männer. Dabei wird dieses Ideal regelrecht überbewertet.

Die Medien konfrontieren uns permanent mit diesem Schönheitsideal. Daher konnten die Unternehmen, die sich diesem Schönheitswahn und dem damit verbundenen „Körperkult“ verschrieben haben, ihre Gewinne in den vergangenen Jahren erheblich steigern.

„Junge Mädchen haben Essstörungen entwickelt, als unsere Kultur ein Schönheitsideal geschaffen hat, das sie mit einem gesunden Lebensstil nicht erreichen konnten. Als unnatürliche Dünnheit in Mode kam, unternahmen die Mädchen unnatürliche Dinge, um dünn zu werden.“

-Mary Pipher-

Obwohl dieses Problem alle Altersgruppen betrifft, sind die Auswirkungen gerade für Teenager und Heranwachsende besonders schädlich. Die Pubertät ist eine Phase der Veränderung. Während dieser Zeit sind Teenager auf der Suche nach sich selbst und wollen entdecken, wer sie wirklich sind. Daher sind sie besonders anfällig und empfänglich für Veränderungen. Aus diesem Grund können die Botschaften, die die Gesellschaft und die Medien aussenden, Teenager in stärkerem Ausmass beeinflussen als andere Altersgruppen.

Darüber hinaus haben einige Studien ergeben, dass bereits vor der Pubertät Probleme mit dem Körperbild auftreten können. Diese Ergebnisse sind sehr besorgniserregend. Daher sollte die Gesellschaft unbedingt Maßnahmen ergreifen, um junge Menschen davor zu schützen.

Körperbild - Mädchen vor zerbrochenem Spiegel

Ein negatives Körperbild und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führt manchmal dazu, dass Menschen Verhaltensweisen annehmen, die sehr gesundheitsschädlich sind, um so den „idealen Körper“ zu bekommen. Wenn jemand beispielsweise abnehmen will, dann wird er auf bestimmte Lebensmittel verzichten, fasten und exzessiv Sport treiben.

Wenn Kinder schon vor der Pubertät derartige Verhaltensweisen annehmen, dann kann dies schwerwiegende Konsequenzen für den Körper haben. Erschöpfung, Knochenverletzungen, Magen-Darm-Probleme oder Nährstoffmangel sind nur einige mögliche Folgen.

In schweren Fällen kann dieses Verhalten auch zu Wachstumsstörungen, verzögerter Pubertät oder Essstörungen führen. Wenn jemand an einer dieser Erkrankungen leidet, dann hatte er in den meisten Fällen zuvor ein negatives oder gestörtes Körperbild.

Grundsätzlich leiden Frauen häufiger an Essstörungen als Männer. Dennoch ist die Zahl der Männer, die an diesen Störungen erkrankte, in den vergangen Jahren dramatisch gestiegen. Männer sind sehr häufig unzufrieden mit ihrem Körper, wenn sie diesen als zu dünn oder zu dick oder nicht muskulös genug wahrnehmen. Frauen hingegen sind meistens mit ihrem Gewicht nicht zufrieden.

Um das Auftreten all dieser Probleme zu verhindern, wurde ein Ansatz entwickelt, der sich besonders in Schulen und verschiedenen Institutionen als sehr wirksam erwiesen hat. Dabei werden die Schüler dazu ermutigt und aufgefordert, sich kritisch mit den Botschaften auseinanderzusetzen, die die Medien über das körperliche Erscheinungsbild von Menschen verbreiten. Auf diese Weise lernen Kinder, Teenager und Erwachsene, zu erkennen, welche Lebensweise gesund ist und welche nicht. Dadurch werden sie dann gesündere Gewohnheiten annehmen.

 “Gesundheit ist der wahre Reichtum und nicht Gold- und Silberstücke.“

-Mahatma Gandhi-

  • Amaya Hernández, A., Alvarez Rayón, G. L., & Mancilla Díaz, J. M. (2010). Insatisfacción corporal en interacción con autoestima, influencia de pares y dieta restrictiva: Una revisión. Revista mexicana de trastornos alimentarios1(1), 79-89.
  • Jiménez-Flores, P., Jiménez-Cruz, A., & Bacardí-Gascón, M. (2017). Insatisfacción con la imagen corporal en niños y adolescentes: revisión sistemática. Nutrición Hospitalaria34(2), 479-489.
  • Mancilla Medina, A., Vázquez Arévalo, R., Mancilla Díaz, J. M., Amaya Hernández, A., & Álvarez Rayón, G. (2012). Insatisfacción corporal en niños y preadolescentes: Una revisión sistemática. Revista mexicana de trastornos alimentarios3(1), 62-79.