Ich bin dankbar für den Mangel, denn durch ihn kam ich zu Reichtum

· 21. Februar 2018

Ich war wie ein Insekt, gefangen im Bernstein. Leere regierte in meinem Herzen, es herrschte Dürre. Du hast mich mit Krümeln gefüttert, mit einer Liebe aus Spinnweben, in ein Haus ohne Möbel gesteckt, in dem Pflanzen nicht gegossen werden. Doch jetzt schätze ich diesen Mangel, denn ich bin davor geflohen, um meinen persönlichen Reichtum zu entdecken. Meine Stärken, meine Vollständigkeit.

Von einem emotionalen und gar spirituellen Standpunkt aus können wir Reichtum als einen Zustand der Würde definieren, der uns daran erinnert, dass wir alles haben, was wir wollen und brauchen. So, als würden wir auf der perfekten Frequenz vibrieren, auf der sich unsere Emotionen mit unseren Gedanken im Einklang befinden.

Mangel versus Reichtum

„Reichtum ist nicht etwas, das wir erlangen. Es ist etwas, auf das wir uns einstimmen müssen.“

Wayne Dyer

Im Gegensatz dazu ist Armut oder Mangel ein leider häufiger Seinszustand, in dem Widerstand entsteht. In dem wir die mentale und emotionale Offenheit nicht besitzen, die für positive und wertvolle Veränderung notwendig sind. Und so genießen „arme“ Leute diese innere, erfüllende Harmonie nicht, sondern üben sich oft darin, ihre emotionale Armut auf die sie umgebenden Menschen zu projizieren.

Du hast dies wahrscheinlich schon einmal selbst erlebt. Mit einer solchen Person durch das Leben zu gehen, erzeugt ein Klima des absoluten Mangels. Fast ohne es zu bemerken, werden wir im Bernstein gefangen, dem giftigen Harz, dass uns ohne jegliche Nährstoffe lässt, bis zu dem Punkt, an dem wir den grundlegenden Nährstoff der Würde loslassen.

Blumenwiese mit Vögeln

Die Dynamiken des Mangels, einem häufigen Zustand

Wenn wir uns nun fragen, wodurch wir im Reichtum leben können, könnte die Antwort nicht einfacher sein: durch emotionale Großzügigkeit. Doch nichts ist schwerer, als dies in die Tat umzusetzen. Nichts hat mehr Nuancen und dunkle Seiten als das Konzept der Großzügigkeit.

Der Grund dafür? Wir sind daran gewöhnt, nur an unsere Unzulänglichkeiten zu denken, und wenn wir das Gefühl haben, dass „etwas fehle“, ist es sehr schwer, etwas abzugeben.

Betreffs der emotionalen Großzügigkeit sprechen wir nicht nur darüber, uns selbst gegenüber anderen zu öffnen, um uns mit ihnen zu verbinden, Trost zu spenden, ihre Last zu tragen oder Glück in das Herz eines anderen zu bringen. Wir meinen auch, großzügig uns selbst gegenüber zu sein.

Viele von uns sind in dieser merkwürdigen, reaktionären und ungesunden Schicht ihres Unterbewusstseins angekommen, in der wir nur an das denken können, was wir nicht haben: „Ich fühle mich nicht wertgeschätzt, nicht so sehr geliebt, wie ich es verdiene. Und auf Arbeit werden meine Leistungen nicht anerkannt. Ich fühle mich allein und missverstanden.“

Wenn wir diese mentalen Löcher vertiefen, dann pflanzen wir den Keim der Frustration, Depression und Verbitterung. Und was wir damit letztendlich erreichen, ist, dass wir uns unseren Reichtum verwehren. Wir können nicht genießen, was wir haben, weil wir nur auf das fokussiert sind, was uns fehlt.

Wir sollten uns nicht nur darauf konzentrieren, was uns fehlt, was uns schmerzt, was wir nicht mögen. Sei mutig und mache den Schritt, um dich daran zu erinnern, was du verdienst, denn darin besteht wahrer Reichtum.

Frau im Blumenfeld

Das Gesetz des Reichtums in Liebesbeziehungen

Es gibt Zeiten in unserer Partnerschaft, in der wir uns erfüllt fühlen. Wenn wir, wie William Blake es beschrieb, das Universum in einem Sandkorn sehen, den Himmel in einer Wildblume und die Unendlichkeit in unserer Handfläche. Dies ist ohne Frage wahrer Reichtum. Es ist die perfekte Balance, in der die Emotionen beider Partner, ihre Träume und Werte sich reimen und das schönste Gedicht entstehen lassen, ein gemeinsames Gedicht.

„Reichtum ist keine Nummer von Besitztümern. Es ist die einfache Anerkennung dessen, was ausreicht.“

Alan Cohen

Dieser Idealzustand ist nicht einfach zu erreichen, das ist wahr. Denn wenn es etwas gibt, was Reichtum innerhalb einer Beziehung zerstören kann, dann ist es emotionale Unausgeglichenheit. Vor allem ein Mangel an Großzügigkeit, gegenüber uns selbst aber auch gegenüber unserem Partner.

Manchmal werfen wir uns selbst in die Arme von jemandem, der nicht gut für uns ist. Wir tun es mit einem hungrigen Herz, blind, sehnen uns danach, geliebt zu werden, aber vergessen vollkommen, uns selbst zu lieben. Wir hören damit auf, großzügig uns selbst gegenüber zu sein, um den anderen zu nähren. Aber damit bewegen wir uns in einen Kreislauf der Armut, in die Gefängniszelle des Mangels. Wir beginnen, zu glauben, dass wir uns von Krümeln ernähren könnten. Besser als nichts, wie man so schön sagt …

Wir geben uns mit so wenig zufrieden, dass wir vergessen, dass wir vorher alles wollten. Vor allem vergessen wir, dass Liebe Reichtum bedeutet. Dass die, die dich lieben, dich bereichern, und die, die sich selbst lieben, sich um sich selbst kümmern.

Paar auf Blumenwiese

Also vergiss nicht, dass du die Verantwortung und das Privileg hast, dein eigenes Glück erschaffen zu können, und dass dies von innen nach außen heraus geschieht. Denn wahrer Reichtum ist nichts mehr als eine Emotion, die dich dazu ermutigt, zu erkennen, dass du es wert bist, die Erfüllung, Balance und Liebe, die nicht wehtut, zu finden. Sie hilft uns, zu wachsen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Sonia Koch