Widerstand auf dem Weg zum Wachstum überwinden

30. März 2016 en Psychologie 3 Geteilt

Als Widerstand bezeichnet man eine Art Barriere oder ein Hindernis bewusster oder unbewusster Natur, der uns daran hindert, weiterzukommen. Dieser Widerstand kann sich entweder in unseren Gedanken oder in unseren Emotionen und Gefühlen manifestieren. In vielen Menschen wird dieser Widerstand gegen eine Veränderung in Richtung Wachstum durch Angst oder durch Sorge vor dem Schmerz, den diese Veränderungen auslösen könnten, hervorgerufen. Wenn wir aber vorankommen und uns verändern wollen, dann müssen wir auch lernen, diese Widerstände zu überwinden.

„Je mehr wir tun, desto mehr können wir auch tun.“

William Hazlitt

Welche Faktoren spielen beim Widerstand eine Rolle?

Die Angst vor dem Unbekannten

Wenn wir unsere Komfortzone verlassen und uns in eine große Wüste, die uns gänzlich unbekannt ist, begeben sollen, dann kann das in uns Sorge, Angst und sogar Panik hervorrufen.

Frau auf Apfelbaum

Der Mangel an hinreichender Information

Manchmal wissen wir einfach nicht, was uns erwartet. Und eine der größten Ängste des Menschen ist Unsicherheit.

Wenn eine Unsicherheit besteht, fühlen wir uns so, als hätten wir die Sache nicht in der Hand und als müssten wir im Dunkeln tappen. Aber ungeachtet dessen müssen wir weitergehen und unsere Unsicherheit, die nun einmal unvermeidlich ist, überwinden.

Die Angst vor dem Versagen

Auch das ist eine der größten Ängste, die wir haben. Was ist, wenn etwas schiefgeht? Was ist, wenn ich versage? Und was ist mit dem Schmerz, den ich fühlen werde, wenn ich versage? Was werden nur die anderen sagen, wenn ich einen Fehler mache? Werden sie mich auslachen?  Das ist wahrscheinlich die Angst, die uns am meisten lähmt. Aber es ist auch eine Angst, die allein in unseren Gedanken existiert.

Die Angst, andere zu enttäuschen

Die meisten von uns neigen stark dazu, anderen Menschen gefallen zu wollen und sich deshalb von der Meinung anderer Menschen abhängig zu machen. Und das führt dann zu der Angst, andere Menschen zu enttäuschen. Wir fürchten uns davor, dass andere aufhören, uns zu lieben, wenn etwas nicht funktioniert und wir sie enttäuschen oder wir fürchten, dass sie uns ablehnen werden, wenn wir wirklich sagen, was wir denken oder wenn wir mit uns selbst ehrlich sind. Dieser Angst sollten wir uns bewusst werden, damit wir sie überwinden können.

Die Angst davor, was andere sagen werden

In unserer Gesellschaft scheint jeder das, was andere sagen, im Hinterkopf zu haben. Wenn wir etwas anders machen als der Rest, dann wird oftmals mit dem Finger auf uns gezeigt oder wir werden angeklagt. Zur gleichen Zeit ermuntert uns unsere scheinheilige Gesellschaft allerdings dazu, anders zu sein und zu sagen, was uns durch den Kopf geht. Dieser Gegensatz löst in uns Verwirrung, Angst und Unsicherheit aus.

Die Angst, etwas nicht tun oder lernen zu können

Diese Angst manifestiert sich in negativen Gedanken, die wir uns selbst auferlegen wie zum Beispiel: „Ich kann es nicht.“ – „Ich bin ja so dumm.“„Mir gelingt einfach gar nichts.“

balancierender Mann

Faulheit

Alles, was eines bestimmten Maßes an Anstrengung bedarf, raubt uns Kraft. Wir gehen Veränderungen aus dem Weg und lassen die Dinge so, wie sie sind, weil eine Veränderung uns eine gewisse Anstrengung abverlangt und es uns schon müde macht, nur darüber nachzudenken. Dann sagen wir etwas wie: „Warum sollte ich etwas verändern? So schlimm ist die Lage doch gar nicht.“

„Lieber das bekannte Böse als das unbekannte Gute“

In diesem bekannten spanischen Sprichwort ist die Rede von unserer Komfortzone. Warum sollten wir unsere Komfortzone verlassen, da wir sie doch so gernhaben? Obwohl eine Veränderung vielleicht positive Auswirkungen hat und in unserem Leben zu einer Verbesserung führt, fürchten wir uns, das Risiko einzugehen, denn es besteht ja die Möglichkeit, dass es sich dabei um eine negative Veränderung handeln könnte.

Es ist offensichtlich, dass Angst der Hauptfaktor ist, der in uns Widerstand gegen etwas heraufbeschwört und dass es sich bei diesem Widerstand um mentale Barrieren handelt, die wir uns selbst auferlegen. Hinzu kommen das Ungewisse und in manchen Fällen die Faulheit, die den Widerstand gegen einen Schritt in Richtung Veränderung noch verstärken.

Struktureller Widerstand gegen Wachstum

Darunter ist all das zusammengefasst, was mit einer Veränderung der äußeren Umstände oder dem Umfeld einhergeht. Beispiele dafür wären etwa der Wechsel einer Schule oder eines Studiengangs, eine Veränderung in einer Beziehung, ein Umzug etc.

Dieser Widerstand macht uns Angst, gibt uns ein Gefühl der Unsicherheit, bringt uns zu Fall und lässt uns negative Gefühle empfinden, von denen wir glauben, dass sie uns von der Gesellschaft auferlegt worden sind.

Persönlicher Widerstand gegen Wachstum

Der persönliche Widerstand gegen Wachstum bezieht sich auf die drei grundlegenden Säulen der Veränderung: etwas zu wollen, etwas zu wissen und in der Lage zu sein, etwas zu tun. Wir können zwar nein zu der Veränderung sagen und haben auch alles Recht dazu, jedoch müssen wir uns dann darüber bewusst werden und sicherstellen, dass es auch wirklich unsere eigene Entscheidung war.

Wenn wir allerdings etwas wollen, es auch erreichen können und wissen, wie wir es erreichen können, dann dürfen wir nicht vorschnell aufgeben, wenn etwas unmöglich erscheint. Wenn ein Hindernis auftaucht, dann müssen wir beginnen zu kämpfen.

Wir Menschen haben die Tendenz, und selbst mentale Barrieren aufzuerlegen und diesen dann zu erlauben, uns daran zu hindern, etwas zu erreichen, wonach wir uns sehnen und wovon wir wissen, dass es uns glücklich machen würde. Es gibt aber eine simple Lösung, wie wir diese Barrieren überwinden können.

Zum einen geht es darum, seine ganze Willenskraft aufzuwenden, um zu überwinden. Außerdem sollten wir die folgenden Schritte beachten:

  • Wir sollten unsere Ziele und Wünsche genau definieren.
  • Wir sollten uns einen Überblick über alle möglichen Entscheidungen verschaffen, damit wir dann eine bestimmte auswählen können.
  • Wir sollten all die Dinge auflisten, die dazu in die Tat umgesetzt werden müssen.
  • Wir sollten uns dann darum bemühen, diese Schritte auch in die Tat umzusetzen.
  • Wir sollten uns überlegen, wie wir unsere Fortschritte beobachten können.
  • Durchhaltevermögen – das ist sehr wichtig. Wenn wir etwas wirklich wollen, dann dürfen wir nicht zulassen, dass wir frühzeitig aufgeben.
  • Wir müssen uns Gedanken dazu machen, was möglicherweise passieren kann. Wir sollten schon vorher wissen, wie wir handeln müssen, wenn etwas nicht richtig funktioniert.

Und jetzt – bist du bereit für Veränderung?

Behalte im Hinterkopf: Wenn du keine Unzufriedenheit oder keinerlei Unbehagen verspürst, dann gibt es auch kein Problem. Wo es aber kein Problem gibt, gibt es auch keine Bewegung in Richtung Verbesserung. Und wenn du viele Menschen an deiner Seite hast, die bereit sind, dir zu helfen und dich zu unterstützen, dann bist du auch nicht allein.

Wenn es da etwas gibt, dessen du dir nicht wirklich sicher bist, dann lerne und lies etwas darüber und stell dir Fragen, bevor du einfach so ins kalte Wasser springst. Denn auf diese Art wird es viel leichter sein. Und zu guter Letzt: Wenn du dich selbst liebst, wenn du an das glaubst, was du erreichen kannst und wenn du motiviert bist, dann wirst du mit Leichtigkeit jeden Widerstand überwinden!

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