Die 5 Kräfte des tibetischen Buddhismus

Die fünf Kräfte helfen dir, Hindernisse auf deinem Weg zu überwinden. Erfahre mehr darüber!
Die 5 Kräfte des tibetischen Buddhismus

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2022

Der tibetische Buddhismus stützt sich auf fünf Säulen oder Kräfte, die wir für unsere spirituelle Entwicklung auf dem Weg der Befreiung benötigen. Es handelt sich um Elemente des Erwachens, die die Grundlage unserer geistigen Fähigkeiten bilden. Eine Kraft führt zu anderen und alle verstärken sich gegenseitig, wenn du gleichzeitig daran arbeitest.

Diese Qualitäten werden als Kräfte bezeichnet, da sie sich zu Stärken entwickeln, die es dir möglich machen, Herausforderungen auf dem Weg der spirituellen Entwicklung erfolgreich zu meistern. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Wenn du das Wunder einer einzigen Blume zu schätzen weißt, wird sich dein ganzes Leben verändern.

Buddha

Die 5 Kräfte des tibetischen Buddhismus

1. Glaube

Wir sprechen nicht von einem blinden Glauben an eine Doktrin. Im tibetischen Buddhismus hat dieser Begriff eine andere Bedeutung: Glaube ist die Zuversicht, Hindernisse auf dem Weg erfolgreich zu überwinden, auch wenn dies oft schwierig ist.

Glaube ist auch grenzenlose Hoffnung. Alles, was in deinem persönlichen Leben und im Universum selbst passiert , ist perfekt. Diese Kraft führt dich zu einer höheren Entwicklungsstufe, auch wenn sie manchmal als Chaos wahrgenommen wird. Die Realität bewegt sich manchmal in eine Richtung, die wir nicht verstehen, aber in ihrem Kern gibt es immer eine logische Entwicklung.

2. Anstrengung

Eine der fünf Kräfte im tibetischen Buddhismus ist die Anstrengung. Manche bevorzugen das Wort “Energie”, denn es geht um die Fähigkeit, Hindernisse oder Feinde zu überwinden. Es geht um eine aktive und aufmerksame Haltung, die es dir ermöglicht, Schwierigkeiten zurückzulassen.

Die Anstrengung ist in diesem Zusammenhang das Gegenteil von Trägheit. Sie ist lebendige Energie, die der Entwicklung verpflichtet ist. Es ist ein Versuch, das Gleichgewicht herzustellen. Deshalb konzentriert sich die Anstrengung auf jene Gegebenheiten, die den Körper oder die Gefühle aus dem Gleichgewicht bringen.

3. Achtsamkeit

Die dritte der fünf Kräfte ist die Achtsamkeit. Sie richtet die Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt auf den Körper und den Geist. Es geht darum, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, anstatt sich in der Vergangenheit oder Zukunft zu verlieren. Diese Kraft ermöglicht es, jeden Moment des Daseins als einzigartig und unwiederholbar zu erfassen, aber auch als das, was wirklich real ist.

Achtsamkeit ist grundlegend, um jede Erfahrung auf authentische Weise zu leben, ohne den mentalen Filter, der durch Urteile und Vorurteile auferlegt wird. Sie ermöglicht es uns auch, mit den mentalen Gewohnheiten zu brechen, die Erfahrung und Bewusstsein trennen. Achtsamkeit ist eine notwendige Voraussetzung, um ganz in der Gegenwart zu leben, der einzigen Zeit, die wirklich  existiert.

4. Konzentration

Die Konzentration ist ein zentrales Konzept im tibetischen Buddhismus. Sie ist auch eine der fünf Kräfte, denn sie bezieht sich nicht nur auf eine kognitive Funktion, sondern auch auf eine tiefe Einsicht in alles, was existiert. Die höchste Konzentration wird während der Meditation erreicht, die das Verschmelzen mit dem Universum ermöglicht.

Die Konzentration kommt in der Kontemplation voll zum Ausdruck. Es geht nicht darum, zu beobachten, sondern mit dem zu verschmelzen, worauf sich der Geist und die Sinne konzentrieren. Das Erstellen eines Mandalas oder die Wiederholung von Mantras sind Übungen, die helfen, diese Konzentrationsfähigkeit zu erreichen. Der Königsweg ist jedoch die Meditation.

Mann praktiziert Meditation und stützt sich auf die fünf Kräfte
Im tibetischen Buddhismus dient die Meditation der Verschmelzung mit dem Universum.

5. Weisheit

Die letzte der fünf Kräfte ist die Weisheit. Im Westen wird der Begriff eher als Synonym für großes Wissen auf einem bestimmten Gebiet verstanden. Im tibetischen Buddhismus hat Weisheit mit Verständnis und Unterscheidungsvermögen zu tun. Sie befähigt dazu, das Illusorische vom Realen zu unterscheiden und Licht ins Dunkel zu bringen.

Weisheit wird im Buddhismus nicht durch die Ausarbeitung von Konzepten oder intellektuelle Erklärungen erlangt. Sie wird durch direkte, intime Erfahrung in Verbindung mit Kontemplation erreicht. Das Ergebnis ist keine Schlussfolgerung, sondern eine mentale und emotionale Verbindung mit einer bestimmten Realität.

Die fünf Kräfte im tibetischen Buddhismus können nicht getrennt voneinander praktiziert oder entwickelt werden. Sie sind das Ergebnis ständiger Übung und entwickeln sich allmählich weiter, um einen höheren Bewusstseinszustand zu erreichen. Im Zentrum steht die Meditation, die den zentralen Weg darstellt, um diese spirituellen Kräfte zu erlernen und zu kräftigen.

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  • Rockwell, I. (2003). Las Cinco Familias Energéticas: Una Vía Budista Para Comprender Las Emociones (Vol. 15). Edaf.

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