Die Intensität des Lichts beeinflusst deine Gefühle

Ein strahlender Sonnentag gibt uns Kraft und Optimismus, eine eindrucksvolle Abenddämmerung stimmt uns romantisch und die Dunkelheit wirkt geheimnisvoll, kann jedoch auch Angst auslösen.
Die Intensität des Lichts beeinflusst deine Gefühle

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 11. April 2022

Die Intensität des Lichts hat einen erheblichen Einfluss auf unsere Gefühle. Licht stimuliert unseren Tatendrang, Dunkelheit macht uns müde. Das Tageslicht reguliert jedoch nicht nur unsere Wach- und Schlafphasen, es beeinflusst auch unser seelisches Wohlbefinden. Ein strahlender Sonnentag gibt uns Kraft und Optimismus, eine eindrucksvolle Abenddämmerung stimmt uns romantisch und die Dunkelheit wirkt geheimnisvoll, kann jedoch auch Angst auslösen. Doch ein kleiner Lichtfaden kann uns den Weg zeigen und Hoffnung wecken.

Die Intensität des Lichts beeinflusst die Art und Weise, wie wir die Realität emotional wahrnehmen und ist auch in der Entscheidungsfindung von Bedeutung.

Die Intensität des Lichts beeinflusst deine Gefühle

Eine helle, freundliche Umgebung lässt deine Emotionen intensiver fließen. Forscher an der Universität von Toronto haben die Reaktionen einer Gruppe von Menschen auf eine lichtdurchflutete Umgebung gemessen. Sie fanden heraus, dass die Emotionen umso stärker sind, je heller die Beleuchtung ist. Einige Teilnehmer wurden bei sehr intensivem Licht sogar aggressiv.

Die Experten nannten diese Reaktion den “Glühbirneneffekt”. Es scheint, dass wir die zunehmende Lichtintensität mit dem Anstieg der Temperatur assoziieren. Die Kombination von Licht und Hitze lässt die Emotionen aufflammen. 

Licht allein erzeugt keine neuen Emotionen. Vielmehr stimuliert es vorhandene Gefühle und macht diese intensiver. Die praktische Auswirkung dieser Entdeckung ist, dass hell beleuchtete Umgebungen für Aktivitäten, bei denen Emotionen eine wichtige Rolle spielen, förderlicher sind. Bei einem Treffen mit der Familie oder mit Freunden ist deshalb eine gute Beleuchtung vorteilhaft.

Wenn du jedoch Entscheidungen treffen musst oder in einer bestimmten Situationen einen kühlen Kopf bewahren möchtest, ist es besser, den Raum abzudunkeln. Damit dämpfst du deine Emotionen und kannst beim Nachdenken objektiver sein. 

Flackerndes und blaues Licht

Wenn das Licht stabil ist, fällt es normalerweise nicht auf. Es ist einfach Teil der Dekoration oder der Landschaft, wir nehmen es kaum wahr, da wir daran gewöhnt sind. Ein flackerndes Licht hingegen erregt sofort unsere Aufmerksamkeit.

Forscher der Universität Utrecht konnten in einem Experiment interessante Ergebnisse erzielen. Sie stellten mehreren Passanten neben einer Straßenlaterne eine Frage. Manche beantworteten diese bei stabilem Licht, bei anderen flackerte das Licht. Die erste Gruppe reagierte konventionell und gemäßigt, während die Teilnehmer, die dem flackernden Licht ausgesetzt waren, radikaler und intoleranter in ihren Einschätzungen waren.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass wir flackerndes Licht mit Gefahr assoziieren und uns deshalb defensiv verhalten. In Nachtclubs regen die Lichtblitze die Adrenalinproduktion an und sorgen für stimulierende Erlebnisse.

Interessant sind auch die Ergebnisse einer Studie der Harvard University, die bestätigen, dass blaues Licht eine beruhigende Wirkung auf unsere Gefühle hat. Es scheint, die Konzentrationsfähigkeit und Datenerfassung zu verbessern. Allerdings ist Blaulicht, das von den meisten Bildschirmgeräten ausgeht, auch für eine schlechtere Schlafqualität verantwortlich.

Bild mit freundlicher Genehmigung von josemanuelerre

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Nachtlicht begünstigt Depressionen
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Nachtlicht begünstigt Depressionen

In den letzten Jahren konnten Wissenschaftler zudem bestätigen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Nachtlicht und Depressionen besteht.