Wie wirkt sich ein Adrenalin-Hoch aus?

23. Januar 2020
Lies weiter und finde heraus, wie dich Adrenalin in brenzligen Situationen retten kann!

Wie kommt es zu einem Adrenalin-Hoch? Die Nebennierendrüse produziert eine große Menge Adrenalin. Dieses Hoch bildet sich, wenn der Mensch Stress oder Angstgefühlen ausgesetzt ist.

Adrenalin ist ein adrenergisches Amin, also eine organisch-chemische Verbindung. Dieser Stoff stimuliert das sympathische Nervensystem. Noch genauer handelt es sich bei Adrenalin um ein Katecholamin. Es wird im Nebennierenmark gebildet und bei seiner Ausschüttung kann es sich auf den gesamten Körper auswirken.

Die Ausschüttung erfolgt nicht von selbst. Gewisse Stimuli oder bestimmte Umstände können ein Adrenalin-Hoch auslösen. Dieses kann sich heftig auswirken und z. B. mit unangenehmen Gefühlen einhergehen, die einer Panikattacke ähneln.

Die chemische Formel des Adrenalins.

Die Auswirkungen von Adrenalin auf deinen Körper

Adrenalin ist nur ein Element einer langen Stoffwechselkette von Neurotransmittern. Neurotransmitter sind die Botenstoffe des Körpers. Sie werden in den Neuronen gespeichert und dienen der chemischen Übermittlung elektrischer Signale. Adrenalin fungiert als Neurotransmitter. Man weiß allerdings noch immer nicht genau, wie es an das Nervensystem abgegeben wird.

Für gewöhnlich wirkt sich Adrenalin folgendermaßen aus:

  • Dein Herz schlägt schneller. Diesen Zustand kennt man auch als Tachykardie.
  • Deine Blutgefäße weiten sich. Erst bist du blass, dann rötet sich deine Haut.
  • Zunächst verlangsamt sich deine Atmung. Dann fängst du an, schneller zu atmen.
  • Deine Pupillen weiten sich.
  • Dein Stoffwechsel verändert sich. Durch Kohlenhydrate und Fette steigt dein Blutzuckerspiegel an. Dies verleiht dir einen Energieschub.
  • Deine Verdauung wird durch Adrenalin verlangsamt. Es entspannt die Wände des Verdauungstrakts.

Ein plötzliches Adrenalin-Hoch kann zu Angstgefühlen, Reizbarkeit, Unbehagen und Stress führen. Die Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem sind im Vergleich mit den Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem als nachrangig zu betrachten. Adrenalin erreicht nämlich das Gehirn nicht.

Frau mit Adrenalin-Hoch

Ein Adrenalin-Hoch entsteht nicht zufällig

Ein Adrenalin-Hoch kann schlagartig auftreten, wenn du dich fürchtest. Wenn du unter Stress stehst, kann es einen länger anhaltenden Effekt haben. In beiden Fällen versetzt es den Sympathikus in Erregung und ordnet dein ganzes System einer Kampf-oder-Flucht-Reaktion unter.

Neben dem Adrenalin stößt die Nebennierendrüse auch Nebennierenrindenhormone (Kortikosteroide) und andere Katecholamine aus, wie zum Beispiel Noradrenalin. All dies zusammengenommen aktiviert deine Verteidigungsbereitschaft. Damit bist du vorbereitet, falls etwas passiert.

Durch ein Adrenalin-Hoch kann dein Blutdruck steigen, die Aktivität deines Verdauungssystem vermindert und die Schweißproduktion angekurbelt werden. Zunächst einmal ist das sehr nützlich, weil du damit deine Körperbewegungen besser kontrollieren kannst. Ein Zuviel an Adrenalin kann sich jedoch auf deine Koordination auswirken.

Ein Adrenalin-Hoch steht in Zusammenhang mit einer Bedrohung, die real ist oder in deinen Gedanken existiert. Es tritt auf, weil du dich vor etwas erschreckt hast – vielleicht hat sich jemand von hinten an dich herangeschlichen. Oder der Lehrer hat dich gerade gebeten, vor der Klasse zu sprechen!

Meditation am Strand bei Sonnenuntergang. Auswirkungen von Adrenalin-Hoch

Ein Adrenalin-Hoch ist nicht gefährlich

Ein Adrenalin-Hoch ist nichts Schlechtes, kann aber ziemlich angsterregend sein. Wenn du dich allerdings in einer stressbelasteten Umgebung befindest, kann es eventuell zu ein paar unangenehmen Nebenwirkungen führen. Es kann deine körpereigenen Systeme schwächen und sich zu einem Zustand chronischer Müdigkeit auswachsen.

Wenn bei dir Adrenalin-Hochzustände gehäuft auftreten, probier doch einmal verschiedene Methoden der Meditation aus oder ändere deine Lebensweise. Dann lässt womöglich die Häufigkeit und Intensität der Adrenalin-Hochzustände nach. Dabei könnten dir auch Techniken zur physiologischen Deaktivierung wie die progressive Muskelentspannung oder die Zwerchfellatmung sehr gut helfen.

Schmidt, K. T., & Weinshenker, D. (2014). Adrenaline Rush: The Role of Adrenergic Receptors in Stimulant-Induced Behaviors. Molecular Pharmacology. https://doi.org/10.1124/mol.113.090118