Meditation: der Ort, an dem unsere Seele Frieden findet

· 13. Januar 2016

Meditation anzuwenden, um sich zu entspannen und sich vom Stress zu befreien, ist eine Praxis, die, aufgrund ihrer erwiesenermaßen positiven Wirkung auf die geistige Gesundheit immer beliebter wird. Die bewusste Meditation erhält dabei die meiste Aufmerksamkeit, denn ihre Wirkung geht weit über die Stressreduzierung hinaus.

Bewusste Meditation kann nicht nur helfen, psyschologische Probleme zu lösen, sondern ebenfalls körperliche, wie Bluthochdruck, chronische Schmerzen, Schuppenflechte, Schlafstörungen, Angststörungen oder Depressionen. Außerdem hat man herausgefunden, dass sie das Immunsystem stärkt und hilft, Heißhungerattacken zu vermeiden.

Zudem hat sich gezeigt, dass Meditation, und insbesondere bewusste Meditation oder Achtsamkeit, hilft, die Hirnfunktion zu verbessern.

Studien zur Meditation und Gehirnfunktionen

Eine an der University of California (Kalifornien, USA) durchgeführte Studie ergab, dass einer der Effekte dieser Fokussierung und Neuorientierung die Stärkung der zerebralen Vernetzung ist. Die Forscher verglichen die Gehirnaktivität der Probanden nach acht Wochen Training in Stressreduktion durch Achtsamkeit mit einer Kontrollgruppe, die diese Praxis nicht anwandte.

Bilder des Magnetresonanztomographen zeigten stärkere Verbindungen in verschiedenen Regionen des Gehirns, insbesondere in den für Aufmerksamkeit und auditive und visuelle Verarbeitung zuständigen Arealen.

Strahlen aus Kopf

In einer früheren Studie am General Hospital of Massachusetts (Massachusetts, USA) verwendeten die Forscher Bilder des Magnetresonanztomographen, um Veränderungen in der grauen Substanz zu dokumentieren. Sie fanden heraus, dass Meditation zu Veränderungen im Gehirn führen kann, indem es sein Wachstum und somit die Gehirnfunktionen fördert.

Die Forscher berichten, dass sie nach acht Wochen Meditation Unterschiede des Gehirnvolumens in fünf verschiedenen Gehirnarealen der Testgruppen feststellten.

  • In der Gruppe, die Meditation praktizierte, dokumentierten sie Wachstum in vier Arealen:
    Die Hauptveränderung fanden sie im Gyrus Cinguli, der eine Rolle bei Lernvorgängen spielt und das Erinnerungsvermögen unterstützt.
  • Außerdem stellten sie Veränderungen im linken Hippocampus fest, der beim Lernen, der Kognition, dem Erinnerungsvermögen und der Steuerung der Gefühle hilft.
  • Der temporo-parietale Übergang, der mit mit der Perspektivfindung, der Empathie und der Begeisterung assoziiert wird, wuchs ebenfalls.
  • Zu guter Letzt beobachteten sie auch Modifikationen des Pons, einem Areal im Gehirnstamm, in dem eine große Menge an regulativen Neurotransmittern produziert wird.

Auch fanden sie Modifikationen der Amygdala, dem Teil des Gehirns, wo Reaktionen wie Aggression und Flucht ausgelöst werden, und der zudem wichtig für Gefühle wie Angst und Stress ist. Dieses Areal verkleinerte sich in der Gruppe, die an dem Programm zur Stressreduktion durch Achtsamkeit teilnahm. Diese Verkleinerung der Amygdala ging einher mit einer signifikanten Reduktion des Stresslevels.

Meditierender Mann

Meditation und genetische Veränderungen

Zurzeit können Wissenschaftler über einen Zusammenhang zwischen diesen Veränderungen im Gehirn und positiven Auswirkungen auf die Gesundheit durch die bewusste Meditation nur spekulieren. Bisherige Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass die Praxis des Meditierens den Körper fundamental verändern kann, die Gene eingeschlossen.

In diesem Sinne untersucht man momentan die Auswirkungen der Entspannung durch Meditation und wie Zustände tiefster Entspannung durch Entspannungstechniken wie Achtsamkeit oder Yoga die Gene von Menschen, die diese regelmäßig praktizieren, verändern können; die Gene könnten eine Rolle dabei spielen, wie der Körper freie Radikale, Entzündungsprozesse oder Zelltod kontrolliert.