Bist du aus Kunststoff, Glas oder Stahl gemacht? – Die Schlüssel zum Widerstand

· 22. Januar 2019

Bist du aus Kunststoff, Glas oder Stahl? Die Art und Weise, wie wir mit alltäglichen Schwierigkeiten umgehen, den Widerstand, den wir ihnen entgegensetzen, hängt vom Material ab, aus dem wir gemacht sind. Nun, diese Schlüssel zu unserem Widerstand sagen uns jedoch auch, dass wir jederzeit Einfluss auf die Elemente nehmen können, die für uns prägend sind. Auf diese Weise schaffen wir ein optimales Material, welches sich irgendwo zwischen zwischen Bambus und Graphen einordnen lässt.

Anstatt uns selbst zu beschuldigen, nicht gewusst zu haben, wie wir unter Stress eine Alternative finden sollten, wenn wir von Dritten überwältigt werden oder wenn wir uns in einem Tunnel ohne Ausweg sehen, ist es an der Zeit, auf eine relevante Tatsache zu achten: Die Notwendigkeit, zu fliehen oder still zu verharren, ist eine in unserem Gehirn vorprogrammierte Reaktion. Es handelt sich um werksseitige Abwehrmechanismen, die wir noch nicht aktualisiert haben. Sie sind gutartig entworfene Widerstände, die uns tatsächlich helfen, zu überleben. Sie tragen jedoch selten zu unserem Glück bei.

In diesem Sinne stehen die Schlüssel zum Widerstand in direktem Zusammenhang mit unserem Wohlbefinden. Das bedeutet, dass das Wissen um erstere letzteres begünstigt.

„Das wahre Maß aller Stärke ist der Widerstand, der siegt.“

Stefan Zweig

Ein blumiges Gehirn

Mehr und weniger resistente Gehirne

Die meisten von uns haben sich diese Frage schon einmal gestellt: Warum sind manche Menschen in der Lage, auf solch sensationelle Weise allen nur erdenklichen Widrigkeiten zu begegnen? Wir bewundern ihre Mäßigkeit, ihren Optimismus und ihre Vision, welche erfolgversprechende Möglichkeiten erkennen kann, wo andere nur Mauern und Zäune sehen. Haben sie sich vorher darauf vorbereitet? Haben sie Unterricht genommen, vielleicht eine angeborene Weisheit in sich oder ist tickt ihr Gehirn anders?

Nun, der Schlüssel liegt in diesem letzten Punkt, in ihrem Gehirn. So neugierig es auch sein mag, es gibt Menschen mit einem besonders stressresistenten Gehirn, Persönlichkeiten mit mehr emotionalen Ressourcen, um Ängste zu beruhigen und irrationale Gedanken in extremen Situationen zu vermeiden.

Am Weill Cornell Medical College in New York (New York, USA) wurde dazu eine interessante Untersuchung durchgeführt. Es ging um die direkte Beziehung zwischen einer auf gesunder Bindung basierenden Erziehung und einer geschickteren Reaktion auf Stress und Angstzustände.

Ein Kleinkind mit Teddy betrachtet den Vollmond.

Unzureichende Aufmerksamkeit und eine durch emotionalen Mangel gekennzeichnete Erziehung beeinflussen die Entwicklung des Gehirns von Kindern. Die am stärksten betroffene Struktur ist die Amygdala, ein neurologisches Kontrollzentrum, das für die Regulierung von Angst und anderen Emotionen zuständig ist. Ein Kind, das eine Erziehung erfährt, die durch Engpässe jeglicher Art gekennzeichnet ist, hat es schwerer, seine Gefühle zu managen.

Bist du eher aus Kunststoff, Glas oder Stahl?

Durch entsprechendes Training, also eine Stimulation des Gehirns zur Anwendung neuer Ansätze und veränderter Strategien wird es zu einer widerstandsfähigeren, geschickteren und ausgereifteren Maschine. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass unser Gehirn uns nicht nur hilft, zu überleben. Was wir wirklich wollen, ist, dass es uns unterstützt, wenn wir danach streben, glücklicher zu sein. Und die gute Nachricht ist: Wir können sämtliche Strategien neu erlernen, und zwar aufgrund der Plastizität unseres Gehirns.

Dies sind die drei häufigsten Arten von Stressreaktionen und die jeweiligen Materialien, aus denen die Widerstände bestehen.

Der Widerstand von Stahl

Menschen, die aus Stahl gemacht sind, sind sehr widerstandsfähig, denn jedweder Stress prallt von ihnen ab. Diese Art von Ansatz ist allerdings überhaupt nicht gesund, sie birgt tatsächlich viele Risiken. Vollständig stressfest zu sein, macht es uns unmöglich, aus dem erlebten Stress zu lernen. Außerdem ist niemand auch in seinem Inneren völlig unzugänglich. Niemand ist gänzlich aus Stahl gefertigt, nur weil seine Beschichtung so hart erscheint.

Der diesen Menschen empfohlene Ansatz besteht darin, zu verstehen, dass wir weit davon entfernt sind, eine stahlharte Festung zu sein, in die Probleme nicht eindringen können. Wir sollen die Probleme durchaus dazu bringen, von uns „abzuprallen“, doch gleichzeitig müssen wir uns mit den notwendigen Fähigkeiten ausstatten, um sie besser zu managen und in Erfahrungen umzuwandeln.

Ein Schlag mit einem Strauß Blumen ins Gesicht einer jungen rothaarigen Frau

Der Widerstand von Plastik

Es ist sehr interessant, zu sehen, dass die meisten von uns diese Strategie anwenden. Ihre Eigenschaften sind die Folgenden:

  • Sie haben verschiedene Ecken und Kanten, die aus Stress und Widrigkeiten resultieren.
  • Sie sind gleichzeitig flexibel und widerstandsfähig. Deshalb fühlen sie sich oft, als würden sie zerbrechen, tun dies aber nicht. Es ist, wie auf einem Drahtseil zu leben.

Der Widerstand von Glas

Wie wir uns vorstellen können, ist die Widerstandsfähigkeit von Glas nur gering. Tatsächlich ist es das schwächste Material von allen, denn es geht mit den geringsten Ressourcen einher. Dies bedeutet, dass diese diejenige Strategie ist, die nach all der Anstrengung, die wir in sie investieren, kaputtgeht, sodass wir am Ende doch nachgeben und uns anpassen.

Schlüssel zum gesündesten Widerstand

Die Schlüssel zum gesündesten Widerstand liegt darin, einen Mittelweg zwischen Kraft und Flexibilität zu finden, einen Raum der Reife, in dem wir verwalten, Prioritäten setzen und Probleme in Erfahrungen und Lektionen umwandeln können. Wenn wir unsere angeborenen psychologischen Abwehrkräfte wirken lassen, entscheiden wir uns oft für die Linie des geringsten Widerstands, für das Glas. Plastik hingegen bedeutet mehr Widerstand, aber auch mehr Leiden und Angst. Wenn wir allerdings die Linie des größten Widerstands wählen, werden wir unsere ganze Energie einsetzen, um etwas zu bekämpfen, eine Mauer zu errichten, um uns vor dem Leben zu schützen. Dies ist sicherlich die Stahlstrategie.

Eine Frau im weißen Kleid steht bis zur Brist im Wasser.

Wenn keine dieser beiden Antworten die Zutreffende ist, welche sollten wir dann anwenden? Der Schlüssel zum gesündesten Widerstand ist die Stärkung unseres Selbstbewusstseins und das Wissen, dass wir etwas Besseres verdienen. Die Überzeugung, dass uns nichts überwältigen kann.

Dazu wollen wir ein Material mit Eigenschaften von Bambus und Graphen schaffen. Ein flexibles, aber resistentes Material, unter dem wir uns mit den Schwierigkeiten bewegen und von ihnen lernen können. Selbst wenn sich das Material verbiegt, kehrt es schließlich in seine ursprüngliche Position zurück. Beginnen wir heute mit der Arbeit an dieser wichtigen Strategie.