Angst und Intuition: Wie erkenne ich den Unterschied?

Sowohl Intuition als auch Angst können sich in Form eines unangenehmen Gefühls zeigen. Doch während uns eine Dimension schützt, schränkt uns die andere ein.
Angst und Intuition: Wie erkenne ich den Unterschied?

Letzte Aktualisierung: 03. Oktober 2021

Manche Menschen sind sehr rational, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen: Sie analysieren, wägen ab und entscheiden nach intensiven Überlegungen. Andere wiederum nutzen ihre Emotionen und Gefühle, um den einen oder anderen Weg einzuschlagen. Am besten ist es, ein Gleichgewicht zu finden, doch subjektive Gefühle können uns manchmal einen Streich spielen. Deswegen ist es wichtig, zwischen Angst und Intuition zu differenzieren.

Menschen mit einer gut entwickelten intuitiven Intelligenz nutzen ihren Instinkt, um Entscheidungen zu treffen. Sie wägen dabei ab, ob sie Erleichterung oder Unbehagen empfinden. Die Intuition schützt oft vor unsichtbaren Gefahren, doch sie kann mit Angst vor Risiken verwechselt werden. Ist dies der Fall, kannst du wichtige Chancen versäumen.

Angst oder Intuition: Wie erkenne ich den Unterschied?

Wann solltest du zwischen Angst und Intuition differenzieren?

Um zu verdeutlichen, wann es zur Verwechslung von Angst und Intuition kommen kann, nennen wir einige alltägliche Beispiele:

  • Du hast das Gefühl, dass dich dein Partner betrügt, denn du führst verändertes Verhalten auf Untreue zurück. Deiner “Intuition” folgend beschließt du, das Telefon deines Partners zu überprüfen, aber du findest nichts, allerdings zerstörst du damit das Vertrauen in der Beziehung.
  • Eure Beziehung läuft sehr gut und ihr habt die Absicht zu heiraten. Doch dann merkst du, dass du sich deine Gefühle verändern und beschließt nach einiger Zeit, die Beziehung zu beenden. Du stellst bald fest, dass du dich geirrt hast und dass es deine Angst war, eine Verpflichtung einzugehen, die dich gebremst hat. Dadurch hast du die von dir geliebte Person verloren.
  • Du gehst zu einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle mit guten Bedingungen. Du erhältst den Job, doch als du nach Hause kommst, hast du ein ungutes Gefühl. Irgendetwas sagt dir, dass dieser Job nichts für dich ist, dass du ihn nicht gut machen wirst und du verzichtest darauf. In Wirklichkeit ist es die Angst, deine Komfortzone zu verlassen, die dich dazu gebracht hat, die Chance zu verlieren.
  • Du bist in eine andere Stadt gezogen, in der du niemanden kennst. Ein Nachbar lädt dich ein, mit ihm und seinen Freunden auszugehen, aber du hast das Gefühl, dass das keine gute Idee ist und lehnst deshalb ab. Vielleicht waren es Schüchternheit und die Angst vor Zurückweisung und nicht deine Intuition, die dich dazu gebracht haben, diese Entscheidung zu treffen.

Wie kann man Angst von Intuition unterscheiden?

Wie du siehst, kann Angst eine große Belastung sein, wenn sie mit Intuition verwechselt wird. Sie kann uns einschränken, uns stagnieren lassen und dazu führen, dass wir falsche Entscheidungen treffen. Wie können wir also Angst von Intuition unterscheiden?

Überlege dir, ob du es wirklich willst

Die Intuition ist deine innere Stimme. Wenn du über Träume, Ziele und Zukunftsvorstellungen sprichst, ermutigt uns dich deine Stimme, nach vorne zu gehen. Angst lähmt dich jedoch und schränkt dich ein. Sie stützt sich auf konditionierende Faktoren und hält dich zurück.

Wenn du in deiner Beziehung glücklich bist, wenn dich der neue Job motiviert, wenn du neue Freunde finden willst und dieses innere Gefühl dich blockiert und dich daran hindert, dich auf das Ziel zuzubewegen, das du für dich gewählt hast, dann handelt es sich wahrscheinlich um maskierte Angst.

Beobachte die Intensität und Dauer der Empfindungen

Das ist ein grundlegender Schlüssel, um zwischen diesen beiden Konzepten zu unterscheiden. Die Intuition ist eine subtile, aber beharrliche Stimme, während die Angst in Wellen und mit großer Intensität auftritt.

Wenn das Gefühl des Unbehagens diskret ist, aber nicht aufhört, achte darauf, es könnte dein Instinkt sein, der versucht, dich zu schützen.

Analysiere deinen inneren Dialog

Welches innere Gespräch führst du in dem Augenblick, in dem du wachsam wirst? Angst ist ein Gefühl, dem verschiedene Gedanken vorauseilen. Wenn du Angst verspürst, tauchen Aussagen wie folgende in deinem Kopf auf: “Du bist nicht fähig”, “Du wirst dich lächerlich machen”, “Es ist gefährlich”, “Du wirst leiden”, “Du bist nicht bereit”. Du wirst sie vielleicht nicht so leicht bemerken, da es automatische Gedanken sind, aber wenn du aufmerksam bist, wirst du sehen, dass sie da sind.

Die Intuition stützt sich nicht auf klare Gründe. Es ist kein negativer innerer Dialog vorhanden, du kannst jedoch körperliche Empfindungen spüren.

Angst oder Intuition?

Konzentriere dich auf die Gegenwart

Analysiere schließlich den Zeitrahmen des negativen Aspekts, auf den dich deine Empfindungen aufmerksam machen. Wenn du dich genau jetzt so fühlst, ist es wahrscheinlich deine Intuition. Beziehen sich die Ereignisse oder Gedanken auf die Vergangenheit oder Zukunft, ist es wahrscheinlich Angst.

Wenn sich etwas in diesem Moment nicht richtig anfühlt, auch wenn du nicht erklären kannst, warum, höre auf deinen Instinkt. Wenn du dir dagegen Sorgen machst, dass später etwas schiefgehen könnte oder dass sich eine negative Situation, die du schon einmal erlebt hast, wiederholen könnte, dann ist es die Stimme der Angst, die dich beherrscht.

Wie du siehst, gibt es wichtige Unterschiede zwischen Angst und Intuition. Um herauszufinden, welche Dimension in einem bestimmten Moment zu dir spricht, musst du nachdenken und analysieren. Aber je mehr du übst, desto leichter wird es, diese Aspekte zu differenzieren.

Denke daran, dass Intuition ein mächtiger Kompass ist. Angst hingegen kann ein großer Feind sein. Deshalb solltest du diese beiden Dimensionen nicht verwechseln.

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