Vermeide Negativität im Dialog mit dir selbst! 6 Strategien

Deine innere Stimme ist nicht immer dein bester Freund und Ratgeber. Wir haben heute einige Tipps für dich, die dir zeigen, wie du dich selbst motivieren kannst, anstatt dich selbst zu mobben.
Vermeide Negativität im Dialog mit dir selbst! 6 Strategien

Letzte Aktualisierung: 29. September 2021

Wir alle sprechen mit uns selbst, doch nicht immer können wir uns als unseren besten Freund bezeichnen. Der innere Dialog ist manchmal von ständiger Negativität gekennzeichnet, was dir nicht weiterhilft. Ganz im Gegenteil: Du musst lernen, diese feindselige Stimme durch positive Worte zu ersetzen, um dir nicht zu schaden und deine physische und psychische Gesundheit zu wahren.

Verschiedene Strategien helfen dir, dich selbst zu motivieren, anstatt dich zu mobben.

Selbstgespräche

Die Bedeutung von Selbstgesprächen wird oft unterschätzt. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Art und Weise, wie wir mit uns selbst sprechen, einen großen Einfluss hat.

Rantanen et al. (2021) veröffentlichten eine Studie über die Auswirkungen der Verbalisierung von negativen Erinnerungen auf die autonome Aktivität des Organismus. Die Ergebnisse zeigten, dass die Verbalisierung einer negativen Erinnerung regulierende Auswirkungen auf die sympathischen und parasympathischen Reaktionen hatte. Mit anderen Worten: Diese Erinnerung ermöglichte es den Teilnehmern, durch eine niedrigere Herzfrequenz ruhig zu bleiben.

Andererseits haben Tanck et al. (2021) in einer Arbeit die Wirksamkeit der Spiegelexpositionstechnik untersucht. Genauer gesagt, die Wirksamkeit bei der Behandlung von Emotionen, dem Körperbild und Essstörungen. In ihrer Untersuchung haben die Autoren einen Vergleich zwischen positiven und negativen Äußerungen angestellt. Sie kommen unter anderem zu dem Schluss, dass positive Ausdrücke die beste Wahl sind, um die Körperzufriedenheit zu fördern.

Diese Erkenntnisse helfen uns, die Folgen des negativen inneren Dialogs besser einzuschätzen. Schließlich ist das psychische Wohlbefinden ein wesentlicher Aspekt, der durch negative Stimmen Schaden leidet. Wenn du die Art und Weise änderst, wie du mit dir selbst redest, wirst du feststellen, dass du dich besser fühlst.

Vermeide Negativität im Dialog mit dir selbst!

Vermeide Negativität im Dialog mit dir selbst! 6 Strategien

Der Dialog mit dir selbst formuliert sich durch positive und negative Erfahrungen, die dein Glaubenssystem bilden. Er verändert sich mit der Zeit, doch du kannst ihn auch selbst steuern. Du kannst lernen, Negativität durch positive Worte zu ersetzen, die deine Zufriedenheit fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, solltest du im Alltag bestimmte Gewohnheiten entwickeln, die wir nachfolgend beschreiben.

1. Vermeide kognitive Verzerrungen

Kognitive Verzerrungen sind Fehler in der Informationsverarbeitung, die zu einer veränderten Wahrnehmung der Realität führen. Es gibt Arbeiten wie die von Platt et al. (2015), die den Zusammenhang zwischen diesen und Depressionen sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen aufzeigen.

In diesem Sinne verbessert das Erkennen und Ablegen von kognitiven Vorurteilen den inneren Dialog. Ein Beispiel dafür wäre das Katastrophendenken, das dazu führt, dass du dir immer die schlimmsten Szenarien vorstellst. In dieser Situation könntest du dich fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass es tatsächlich passiert? Du wirst sicher merken, dass diese Gedanken nicht rational sind.

2. Höre auf deine innere Stimme

Viele denken, dass es reicht, Negatives zu ignorieren, um Unbehagen zu vermeiden. Dies entspricht allerdings nicht der Realität. Vergiss nicht, dass alles, was nicht richtig verarbeitet  wird, als Symptom wieder auftaucht.

Fang an, auf die Formulierungen zu hören, die du dir im Laufe des Tages oft sagst. Wenn möglich, schreibe sie in einem Notizbuch auf, damit du besser verstehen kannst, wie dein innerer Dialog deine Gefühle beeinflusst.

3. Integriere positive Formulierungen in deinen Dialog

Sobald du die negativen Ausdrücke, die dich schlecht fühlen lassen, identifiziert hast, ist es an der Zeit, sie durch positive zu ersetzen. Es gibt verschiedene Sätze oder Mantras, die du in verschiedenen Situationen anwenden kannst, um deine Emotionen zu regulieren.

Es reicht nicht aus, negative Gedanken zu erkennen und sie zu verwerfen. Wenn du deinen negativen inneren Dialog stoppen willst, musst du auch positive Dinge einbeziehen. Ein typischer negativer Gedanke könnte zum Beispiel sein: “Wenn etwas schiefgeht, werde ich sehr verzweifelt sein.” Stattdessen könntest du sagen: “Wenn ein Problem auftaucht, werde ich es in Angriff nehmen und lösen“.

4. Arbeite an deinem Selbstwertgefühl

Deine innere Stimme hat viel mit deinem Selbstwertgefühl zu tun. Menschen, die ständig destruktive Kritik an sich selbst üben, entwickeln ein negatives Selbstbild. Um diesen negativen Dialog zu verhindern, solltest du eine freundlichere Sichtweise dir selbst gegenüber fördern. Erstelle eine Liste mit deinen positiven und negativen Eigenschaften, um eine realistische Wahrnehmung zu ermöglichen. Vergiss nicht, dass dir Fehler helfen zu wachsen und ein Teil des Lebens sind.

5. Konzentriere dich in deinem Dialog auf die Gegenwart

Viele machen sich viel zu viele Gedanken über die Zukunft oder konzentrieren sich auf die Vergangenheit. Wenn du nur an unglückliche Ereignisse oder Fehler der Vergangenheit denkst, oder immer vor Augen hast, was passieren könnte, wirst du keine Zufriedenheit erlangen. Du kannst die Vergangenheit nicht ändern und die Zukunft ist noch nicht da. 

Deshalb solltest du dich auf die Gegenwart konzentrieren: Damit verbesserst du deine Fähigkeit, zu reagieren und Konflikte zu lösen. Es bringt nichts, geistige und körperliche Energie auf ein Problem zu verwenden, das nicht existiert, oder auf Ereignisse, die du nicht mehr ändern kannst. Versuche, Probleme sofort zu lösen und nicht mit dir herumzutragen.

Frau im inneren Dialog

6. Eine Psychotherapie kann dir helfen

Schließlich solltest du eine psychologische Beratung in Erwägung ziehen, um deine emotionale Notlage zu bewältigen. Im Rahmen einer Psychotherapie kannst du die Ursachen für deinen negativen Dialog herausfinden. Verschiedene Techniken werden dir helfen, eine freundlichere innere Stimme zu entwickeln.

Vergiss nicht, dass negative Selbstgespräche manchmal mit klinischen Zuständen wie Depressionen oder Angstzuständen zusammenhängen. In solchen Fällen ist eine psychologische oder psychiatrische Intervention immer die beste Alternative.

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  • Platt, B., Waters, A. M., Schulte-Koerne, G., Engelmann, L., & Salemink, E. (2017). A review of cognitive biases in youth depression: attention, interpretation and memory. Cognition and Emotion, 31(3), 462-483.
  • Rantanen, A., Laukka, S., Siipo, A., Tiinanen, S., Tarvainen, M. P., Kortelainen, J., … & Seppänen, T. (2021). Verbalization has regulatory influences on autonomic activity during recall of unpleasant experience. Speech Communication, 126, 1-8.
  • Tanck, J. A., Hartmann, A. S., Svaldi, J., & Vocks, S. (2021). Effects of full-body mirror exposure on eating pathology, body image and emotional states: Comparison between positive and negative verbalization. PloS one, 16(9), e0257303.