7 Zitate von José Ingenieros über die Mittelmäßigkeit

· 27. Oktober 2018

Viele der Zitate von José Ingenieros über die Mittelmäßigkeit stammen aus seinem bekanntesten Werk Der mittelmäßige Mann.  Mit diesem Text hinterließ der argentinische Denker eine große ethnische Abhandlung, die das Gewissen stimuliert – unabhängig davon, wie alt das Werk ist.

Ingenieros war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der herausragendsten Intellektuellen Argentiniens. Auch war er einer der vielseitigsten. Er war Arzt, Pharmazeutiker, Psychologe, Kriminologe und Philosoph. Letztlich war er das, was man im weitesten Sinne des Wortes einen echten Humanisten nennen könnte.

Die nachfolgend vorgestellten Zitate von José Ingenieros über die Mittelmäßigkeit zeigen seinen Wunsch nach Perfektion im Menschen. Sie sind einige seiner interessantesten Aussagen.

„In bestimmten Momenten wagen sie es, ihre Ideale des Appetits zu nennen, als ob die Dringlichkeit sofortiger Befriedigung mit dem Verlangen nach unendlicher Vollkommenheit verwechselt werden könnte. Der Appetit ist befriedigt; die Ideale jedoch nie.“

José Ingenieros

Imitation in den Zitaten von José Ingenieros

Viele der Zitate von José Ingenieros beziehen sich auf die Imitation. Er betrachtete diese als eines der Hauptmerkmale der Mittelmäßigkeit, in welcher Reihenfolge sie auch immer auftreten möge. In diesem Zusammenhang meinte er: Der Mittelmäßige strebt danach, seine Mitmenschen zu verwirren; das Original neigt dazu, sich von ihnen zu unterscheiden. Während der eine konkret mit dem Kopf der Gesellschaft denkt, strebt der andere danach, mit seinem eigenen zu denken.

Ingenieros sprach von der Imitation als einer Geste, die den Verzicht auf sich selbst ausdrücke, den Verzicht darauf, für sich selbst zu denken. Er wies darauf hin, dass hinter diesem Versuch, zu sein, wie alle anderen, die Angst davor stecke, sich selbst zu bestätigen, und möglicherweise die Unfähigkeit, etwas zu erschaffen. Hierzu sagte er: Die wichtigste Aufgabe eines mittelmäßigen Menschen ist die imitierende Geduld; die des überlegenen Menschen ist die schöpferische Fantasie.

Mann vor einem Spiegel

Fanatismus und Glaube

Auch wenn Ingenieros ein Intellektueller war, der stets mit der Wissenschaft verbunden blieb, motivierte ihn in seiner Erforschung der Welt auch ein religiöses Belangen. In der Tat sind einige seiner Schriften dem Okkultismus und der Theosophie gewidmet. Er versuchte zeitlebens, seine wissenschaftliche Ausbildung mit religiösen Überzeugungen in Einklang zu bringen.

Aus diesem Grund sind viele der Zitate von José Ingenieros religiösen Manifestationen gewidmet. Eines dieser Zitate ist das folgende:Der Mangel an fest begründeten Überzeugungen verwandelt den Mittelmäßigen in einen Fanatiker. Der Glaube bestätigt sich im Zusammenprall mit gegenteiligen Meinungen.“  In dieser Bestätigung kann man die Koexistenz des rationalen Geistes und überzeugten Glaubens deutlich erkennen.

Schlucken, ohne zu kauen und zu verdauen

Die überwiegende Mehrheit der Zitate von José Ingenieros widmet sich der Erhöhung des Intellekts, der Originalität und der Fähigkeit, autonom zu denken. Diese Aussage ist sehr repräsentativ für seine Gedanken: Sie schlucken, ohne zu verdauen, bis hin zur geistigen Magenverstimmung: Sie ignorieren, dass der Mensch nicht davon lebt, was er schluckt, sondern davon, was er assimiliert.

Dies ist ein Aufruf, „nicht alles in seiner Gänze zu schlucken“, sondern die intellektuellen Inhalte, die uns erreichen, zu analysieren und zu bewerten. Diese Aussage ist, wie so viele andere des Buches Der Mittelmäßige Mensch,  voller Härte. Dieser Denker zeichnete sich durch sein scharfes Skalpell aus. Bewusst benutzte er eine Sprache, die neben der Anklage auch die Herausforderung und somit die Veränderung suchte.

Frau mit negativen Gedanken

Die Stille

In einigen Abschnitten seiner Arbeit hob Ingenieros die Dynamik, die Leidenschaft und die Vitalität hervor. Er bezeichnete diese als die charakteristischen Eigenschaften sensibler Menschen, die nicht gleichgültig gegenüber allem seien, das sie umgebe.

In diesem Zitat zeigt sich genau das:Ein Mensch mit feinem Charakter ist imstande, ein außergewöhnliches Toben, wie das des Ozeans, zu zeigen; in domestizierten Temperamenten scheint alles stille Oberfläche zu sein.  Dies ist eine Aussage, die die Leidenschaft und die Sensibilität lobt. Ihm erschien es, als würde die Mittelmäßigkeit zur Unfähigkeit führen, zu reagieren.

Frau balanciert

Die Anpassung und die Routine

In Bezug auf die Routine sagte Ingenieros: Die Routine ist ein fossiles Skelett, dessen Stücke dem Holzwurm der Jahrhunderte widerstehen. Sie ist nicht die Tochter der Erfahrung; sie ist deren Karikatur. Die eine ist fruchtbar und erzeugt Wahrheiten; die andere ist steril und tötet diese.“  Er zeigte damit auf, dass die Routine die Leugnung der Erfahrung ist. Letztere erfordert ein Bewusstsein, während die Routine dies nicht tut. Auf die eine oder andere Weise paralysiert die Routine entsprechend ihrer Wertschätzung.

Ingenieros warf verschiedene Kritikpunkte gegen verschiedene Formen der Anpassung auf, insbesondere jene, die die Selbstverleugnung und den Verzicht auf die eigenen Gedanken beinhalten, um einer Gruppe zu gefallen. Dennoch äußerte er in diesem Zusammenhang etwas, das sich als weise und befreiend erweist. Er betonte: Die vielfältige Anpassung jedes Individuums an seine Umgebung hängt vom Gleichgewicht zwischen dem ab, was er nachahmt, und dem, was er erfindet.“

Dies sind nur einige der wunderbaren Zitate von José Ingenieros über die Mittelmäßigkeit. Seine Texte zu lesen, konfrontiert all jene Bereiche in uns selbst, in denen die Angst vorherrscht. Seine Arbeit ist im Allgemeinen eine Aufforderung, sich selbst zu bekräftigen und die Originaliät und die Vollkommenheit über jedem anderen Ziel zu suchen.