5 einfache Gewohnheiten, um sich in Geduld zu üben

· 9. September 2018

Die meisten von uns wissen, dass es sehr wichtig ist, sich in Geduld zu üben, um ein angenehmeres Leben zu führen. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Vor allem, wenn wir bedenken, dass die heutige Zeit nicht gerade für ein ruhiges Tempo bekannt ist.

Geduld ist eine transzendentale Tugend, denn alles wirklich Wichtige im Leben braucht Zeit. Bei allen wichtigen Prozessen muss man wissen, wann es Zeit ist, zu handeln, und wann es Zeit ist, abzuwarten. Arbeit und Geduld wechseln sich hier ab.

„Geduld ist ein Baum mit dürren Wurzeln, der allerdings sehr süße Früchte trägt.“

Persisches Sprichwort

Sich in Geduld zu üben fällt nicht leicht, ist aber auch nicht unmöglich. Hier spielen vor allem Gewohnheiten eine wichtige Rolle: Wir haben uns daran gewöhnt, voreilig zu handeln und nicht erst etwas abzuwarten und erforderliche Pausen einzulegen. Deshalb ist es notwendig, uns neue Gewohnheiten anzueignen, die uns geduldiger werden lassen. Die folgenden fünf Gewohnheiten helfen uns dabei.

Gewohnheiten, um uns in Geduld zu üben

1. Niemals andere verurteilen

Was hat die Gewohnheit, andere zu verurteilen, mit dem Ziel, geduldiger zu werden, zu tun? Sehr viel sogar. Manchmal vergeuden wir zu viel Energie damit, andere zu hinterfragen und an das Schlechte zu denken, das sie tun, an das, was sie sein könnten oder sollten. So zu handeln erzeugt in unserem Inneren und bei andern schon viel Spannung.

Finger zeigt verurteilend auf einen eingeschüchterten Mann

Andere zu beurteilen, bedeutet an sich schon, eine feindselige Haltung gegenüber der Realität einzunehmen. Solche Feindseligkeiten führen oft zu Intoleranz, was wiederum Ungeduld auslöst. Wenn wir aber lernen, andere so zu akzeptieren, wie sie sind, wird es einfacher für uns, unser inneres Gleichgewicht zu bewahren. Das hat zur Folge, dass wir geduldiger sein können.

2. Konflikte meiden

Wenn wir einmal genauer darüber nachdenken, fällt uns auf, dass die meisten Konflikte unnütz sind. Sie entstehen durch das Unwohlsein, das wir in uns tragen, aber im Allgemeinen führen sie nirgendwohin. Sie sind ein Ausdruck von Unbehagen, was regelmäßig noch mehr Unbehagen erzeugt.

Konflikte sind an sich nichts Schlechtes. Im Gegenteil, oftmals bereichern sie uns, weil sie uns helfen, die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu betrachten, oder uns erlauben, Fehler zu machen, aus denen wir im Nachhinein lernen. Die Kunst besteht darin, angemessen mit Konflikten umzugehen und nicht zuzulassen, dass sie uns auf ewig verfolgen und wir dadurch ständig unter Strom stehen.

3. Dankbar sein

Um uns in Geduld zu üben, müssen wir lernen, anzuerkennen, was andere für ihre Mitmenschen tun. Es gibt so viele Menschen, die jeden Tag viel für uns machen. Keiner dieser Menschen ist perfekt, genauso wenig wie wir, aber letztendlich bereichern sie unser Leben und machen es zu einem besseren Leben.

Frau hält ein rotes Stoffherz in ihren Händen

Wenn wir ignorieren, was andere für uns tun, legen wir zu viel Wert auf die kleinen Fehlerchen, die sie notwendigerweise machen. Wir üben uns hingegen in Geduld, wenn wir anerkennen und dankbar dafür sind, was sie für uns tun. Wenn wir ihre Gefälligkeiten anerkennen, werden wir großzügiger und ruhiger, nicht nur diesen Menschen gegenüber, sondern auch, was unsere eigene Person anbelangt.

4. Entschleunigen

Eines der größten Übel der heutigen Zeit ist, dass wir davon besessen sind, alles schnell zu machen. Wir sind zu Feinden von allem Langsamen geworden. Wir verlieren aus den Augen, dass das wirklich Wichtige im Leben immer Zeit braucht. Manchmal entscheidet ein Augenblick des Wartens über eine gute oder schlechte Entscheidung, über eine gute oder schlechte Tat.

Wir erschaffen uns und unser eigenes Leben selbst. Wenn wir alles schnell machen wollen, sind wir höchstwahrscheinlich Architekten, die keine solide Bauweise an den Tag legen, sondern etwas aufbauen, was bei der nächsten Böe zusammenbricht. Wir sollten immer dann entschleunigen, wenn wir merken, dass uns die Hektik wieder einmal gepackt hat.

5. Tief ein- und ausatmen

Hinter tiefer Atmung verbergen sich viele Geheimnisse eines gesunden Geistes und gesunder Emotionen. Sauerstoff ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel für unser Gehirn. Deshalb ist unsere Atmung entscheidend, was ein angemessenes Funktionieren unserer inneren Welt anbelangt.

Frau atmet mit geschlossenen Augen tief ein

Uns einen Moment Zeit zu nehmen, um zu atmen, am besten dreimal am Tag, ist eine sehr gesunde Gewohnheit, die uns hilft, uns in Geduld zu üben. Dafür schließen wir am besten unsere Augen und versuchen, an nichts zu denken. Wir lassen einfach die Luft in unser Inneres kommen und gehen.

Um uns in Geduld zu üben müssen wir auch geduldig sein. Das gelingt uns nicht von einem auf den anderen Tag. Dafür braucht es Zeit und Ausdauer. Nichtsdestotrotz ist das einer dieser Erfolge, die uns für immer verändern und unser Leben enorm bereichern werden. Wir sollten gleich heute damit anfangen.