Wie du deine Sensibilität zu deiner größten Stärke machst

· 22. März 2017

Laut der Forscherin Elaine Aron sind rund 15-20% der Menschen von Natur aus hochsensibel. Diese Menschen – die dazu neigen, sich aufgrund ihrer Sensibilität überreizt, emotional reaktiv und empathisch zu fühlen – werden von der Gesellschaft nicht immer gut angenommen.

Leider tendieren die Menschen heutzutage dazu, Sensibilität zurückzuweisen, denn sie wird oft mit Schwäche in Zusammenhang gebracht. Aus diesem Grund unterdrücken die meisten Menschen ihre Sensibilität, ohne dabei zu realisieren, dass sie eine unbezahlbare Stärke ist, wenn sie richtig entwickelt und gefördert wird.

Aber deine eigene Sensibilität zu verneinen und deine Gefühle, besonders die negativen, zu unterdrücken, führt nur dazu, dass diese Gefühle weiterhin bestehen und zu ungelösten Problemen werden. Dir deiner eigenen Sensibilität bewusst zu sein und sie auszudrücken, erlaubt es dir, emotionale Energie auszuleben, welche kreativ und konstruktiv genutzt werden kann.

Entschuldige dich niemals dafür, sensibel oder emotional zu sein. Lass diese Umstände ein Zeichen dafür sein, dass du ein großes Herz und keine Angst davor hast, dass andere das sehen könnten. Deine Emotionen zu zeigen ist ein Zeichen für Stärke.

Brigitte Nicole

Sensibilität ist natürlich

Sensibilität ist die Fähigkeit, Informationen mit Hilfe des Nervensystems zu sammeln. Sie ist natürlich und deshalb weder gut noch schlecht. Sie ist wie ein sensibles Mikrophon, das selbst die kleinsten Geräusche wahrnimmt.

Das Nervensystem von sensiblen Menschen kann Emotionen anderer Menschen, das Wetter, Blitze, Geräusche, Gerüche und noch viel mehr wahrnehmen. Daraufhin produziert es Gedanken, Gefühle, Emotionen und Handlungen.

Akzeptiere deine Emotionen

Um Sensibilität zu einer Stärke zu machen musst du dich selbst akzeptieren und wissen, wie du mit deinen Emotionen umgehst, sodass sie zu deinem Vorteil werden. Diese Kontrolle ist nicht dafür gedacht, deine Emotionen zu unterdrücken oder zu verneinen, sondern um sie zur richtigen Zeit und auf die richtige Art und Weise auszudrücken.

Das Unterdrücken oder Vermeiden von Emotionen führt oft zu sogenannten Meta-Emotionen oder in anderen Worten, Emotionen über Emotionen. Zum Beispiel sauer zu sein, weil du traurig bist, oder dich schuldig zu fühlen, weil du aufgeregt bist.

Um deine Sensibilität zu einer Stärke zu machen, musst du die Emotion so erleben, wie sie ist, und sie akzeptieren.

Viele Menschen üben bewusst oder unbewusst vermeidende Verhaltensweisen aus, die sie davon abhalten, positive und negative Emotionen zu spüren. Ihre Sensibilität kann dazu führen, dass Dinge überfordernd erscheinen, deshalb gehen sie ihnen absichtlich aus dem Weg.

Das kann etwas so Simples sein, wie den Fernseher nach der Arbeit einzuschalten, um zu vermeiden, über die Probleme des Tages nachdenken zu müssen. Oder Alkohol zu trinken (oder andere Substanzen zu konsumieren), um die Stimulation durch komplexe soziale Umgebungen abzuschwächen. Dies sind einige Wege, um seine Emotionen zu ignorieren, Ausreden, um nicht mit ihnen umgehen zu müssen. Aber sie sind nicht die einzigen.

Um dieser natürlichen Tendenz entgegenzuwirken, musst du dir die Emotion eingestehen, wenn sie da ist, akzeptieren, wofür sie steht, sie fühlen, ohne zu urteilen und die körperlichen Reaktionen, die dich schließlich dazu anstoßen, sie loszulassen, akzeptieren.

Sensiblität, Leidenschaft und Kreativität

Oft sind sensible Menschen auch leidenschaftlich und kreativ. Sie sind oft Künstler, denn sie sind sich ihrer Emotionen bewusster und fähiger dazu, sie anderen durch ihre Arbeit zu kommunizieren.

Leider schätzt Erziehung wissenschaftliche und geschäftliche Fähigkeiten oft mehr – und das schon von Kindesbeinen an. Das bringt Kinder weg von artistischem Ausdruck und reduziert ihn auf eine bloße Ergänzung zur Erziehung, die ignoriert wird, wenn „wichtigere Aufgaben“ mehr Zeit erfordern.

Allerdings spürt jeder von uns eine Leidenschaft für etwas, ungeachtet dessen, was andere denken. Diese starken Gefühle sollten ausgedrückt werden, denn sie werden wie ein Kompass funktionieren, der dir sagen wird, was du mit deiner Zeit machen willst.

Entspanne dich und reflektiere

Sensible Menschen neigen dazu, sehr reflektiv zu sein. Sie sind es besonders dann, wenn sie zu viel Zeit in intensiven Umgebungen, die besonders überfordernd für sie sind, verbringen. Für sensible Menschen ist es eine gute Idee, Zeit zu finden, um Reflektionsübungen zu machen, die sie auch in ein Tagebuch schreiben. Das wird ihnen mehr Zeit geben, um ihre Level von externer Überstimulation zu verringern.

Wenn du dir einen Moment Zeit nimmst, um innezuhalten und nachzudenken, dann wirst du dir deiner eigenen Situation und der Dinge, die dich jeden Tag subtil beeinflussen, bewusster.