Wenn du dich in der Einsamkeit einsam fühlst, dann ist sie ein kein guter Weggefährte

· 24. März 2017

In letzter Zeit fühle ich mich etwas einsam, obwohl ich an meiner Seite Menschen habe, die jeder gern in seinem Leben hätte. Ich fühle mich allein und ich kann einfach nicht verstehen, wieso. Aber ich muss auch sagen, wenn ich in meinem Zimmer bin und da niemand ist, der meinen eigenen Lärm übertönt, dann fühle ich mich noch einsamer.

Ich weiß, dass diese Einsamkeit kein guter Weggefährte ist. Ich fühle mich einsam, wenn ich allein bin und das ist schrecklich. Ich will gar nicht hören, was ich mir selbst zu sagen habe und ich habe das Gefühl, der traurigste Mensch der Welt zu sein. Noch dazu ist meine Panik, die ich vor der Stille habe, so ausgeprägt, dass ich sie ständig vermeide, weil ich mich in ihr nicht beschützt und verletzlich fühle.

Es gibt viele Menschen, die das schon einmal erlebt haben und vielleicht machst auch du gerade solche Momente durch. Das ist normal und du musst dich deswegen nicht schämen. Wir können uns leicht leer fühlen und uns allen macht die Vorstellung Angst, dass wir das eines Tages erleben.

Die Einsamkeit ist nicht immer etwas Schlechtes

Wenn jemand den Schatten der Einsamkeit aufkommen sieht, so kann er sich häufig beim Versuch beobachten, ihn schönzureden, damit keine Leere entsteht, oder er vergräbt sich in der Melancholie der Einsamkeit. Bei diesem Zustand ist das Einzige, das wir erfahren, Schmerz, und wir vergessen mehr oder weniger, woher dieser eigentlich kommt.

Der erste unabdingbare Schritt, um gegen dieses so grauenvolle Unbehagen, das es unmöglich macht, zu genießen, was man alles in seinem Leben hat, anzukämpfen, besteht darin, ihm die Stirn zu bieten und es anzunehmen. Ja, wir müssen dem, was uns passiert, einen Namen geben, denn nur so können wir diese Gefühlslage identifizieren und ihr entgegenwirken, wenn sie einmal wieder schwer auf uns lastet und alles andere als hilfreich ist.

„Sich einsam zu fühlen, ist nicht das Gleiche wie allein zu sein:
Allein zu sein kann eine angenehme Erfahrung sein,
die du hin und wieder brauchst, um Energie zu tanken oder etwas Kreatives zu machen…
Aber sich einsam und isoliert zu fühlen, schadet uns Menschen;
du wirst dadurch weniger kreativer, weniger intelligenter und deine Gesundheit leidet darunter.”

Elsa Punset

Die Einsamkeit muss nicht zwingend etwas Schlechtes sein. Dich von dieser Aussage zu überzeugen, ist der nächste Schritt: Es geht darum, anzuerkennen, dass die Wehrlosigkeit nur das Trugbild eines Herzens ist, dem es an Willenskraft fehlt. Das soll heißen, dass allein zu sein zu einer großartigen Möglichkeit werden kann. Wir können umgeben von der Einsamkeit spazieren gehen, reisen, lesen, meditieren, etc. Vielleicht ist das die mutigste Art und Weise, sich zu entdecken und damit anzufangen, sich selbst zu lieben, denn wir können nicht von anderen erwarten, dass sie uns Wärme spenden, wenn wir nicht dazu in der Lage sind, uns selbst Wärme zu schenken.

In der Einsamkeit entdecken wir, dass wir nicht einsam sind

Die Einsamkeit kann eine bereichernde Erfahrung sein, die keinem vorenthalten ist. Einsame Momente können Angst machen, aber uns auch erden, beruhigen und uns ein gutes Gefühl geben. Die Einsamkeit, die glücklich macht, zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns selbst in ihr finden und uns akzeptieren, damit wir zu unserem besten Weggefährten werden.

Wir fühlen uns niemals allein, wenn wir es nicht zulassen. Wir finden zu uns selbst, um uns mit anderen zu verbinden und letztendlich, um unser Leben mit den Menschen zu teilen, die uns emotional gesehen am nächsten stehen. Doch ist es nicht so, dass der Mensch, der mir am nächsten steht, ich selbst bin? Wieso sollte ich das ändern?

„Ich bin niemals ganz allein, weil ich immer mich selbst an meiner Seite habe.”

Unbekannter Verfasser

Eines ist auf jeden Fall sicher, und zwar, dass wir mit einem schlagenden Herzen geboren werden, das sich selbst nicht ablehnen kann. Wieso das Ganze nicht vereinfachen und uns an der Möglichkeit erfreuen, das Leben zu genießen? Die beste Art, mit der Einsamkeit umzugehen, ist, sie zu umarmen, um die Bindung zwischen uns und unserer Essenz zu stärken.

Ich will mit jemandem einsam sein, der das ebenfalls sein will

Wir sind nicht einsam, solange wir noch in die Welt hinausschreien können, dass da etwas ist, das uns ausmacht und uns zeigt, dass es wert ist, dafür zu kämpfen. Es ist nicht nur so, dass wir uns haben – auch wenn uns dieses Gefühl blind machen kann – sondern wir wissen, dass es um uns herum Menschen gibt, die es verdienen, wahrgenommen zu werden.

„Die Einsamkeit ist gut, aber du brauchst jemanden, der dir sagt, dass die Einsamkeit gut ist.”

Honoré de Balzac

Es kann gut sein, dass du denkst, dass du an deiner Seite deine Familie, deine Frau, deinen Mann, deine Kinder und auch Freunde hast, aber du dich dennoch einsam und allein fühlst. Wir leben in einer Gesellschaft, die immer mehr mithilfe von Technologie kommuniziert und die der Arbeit mehr Zeit widmen muss und weniger Zeit für persönliche Beziehungen hat. Das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass uns diese Menschen nicht lieben und nicht da sind.

In diesem Fall ist deine Abhängigkeit vielleicht an die Einsamkeit gekoppelt, was dir dieses Gefühl gibt. Es mag sein, dass es gut für dich wäre, dir Freiraum, Hobbys, usw. zu suchen, um dich vollkommen zu fühlen, ohne das Bedürfnis, das teilen zu müssen.