Was dachte Karen Horney über die Psychoanalyse?

1. Januar 2020
Finde in diesem Artikel heraus, welche Theorien Karen Horney auf dem Gebiet der Psychoanalyse entwickelt hat!

Karen Horneys Theorien über die Psychoanalyse stellten die Arbeit Freuds infrage. Sie war eine bemerkenswerte Persönlichkeit und eine der wenigen weiblichen Psychoanalytikerinnen des 20. Jahrhunderts. Horney stimmte Freuds Theorie nicht zu, dass das Geschlecht für die geistige Entwicklung entscheidend ist. Sie glaubte vielmehr, dass die Kultur eine sehr große Rolle bei der Formung der menschlichen Persönlichkeit spielt.

In ihren Theorien über die Psychoanalyse stellte Karen Horney fest, dass die geistige Entwicklung beeinflusst werden kann, wenn eine Person sich in der Kindheit allein gelassen fühlte.

Einige ihre bekanntesten Werke sind Der neurotische Mensch unserer Zeit (1951) und Neurose und menschliches Wachstum (1975).

„Glücklicherweise ist die Psychoanalyse nicht der einzige Weg zur Klärung innerer Konflikte. Das Leben selbst therapiert immer noch sehr effektiv.“

Karen Horney

Karen Horney mit Mutter und Geschwistern.

Karen Horney frühe Jahre

Die Psychoanalytikerin wurde als Karen Danielson am 16. September 1885 in Hamburg geboren. Ihr Vater war ein Kapitän der Marine und ihre Mutter Hausfrau. Sie hatte fünf Geschwister.

Karens Mutter liebte ihren Ehemann nicht, was sich auf die junge Karen nachhaltig auswirkte. Ihre Mutter ermutigte sie, ein Medizinstudium aufzunehmen, um mit den Geschlechterrollen zu brechen.

Während ihres fortgesetzten Medizinstudiums an der Charité in Berlin traf sie den Neurologen und Psychiater Karl Abraham. Er brachte ihr die Psychoanalyse näher.

Die Abkehr von Freud

Karen Horney heiratete den Wirtschaftsfachmann Oskar Horney. Ihre Ehe war für Karen allerdings in sexueller Hinsicht nicht befriedigend. Ihre bereits vorhandenen Depressionen nahmen dadurch zu. Karl Abraham war der Auffassung, dass ihre Themen mit einem inzestuösen Verlangen nach ihrem Vater in Zusammenhang zu bringen seien. Dem widersprach sie. Es brachte sie dazu, ihre Ansichten über die Psychoanalyse zu ändern.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus.

Karen Horney im Alter.

Karen Horney: Theorien über die Psychoanalyse

Horney lehnte Freuds Penisneid-Theorie komplett ab. Zuerst einmal ging sie davon aus,  dass Minderwertigkeitskomplexe und sexuelle Hemmungen bei Frauen nicht von ihrer anatomischen Veranlagung herrührten. Sie nahm mit großer Sicherheit an, dass diese das Ergebnis einer restriktiven Erziehung waren. Dadurch würde Frauen ihre Weiblichkeit verweigert.

Horney stimmte der Theorie zu, dass die Phase der Kindheit für die Entstehung einer Neurose entscheidend ist. In diesem Zusammenhang glaubte sie auch, dass die Zuneigung der Eltern oder der Mangel daran die geistige Gesundheit eines Kindes beeinflusst.

Sie stellte vor allem fest, dass bei einem Kind Frust und Schüchternheit entstehen können, wenn die Eltern die Bedürfnisse des Kindes nach Nähe nicht befriedigten. Beim Kind führe dies zu einem Gefühl von Feindseligkeit. Diese Feindseligkeit gäbe den Anlass zu selbstzerstörerischen Tendenzen und erschwere das Knüpfen von Freundschaften. Daraus könnten sich Angststörungen entwickeln.

Karen Horney mit Schülern

Von der Psychoanalyse zum Humanismus

Horney gründete in den Vereinigten Staaten die National Association for the Advancement of Psychoanalysis (NAAP). Persönlichkeiten wie Erich Fromm, Harry Sullivan und Margaret Mead waren dort regelmäßig zu Gast.

Erich Fromm und seine humanistische Philosophie beeindruckten Karen Horney sehr. Ihre Beziehung war jedoch von Eifersucht und Streitigkeiten geprägt. Deshalb kam ihre Zusammenarbeit schlussendlich zum Erliegen.

Karen Horney ist als eine der Gründerinnen der humanistischen Bewegung anerkannt.