Warum lernen manche Menschen nicht aus ihren Fehlern?

Eine positive Fehlerkultur hilft uns, zu lernen und zu wachsen. Wir dürfen jedoch nicht einfach die Augen verschließen oder die Verantwortung leugnen. Nur wer seine Fehler erkennt, kann daraus lernen.
Warum lernen manche Menschen nicht aus ihren Fehlern?

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2022

Es gibt Menschen, die nicht aus ihren Fehlern lernen. Sie stolpern zehnmal über denselben Stein, halten ihn fest und tragen ihn auf ihrem Rücken. Kognitive Unbeholfenheit oder emotionale Unreife bringt sie dazu, immer wieder Fehler zu machen, die für andere offensichtlich sind.

Wir sind alle geschickt darin, den Splitter im fremden Auge, aber nicht den Balken im eigenen zu sehen. Natürlich machen wir alle Fehler und wiederholen diese auch: Es gibt Personen, die sich immer wieder auf denselben Persönlichkeitstyp einlassen, sich auf unmögliche Ziele konzentrieren oder immer wieder dieselben Missgeschicke provozieren.

Ist es Sturheit? Manchmal, ja. Ist es Naivität? Vielleicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, über folgendes Zitat von Albert Einstein nachzudenken: “Die Definition von Wahnsinn: Das Gleiche immer und immer wieder tun und ein anderes Ergebnis erwarten.

Nur wenn wir Fehler erkennen, können wir daraus lernen und alternative Verhaltensweisen entwickeln. Wir versuchen deshalb anschließend die Frage zu beantworten, warum es uns manchmal so schwerfällt, dies tatsächlich zu erreichen.

Mann fragt sich: Warum lernen manche Menschen nicht aus ihren Fehlern?

Warum lernen manche Menschen nicht aus ihren Fehlern?

Bevor wir versuchen, diese Frage zu beantworten, erinnern wir daran, dass es verschiedenste Arten von Fehlern gibt. Manchmal vertrauen wir den falschen Personen, wir setzen uns unmögliche Ziele oder wir begehen Fehler, die mit Ethik und Moral zu tun haben. Schwerwiegende Fehler fügen anderen Leid zu, was zu einer Gefängnisstrafe führen kann. Nur wenn wir uns über den verursachten Schaden bewusst sind und uns in die Lage anderer einfühlen können, können wir verhindern, denselben Fehler noch einmal zu begehen.

Schuld und Scham

Wir schämen uns für unsere Fehler und empfinden normalerweise Schuldgefühle, wenn wir damit anderen schaden. Scham und Schuldgefühle helfen uns zu lernen und denselben Fehler nicht noch einmal zu machen. Doch manchen Menschen fehlen diese Gefühle.

Eine Studie der George Mason Universität aus dem Jahr 2014  zeigt das deutlich: Darin wurden 500 Straftäter befragt, was es den Wissenschaftlern ermöglichte, zwei Profile zu differenzieren: Personen mit Schuldgefühlen und dem Willen, sich zu verbessern, und Straftäter, die die Schuld äußeren Faktoren und nicht sich selbst zuschrieben und deshalb nicht bereit waren, Verantwortung zu übernehmen.

Frau stellt sich die Frage: Warum lernen manche Menschen nicht aus ihren Fehlern?

Die A1-Mutation erklärt, warum manche Menschen nicht aus ihren Fehlern lernen

Tilmann Klein und Dr. Markus Ullsperger vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig behaupten zu wissen, warum manche Menschen nicht aus ihren Fehlern lernen. Der Ursprung ist genetisch bedingt und zwar durch eine A1-Mutation.

  • Diese Mutation reduziert die Anzahl der D2-Rezeptoren im Gehirn, an die sich Dopamin bindet.
  • Was sind die Folgen? Dopamin fördert Lernprozesse, die Motivation, das Lustempfinden und das Belohnungsgefühl. Wenn es an diesem Neurotransmitter mangelt, sind Betroffene nicht motiviert, ihre Fehler zu korrigieren, sich zu verbessern oder Neues zu lernen. In diesem Fall handelt es sich also um eine genetische Ursache.

“Ich bin unschuldig!”

Natürlich gibt es auch viele Menschen, die ihre Verantwortung einfach ignorieren und die Schuld anderen in die Schuhe schieben. Dies zeugt von Unreife und Verantwortungslosigkeit, schadet im Endeffekt jedoch besonders der Person, die dieses Verhalten zeigt. 

Wir alle machen Fehler, zu einem Problem wird das erst, wenn wir nicht bereit sind, sie zu erkennen und es das nächste Mal besser zu machen. Es handelt sich um einen Lernprozess, der uns auf unserem Weg nützlich ist, wenn wir Verantwortung übernehmen.

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  • Baumeister, R. F., Stillwell, A. M., Heatherton, T. F. (1994). Guilt: An interpersonal approach. Psychological Bulletin, 115, 243267.