Warum halten Eltern ihre Babys auf der linken Seite?

14 August, 2020
Verschiedene Studien haben ergeben, dass Babys sich schneller beruhigen, wenn sie auf der linken Seite gehalten werden. Hast du dich jemals gefragt, was der Grund dafür sein könnte? Wir verraten es dir heute!

Eine amüsante Tatsache zum Einstieg: In einer Studie wurden 477 Bilder der Jungfrau Maria untersucht. Auf 373 dieser Bilder hielt sie ihr Kind auf der linken Seite. Diese Beobachtung ist heute nach wie vor gültig: Babys beruhigen sich, wenn sie auf der linken Körperseite gehalten werden. Daher tun 80% der Mütter dies auch ganz instinktiv.

Eine einfache und dennoch rätselhafte Tatsache: Viele Mütter bemerken, dass ihre Babys sich beruhigen, wenn sie sie auf der linken Seite an ihrem Körper halten. Menschen sind kurz nach der Geburt und in den ersten Lebensmonaten besonders zerbrechlich und hilfsbedürftig. Außerdem benötigen sie sehr viel Zeit für ihre eigene Entwicklung.

Besonders in den ersten Lebensmonaten nehmen Mütter eine sehr aktive Rolle bei der Ernährung und Betreuung ihrer Kinder ein. Vielleicht hat das Baby Probleme beim Säugen und die Mutter muss dem Neugeborenen dabei helfen und ihm zeigen, wie das genau funktioniert.

Desmond Morris veröffentlichte in seinem Buch Der nackte Affe einige in den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführte Studien, welche ergaben, dass sich Babys beruhigen, wenn du sie auf deiner linken Seite hältst. Unbewusst machen dies auch über 80% der Mütter so. Aber warum eigentlich?

“Babys sind die Knospen des Lebens, bereit, wie eine frische Blume zu blühen, um die Menschheit zu erneuern.”

– Debasish Mridha –

auf der linken Seite - Baby auf der Schulter des Vaters

Babys auf der linken Seite halten

In den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführte Studien ergaben, dass Mütter ihre Babys auf der linken Seite hielten und sie auf dieser Körperseite anlehnten, um die rechte Hand frei zu haben. Die meisten Mütter waren Rechtshänderinnen. Daher vermuteten die Forscher, dass dies der Grund dafür sei, warum sie ihre Babys auf der linken Seite hielten.

Weitere Studien, die mit linkshändigen Müttern durchgeführt wurden, wollten untersuchen, ob diese Mütter ihre Babys auf der rechten Seite hielten. Allerdings war das Ergebnis erstaunlich: 78 % der linkshändigen Mütter hielten ihre Kinder dennoch auf der linken Seite. Dieses Resultat widerlegte die bisherige Hypothese.

Später wurde den Forschern klar, dass dieses Verhalten nicht nur eine simple Geste war, sondern auch einen Einfluss auf die Babys hatte. Die Studie ergab, dass Babys sich schneller beruhigen, wenn sie auf der linken Seite gehalten werden. Das war eine wirklich sehr interessante Erkenntnis.

auf der linken Seite - Baby im Mutterleib

Warum beruhigen sich Babys schneller in dieser Position?

Im Verlaufe weiterer Studien stellten die Forscher eine weitere interessante Hypothese auf. Alles deutete darauf hin, dass die Babys im Mutterleib auf den Herzschlag der Mutter fixiert sind.

Der Mutterleib ist alles, was sie in ihrem bisherigen Leben kennengelernt haben. Und der Herzschlag ist ein Teil dieser Welt. Nach der Geburt muss sich das Neugeborene erst an eine vollkommen neue Welt gewöhnen. All diese Reize können für das Baby sowohl aufregend und spannend, aber auch sehr unangenehm sein. Denn es gibt keinen ruhigeren und sichereren Ort als den Mutterleib.

Obwohl es durchaus möglich ist, dass einige Aspekte der Außenwelt sie an den Mutterleib erinnern, gibt es nichts, was mit dem Herzschlag der Mutter mithalten kann. Wenn Mütter ihre Kinder auf der linken Seite halten, dann können die Kleinen wieder ihren Herzschlag hören. Es ist ein vertrautes Geräusch, das den Babys ein Gefühl größerer Sicherheit vermittelt. Daher beruhigen sie sich auch schneller in dieser Position.

auf der linken Seite - Eltern mit Neugeborenem

Interessante Fakten über diese Studien

Die Experimente, die von Morris veröffentlicht wurden, unterstützen ebenfalls die Hypothese, dass Babys sich schneller beruhigen, wenn Eltern sie auf der linken Seite halten.

Auf der Kinderstation eines Krankenhauses wurden Babys in zwei Gruppen aus jeweils neun Kindern aufgeteilt. Einer der Gruppen wurde eine Aufnahme eines menschlichen Herzschlages vorgespielt, der anderen Gruppe nicht.

Bis zu 60 % der Babys aus der Gruppe, die den Herzschlag nicht hörten, waren unruhig. In der anderen Gruppe waren dies nur 38 % der Kinder. Darüber hinaus zeigte sich bei der letzteren Gruppe eine Gewichtszunahme. In einem ähnlichen Experiment wurde herausgefunden, dass die Kinder, die den Herzschlag hörten, schneller einschliefen als die Babys, die ihn nicht hörten.

Einige Experten glauben, dass diese frühen und ursprünglichen Gefühle dazu führen, dass wir unsere Gefühle eher in unserem Herzen als in unserem Gehirn verorten.

Darüber hinaus wirkt Musik, die ähnliche Rhythmen wie ein Herzschlag hat, auch auf Erwachsene beruhigend. Es gibt Gefühle, mit denen wir geboren wurden und die nicht verschwinden.

Maldonado, M., Lecannelier, F., & Lartigue, T. (2008). Aspectos evolutivos de la relación madre-bebé. Perinatología y reproducción humana, 22(1), 15-25.