Sobekneferu: Ägyptens erste Pharaonin

6. Juli 2019
Sobekneferu gilt als die erste Pharaonin Ägyptens. Ihr außergewöhnliches Leben und ihre Regentschaft verdienen es daher, dass wir uns näher mit ihr beschäftigen.

Der Name Sobekneferu bezeichnet „die Schönheit aus Sobek“. Diese Frau war die erste Pharaonin in Ägypten. Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, verlebte sie in der damaligen männer-dominierten Welt ein wahrlich außergewöhnliches, aufregendes und auch sehr turbulentes Leben. Lasse dich ein wenig von ihrer Geschichte inspirieren und erfahre, wie sie ihre Rolle als Königin in der damaligen Männerwelt ausgefüllt hat.

Sobekneferu hatte eine sehr starke Persönlichkeit. Sie nutzte konsequent ihre Zielstrebigkeit, ihre große Intelligenz und ihre taktischen und strategischen Fähigkeiten, um sich die Anerkennung und den Respekt ihres Volkes zu erarbeiten. Da es bis zu ihrer Regentschaft nur männliche Pharaonen gab, arbeitete sie sehr hart daran, ihre Machtposition als Frau zu festigen und zu behaupten. Und dabei war sich außergewöhnlich erfolgreich.

Sobekneferu - Statue

Wer war Sobekneferu?

Sie war die letzte Herrscherin der 12. Dynastie (Mittleres Reich) in Ägypten. Da es keine männlichen Thronfolger gab, sollte ursprünglich ihre ältere Schwester, Neferuptah, den Thron besteigen. Allerdings verstarb diese noch vor ihrem Vater, Amenemhet III. Aus diesem Grund wurde Sobekneferu die erste Frau, die den Königsthron in Ägypten bestieg.

Ihre Regentschaft dauerte 3 Jahre und zehn Monate. Während dieser Zeit schuf sie wenige, für die damalige Zeit dennoch sehr bedeutende, architektonische Meisterwerke. Dazu gehören unter anderem der Totentempel ihres Vaters Amenhemhet III. Dieser Tempel ist auch bekannt als das Labyrinth des Herodot. Außerdem entstanden weitere Bauwerke in Herakleopolis Magna.

Alte Quellen berichten von ihrer großen Ausdauer. Aufgrund ihres außergewöhnlichen Mutes, ihres starken Charakters sowie ihrer großen Intelligenz wird sie als eine der besten Herrscherinnen im alten Ägypten bezeichnet.

Sobekneferu - Wandbild

Was ist so besonders an dieser Pharaonin?

Sobekneferu entsprach in keiner Weise den gängigen Rollen-Klischees der damaligen Zeit. Obwohl sie als weiblicher Pharao regierte, trug sie die Kleidung und Insignien ihrer männlichen Vorgänger.

Allerdings nutzte sie weibliche Pronomen in ihrem Titel. Das unterscheidet sie von einigen ihrer Nachfolgerinnen. Denn diese behielten die traditionelle männliche Form bei. Somit folgten nicht alle dem Vorbild von Sobekneferu. Außerdem gibt es einige Portraits und Statuen, die die ägyptische Königin in ungewöhnlicher Bekleidung darstellen.

Darüber hinaus ist sie geschmückt mit den typischen Symbolen der Macht. So versuchte sie bereits in der damaligen Zeit, weibliche und männliche Symbole gleichzusetzen. Damit war sie eine Vorreiterin der Gleichstellung von Männern und Frauen. Außerdem wollte sie die Existenz von Frauen in Führungspositionen etablieren und dafür die Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen.

Da es zu ihrer Zeit als Schande oder Makel angesehen wurde, eine Frau zu sein und die Meinung vorherrschte, dass Männer den Frauen überlegen seien, versuchte sie vorzugeben, ein Mann zu sein. Vermutlich waren ihre Bemühungen, alte Symbole zu feminisieren, eine Möglichkeit für sie, ihre Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Durch die Mischung männlicher und weiblicher Attribute versuchte Sobekneferu außerdem, das klassische Bild eines ehrenwerten Pharaos aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig erweiterte sie dieses aber noch um die Tatsache, dass sie eine Frau war.

Aufgrund ihrer zahlreichen Bemühungen im Kampf um die Gleichheit der Geschlechter ist sie ein beeindruckendes, starkes, mutiges und ausdauerndes Vorbild für alle, die sich ebenfalls um Gleichstellung der Geschlechter bemühen.

Was kannst du von Sobekneferu lernen?

Lasse dich von ihr inspirieren! Wir alle können unser Leben selber in die Hand nehmen und den Verlauf unseres Schicksals beeinflussen.

Genau wie bei Sobekneferu ist ein starker Wille zum Erfolg genau das, was du brauchst, um ebenfalls in die Geschichte einzugehen.