Persönlichkeit: 3 Ansätze, um sie zu studieren

25. April 2019

Jeder glaubt, zu wissen, was Persönlichkeit ist, aber niemand kann sie in Worte fassen und eindeutig definieren. Auch viele Autoren haben ihre eigene Definition des Begriffs und dies ist eines der Hauptprobleme beim Studium der Persönlichkeit. Trotzdem ist die „Persönlichkeit“ als Konstrukt bekannt, das aus bestimmten Verhaltensmerkmalen besteht.

Was ist das Problem, wenn wir die Persönlichkeit studieren wollen?

Es gibt viele methodologische Probleme beim Studium der Persönlichkeit. Eines dieser Probleme ist, dass es kein Werkzeug gibt, Persönlichkeitsmerkmale objektiv zu messen.

In diesem Artikel wollen wir die verschiedenen Ansätze bzw. Modelle vorstellen, die Einfluss auf die Persönlichkeitsforschung genommen haben. Die drei Hauptansätze sind die Merkmalstheorie, der Situationismus und der Interaktionismus.

Merkmalstheorie

Diese Theorie geht davon aus, dass die Persönlichkeit ein grundlegend aktiver und bestimmender Faktor für das Verhalten eines Menschen sei. Dieser Ansatz fokussiert sich auf die individuellen Merkmale des Subjekts. Daher betont diese Theorie die Persönlichkeitsmerkmale jedes Einzelnen.

Ein Mann mit einem roten Pulli lehnt an einer Wand.

Außerdem geht dieser Ansatz davon aus, dass die Persönlichkeit einer Person in verschiedenen Situationen stets gleich bleibe und im Wesentlichen unveränderbar sei. Deshalb gilt, wenn wir bestimmte Merkmale identifizieren und isolieren können, können wir das zukünftige Verhalten dieser Person vorhersagen. Diese Theorie ist die Grundlage für viele Persönlichkeitstests, die weiterhin auf dem Modell der Big Five, das auch Fünf-Faktoren-Modell genannt wird, beruhen.

Diese Theorie ist etwas veraltet und wird heute als wenig realistisch betrachtet. Selbst für das ungeschulte Auge ist es offensichtlich, dass Menschen ihr Verhalten je nach Situation ändern. Zum Beispiel verhalten wir uns in unserer Familie nicht so wie gegenüber unseren Freunden.

Der Versuch, die Persönlichkeit einer Person durch die Analyse nur einiger stabiler Faktoren zu kategorisieren, ist eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Die aus Persönlichkeitstests gewonnenen Daten geben eher Aufschluss über das Selbstverständnis des Subjekts als über seine wahre Persönlichkeit.

Situationismus

Diese Theorie geht davon aus, dass Personen passiv seien und auf gegebene Situationen nur reagieren. Daher seien situative Variablen diejenigen, die das Verhalten einer Person beeinflussen. Aber dieser Ansatz berücksichtigt nicht die Eigenschaften einer Person. Stattdessen basiert er auf der Annahme, dass alles Verhalten erlernt sei.

Obwohl diese Theorie realistischer ist, ist sie auch fehlerhaft, da sie keine persönlichen Variablen berücksichtigt, obwohl es offensichtlich ist, dass die Einstellung einer Person ihr Verhalten beeinflusst. Wenn dies nicht der Fall wäre, würden wir uns alle in denselben Situationen gleich verhalten.

Interaktionismus

Dieser Ansatz versucht, die vorherigen Theorien miteinander zu kombinieren. Das heißt, dass das Verhalten durch die Wechselwirkung zwischen der inneren Disposition und situativen Faktoren bestimmt wird. Diese Theorie besagt, dass die Persönlichkeit ein Produkt der Interaktion des Subjekts mit seiner Umwelt sei.

Ein Chef lobt die Arbeit seiner Angestellten.

Dieser Ansatz definiert die Person als ein aktives Subjekt, das seine Welt durch eigene Wahrnehmung beobachtet und Verhalten konstruiert. Die Wechselwirkung zwischen Persönlichkeitsvariablen und situativen Faktoren führe dieser Theorie zufolge dazu, dass wir uns auf die eine oder andere Weise verhalten. Auch hier bleibt allerdings das Problem bestehen, dass es schwierig ist, genau zu studieren, was die Persönlichkeit ausmacht. Trotz dieser Tatsache ist es definitiv ein interessanter Ansatz, um das Konzept der Persönlichkeit besser zu verstehen.