So kannst du heikle Gespräche lösen

Ein Gastbeitrag von Carolin Mallmann. Mit dieser Methode aus dem NLP Coaching kannst du dich auf heikle Gespräche vorbereiten und dich in die Lage der anderen Person versetzen.
So kannst du heikle Gespräche lösen

Geschrieben von Carolin Mallmann

Letzte Aktualisierung: 06. Juli 2022

Im Laufe unseres Berufslebens führen wir viele Gespräche mit Mitarbeitern, Kollegen, Vorgesetzten – und dabei geht es nicht immer nur um die Beförderung, die Gehaltserhöhung und die positiven Aspekte unserer täglichen Arbeit. Sicher warst du auch schon einmal in der Situation, in der dir vor einem anstehenden Gespräch ganz flau in der Magengegend wurde, du Bammel hattest oder unsicher warst, wie dieses Gespräch wohl ausgehen würde.

Viele von uns gehen dann schier endlose Gedankenschleifen in ihrem Kopf durch: “Wenn er oder sie…, dann…”, “Sicher wird es wieder so sein, dass… “ und treffen dann vielleicht Vorannahmen, die für den Verlauf des Gesprächs nicht förderlich und hilfreich sind oder sie in einen negativen Gefühlszustand versetzen. Anderen fällt es schwer, sich in die Position der anderen Person hineinzuversetzen, obwohl genau das oft dazu führt, dass wir uns selbst in unseren Reaktionsmustern einschränken.

Ich bezeichne diese Art von Gesprächen in diesem Artikel als “heikle Gespräche” – und heute möchte ich dir eine Methode aus dem NLP Coaching aufzeigen, mit der du dich mental auf schwierige und wichtige Gespräche vorbereiten kannst. Vielleicht ist das ein Streitgespräch, eine Gehaltsverhandlung oder ein Thema, das du schon immer mit einem Menschen besprechen wolltest, der dir nahesteht. Es geht darum, einen kühlen Kopf zu bewahren, dann, wenn es für dich wichtig ist: wenn ein Gespräch entscheidend ist – z. B. über deinen weiteren Karriereweg, eine Freundschaft oder Beziehung.

heikle Gespräche im Büro

Beantworte für diese Übung die folgenden Fragen für dich und gehe die folgenden Schritte durch, um dich auf heikle Gespräche vorzubereiten:

Schritt 1: Was ist das Thema des Gesprächs?

Beschreibe nach Möglichkeit in einem Satz, was ganz konkret das Thema des heiklen Gesprächs sein wird. Was wünschst du dir als Ergebnis?

Schritt 2: Wie siehst du die Situation?

Beschreibe dann, wie sich die Situation aus deiner Sicht darstellt. Spüre dich voll und ganz in das Thema ein. Nutze hierfür auch gern eine repräsentative Situation, die es in der Vergangenheit einmal gegeben hat. Wenn es um einen Konflikt geht, dann kannst du dich z. B. in das Ereignis zurückversetzen, das dich gestört hat, oder in der ein anderer Mensch etwas getan hat, das dich negativ beeinflusst hat. Mal angenommen, du befindest dich jetzt in dem Gespräch, was siehst du? Was fühlst du? Was wird in der Situation gesagt (von dir sowie von der anderen Person)?

Schritt 3: Wie blickt dein Gesprächspartner auf die Situation?

Beschreibe das Thema, um das es geht, nun aus der Sicht deines Gesprächspartners. Spür dich komplett in seine Lage hinein, trete quasi “in seine Schuhe” und erlebe die Situation aus seiner Perspektive. Dann beantwortest du dieselben Fragen wie oben, nur aus seiner/ihrer Sicht: Mal angenommen, du befindest dich jetzt in dem Gespräch, was siehst du? Was fühlst du? Was wird in der Situation gesagt?

Schritt 4: Was würde eine neutrale Person über die Situation sagen?

Nachdem du dich in beide Perspektiven eingefühlt hast, ist es an der Zeit in die Rolle eines neutralen Beobachters zu schlüpfen. Was würde jemand, der völlig unbeteiligt ist, über die Situation sagen? Was geht dort vor sich? Wie verhalten sich die beiden hier involvierten Menschen?

Gespräche im Büro

Schritt 5: Was würde zu einem guten Ausgang des Gesprächs führen? Welche Dinge würden der Beziehung helfen?

Nun fragst du dich, welche Dinge dazu führen würden, dass sich die Beziehung verbessert – und zu einem guten Ausgang des Gesprächs führen würden. Das können z. B. Ressourcen sein wie mehr Empathie füreinander, aktives Zuhören, Selbstliebe, “an einem Strang ziehen”. All die Dinge, von denen du glaubst, dass sie einen positiven Beitrag aus Sicht beider Parteien darstellen würden. Stelle dir dann vor, wie du diese Ressourcen euch beiden sendest. Tu mal so als wären diese Ressourcen schon längst vorhanden.

Das Tolle an dieser einfachen Methode ist, dass du sie durchführen kannst, ohne dass dein Konflikt- und/oder Gesprächspartner überhaupt anwesend sein muss. Und trotzdem wirst du merken, dass die Übung den Verlauf des Gesprächs in positiver Weise beeinflusst. Dadurch, dass du dich in die Position der anderen Person versetzt, erhältst du ganz andere Perspektiven auf den Konflikt. Du findest vielleicht einen mitfühlenderen Umgang mit ihr und auch mit dir selbst. Die Ressourcen führen dazu, dass das, worauf es im Gespräch wirklich ankommt, für dich schon gedanklich da ist. Dadurch verändert sich dein Fokus vor allem hin zu einem positiven Gesprächsausgang.

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