Silver Linings: Eine Lektion, wie man mit Wut umgeht

· 11. Februar 2016

Der Film Silver Linings  erzählt die Geschichte von Pat Solatano (Bradley Cooper), einem jungen Mann, der gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurde. Pats Problem war, dass er Monate zuvor den Liebhaber seiner Ex-Frau angegriffen hatte. Sobald er dann seine Strafe abgesessen hat, zieht er wieder in seinem Elternhaus ein. Seine Eltern hoffen, dass ihr Sohn sich wieder erholt und sein Leben wieder in den Griff bekommt – mit Hilfe von Optimismus und seiner Leidenschaft, für das lokale Football-Team zu spielen. Alles verändert sich, als er Tiffany (Jennifer Lawrence) trifft, eine sorgenvolle, junge Frau, die ihm anbietet, ihm dabei zu helfen, seine Frau zurückzugewinnen.

Wie man Wut abbauen und eine positive Haltung entwickeln kann

Der Film von David O. Russell handelt von zwei starken Emotionen: Wut und Großzügigkeit. 

In Hinblick auf Wut enthält er eine unbestreitbare Wahrheit: Wir alle haben schon einmal die Kontrolle über uns verloren. Wir müssen dazu nicht Details nennen und uns irgendwelche alten Geschichten anschauen, die ohne Zweifel wieder einige unangenehme Erinnerungen hochholen würden. Aber wir können nicht von der Hand weisen, dass unsere Nerven an der einen oder anderen Stelle unseres Lebens schon einmal mit uns durchgegangen sind.

Meistens handelt es sich dabei um kurzlebige Irritationen, die keine sonderlich starken Auswirkungen auf unser weiteres Leben haben werden. Aber manchmal können diese negativen Gefühle uns regelrecht verwandeln und aus uns ein ziemlich wütendes und aggressives Monster machen.

Wann sollten wir also beginnen, uns Gedanken zu machen? Nun, wenn Wut ein Teil unserer Persönlichkeit wird und nicht nur in einem dunklen Moment auftaucht. Wenn es da diesen einen Moment gibt, der heraussticht, dann kann er sich immer noch gut in das Gesamtbild fügen. Aber wenn sich diese Momente häufen und beginnen, das Gesamtbild zu prägen, dann sollten wir beginnen, uns Gedanken zu machen. 

Es stimmt schon, dass es gut sein kann, auch mal wütend zu werden. Das ist gesund. Unsere Ablehnung einer bestimmten Situation oder einem bestimmten Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen ist für uns eine Art, wie wir Spannung herauslassen und abbauen können. Es ist unmöglich, immer eitel Sonnenschein zu sein. Und es ist sogar notwendig, immer mal wieder das Gegenteil dessen zu erleben, was wir ja eigentlich anstreben – glücklich zu sein.

Ein wirklich gesunder Mensch ist zufrieden mit seinem Leben – selbst wenn er manchmal von Momenten der Frustration oder des Ärgers eingeholt wird. Mit anderen Worten: Glücklich zu sein ist das Leitbild, an dem sich unser Leben orientiert. Aber dieses Glück können wir aus einer ganz anderen Perspektive betrachten, wenn wir auch mal das Gegenteil davon durchleben. Beide Gefühle sind notwendig.

In Silver Linings  erlebt Pat allerdings mehr als diese einfache Wut. Wenn ihn der Unwille überkommt, setzt er physische Gewalt ein. Kann man das als Symptom sehen? Die Antwort ist ja. In diesem Fall ist die Unterstützung essentiell, um mental wieder zu genesen.

Es ist auch wichtig, sich vor Augen zu halten, dass Unterstützung ein wichtiges Gegenmittel zur Verdrängung ist. Diese zwei Aspekte darf man nicht miteinander verwechseln. Gefühle über einen langen Zeitraum zu unterdrücken kann katastrophale Auswirkungen haben. Gefühle der Wut zu unterdrücken, verursacht nichts als Bitterkeit. Es ist immer wieder notwendig, all diese unangenehmen Gefühle herauszulassen, die wir in uns tragen.

Psychologen sagen: Personen, die regelmäßig und ehrlich ihrem Unmut auf kontrollierte Weise Luft machen, sind vertrauenswürdiger als Personen, die überhaupt nie Gefühlsregungen zeigen. Denn diese Personen können eines Tages explodieren und regelrecht vor Wut platzen. Und dieser Mangel an Kontrolle hat dann oftmals extrem negative Auswirkungen auf ihr Umfeld.

Eine der besten Möglichkeiten, um mit ungewöhnlich starken Anzeichen von Wut umzugehen, ist Sport und Training. Regelmäßige körperliche Aktivitäten, sei es auf dem Sportplatz oder im Fitnessstudio, ist sehr hilfreich, wenn es um körperliche und geistige Ausgeglichenheit geht.

In dem Film besteht Pats Familie aus wirklich exzentrischen und lustigen Charakteren. Aber die Funktion, die sie zu erfüllen hat, ist die eines jeden verantwortlichen Elternteils: dem Sohn der Familie zu helfen, eine schwierige Situation zu meistern – in diesem Fall körperliche Aggressionen zu überwinden.

Silver Linings  vermittelt uns eine Botschaft, die nicht immer sichtbar ist, aber gerade deshalb niemals vergessen werden darf: Die Familie ist wichtig – vielleicht sogar überlebenswichtig, wenn es darum geht, uns zu unterstützen und uns dabei zu helfen, Probleme zu lösen – wie auch immer die aussehen mögen.