Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs): Arten und Symptome

· 7. Februar 2019

Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs, aus dem Englischen für „sexually transmitted diseases“) sind in unserer Gesellschaft nach wie vor verbreitet, einige gar als Epidemien. Medizinische Einrichtungen warnen uns davor, dass die Fallzahlen von Tripper und Syphilis heute wieder zunehmen. Dies ist eine besorgniserregende Tatsache, die einen klaren Anspruch mit sich bringt: Wir müssen uns besser informieren und uns der Risiken bewusst werden. Wir verdienen es, unsere Sexualität sicher zu genießen und ein gesundes Sexualleben zu führen.

Regelmäßig veröffentlichen die zuständigen Behörden aktuelle Daten zur epidemiologischen Lage sexuell übertragbarer Infektionen in Deutschland, sodass wir uns über die am meisten verbreiteten Geschlechtskrankheiten und deren Häufigkeit, Risikofaktoren und Methoden zur Prophylaxe informieren können. Obwohl wir immer noch auf die Daten von 2018 warten, können wir uns schon einmal die Daten für 2017 ansehen, und die sind beachtenswert: Zu den häufigsten STDs zählen neben HIV auch Chlamydiose, Tripper, Syphilis und Infektionen mit humanen Papillomaviren.

In der Mehrzahl der Fälle treten bei einer Person mit sexuell übertragbarer Infektion zunächst keine Symptome auf. Da die Person nicht weiß, dass sie eine Infektion hat, ist es umso wahrscheinlicher, dass sie die Krankheit weiter verbreitet.

Nicht nur die deutschen Behörden, sondern auch die Weltgesundheitsorganisation warnt zudem davor, dass immer mehr Fälle von Tripper gemeldet werden, bei denen die Patienten resistent gegen eine Behandlung sind. Mit anderen Worten, die Antibiotika, die von Ärzten zur Behandlung der Krankheit verabreicht werden, wirken nicht mehr gegen die Erreger.

Bestimmte Arten von sexuell übertragbaren Krankheiten entwickeln sich weiter, passen sich an die Medikamente an und sind daher immer schwieriger abzutöten. Die nötige Antwort besteht nun darin, in eine Weiterentwicklung der Medikamente und eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung zu investieren. Wir können STDs nicht nur überwinden, sondern vor allem auch vorbeugen, wenn wir Bescheid wissen und verschiedene Methoden kennen, um diese Art von Infektionen zu verhindern.

Viren

Geschlechtskrankheiten: Arten und Symptome

Vereinfacht gesagt sind sind sexuell übertragbare Krankheiten zunächst einmal Infektionen, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Dabei umfasst der Begriff Geschlechtsverkehr Vaginal-, Anal- und Oralsex. Alle diese Handlungen umfassen die potenzielle Weitergabe verschiedener Bakterien, Viren, Pilze, Protozoen oder Parasiten.

Auf der anderen Seite implizieren diese verschiedenen Möglichkeiten der Ansteckung, dass nicht für jede Krankheit eine klare Definition erster Symptome gegeben ist. Manchmal treten gar keine Symptome auf. Der Betroffene kann dann Träger einer sexuell übertragbaren Krankheit sein und diese nicht bemerken. Und das Risiko einer weiteren Übertragung und Infektion steigt deutlich an, wenn die Menschen ihren eigenen Status nicht kennen. Aus diesem Grund weisen Gesundheits- und Präventionsexperten immer wieder darauf hin, dass STDs mit ihren unglücklichen Folgen ein ganzes Netzwerk von Personen betreffen können.

Wissenschaftler prognostizieren zudem, dass mit zunehmender Nutzung von Online-Dating-Apps und dementsprechenden Webseiten stille Infektionen wie Chlamydiose oder sogar Tripper wieder häufiger auftreten werden. Obwohl die meisten dieser Infektionen behandelbar sind, können sie langfristige und manchmal irreversible Folgen haben.

Schauen wir uns die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten an.

Sexuell übertragbare Krankheiten werden in den allermeisten Fällen beim Sex übertragen.

Chlamydiose

Die Chlamydiose ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie wird durch eine bestimmte Art von Bakterien verursacht. Die Symptome, falls vorhanden, treten zwischen 7 und 21 Tagen nach dem sexuellen Kontakt auf.

Die Erkrankung kann sich bei Frauen auf folgende Weise zeigen:

  • Schmerzhaftes Urinieren
  • Verstärkter Ausfluss (normalerweise dickflüssigerer und gelblich)
  • Verstärkte Blutung während der Menstruation oder das Ausbleiben der Periode
  • Schmerzen im Becken und/oder Bauch
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Bei Männern treten möglicherweise folgende Symptome auf:

  • Starker Harndrang
  • Schmerzhaftes Urinieren
  • Weißliches Sekret aus dem Penis
  • Entzündung oder Schmerzen in den Hoden

Mit STD ist man schnell ausgegrenzt.

Tripper

Tripper ist eine bakterielle Infektion. Wie bereits erwähnt, gehen viele STD eben nicht mit offensichtlichen Symptomen oder Schmerzen einher. Tripper ist das beste Beispiel. Tatsächlich kann die Erkrankung völlig symptomlos verlaufen und leicht mit anderen Infektionen verwechselt werden.

Die häufigsten Anzeichen, die bei Tripper auftreten, sind die folgenden:

  • Starker Harndrang
  • Brennen beim Urinieren
  • Dicker, blutiger oder trüber Ausfluss aus dem Penis oder der Vagina
  • Schwere Menstruationsblutungen oder Blutungen zwischen den Perioden
  • Schmerzhafte Entzündungen der Hoden
  • In den schwersten Fällen können Patienten unfruchtbar werden.

Syphilis

Syphilis wird ebenfalls von Bakterien ausgelöst. Diese können sich durch sexuellen Kontakt verbreiten, eine Mutter kann sie aber auch während der Geburt an ihr Kind weitergeben. Syphilis hat eine hohe Inzidenz und verläuft aggressiv progressiv, wenn die infizierte Person nicht angemessen behandelt wird.

Es ist auch wichtig, zu beachten, dass Syphilis eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen kann. So viele Symptome, dass Ärzte diese Infektion leicht mit anderen Erkrankungen verwechseln können. Syphilis manifestiert sich zunächst in einer kleinen Wunde. Wochen später entwickeln die Patienten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Ihre Lymphknoten sind geschwollen. Auch über Hautausschläge wird häufig berichtet. Die Erreger verbreiten sich in den folgenden Jahren im ganzen Körper, wobei es an verschiedenen Stellen zur Bildung von Knoten kommt. Das Endstadium der Syphilis ist die Neurosyphilis, die zur Demenz führt.

Ein Kondom schützt vor Geschlechtskrankheiten.

Humane Papillomaviren (HPV)

HPV oder humane Papillomaviren bezeichnet ein Sammelsurium diverser Viren. Die meisten sind harmlos, aber etwa 30 von ihnen können dazu führen, dass wir an Krebs erkranken. Ein typisches Beispiel dafür ist Gebärmutterhalskrebs. Tatsächlich schätzen Wissenschaftler, dass 99 % dieser Krebsart mit Genitalinfektionen mit HPV in Verbindung stehen.

Zu den ersten Anzeichen für die Erkrankung können Warzen im Genitalbereich zählen, aber im Allgemeinen zeigen HPV-Infizierte zunächst auch keine Symptome.

Wir wollen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine Impfung gegen HPV verfügbar ist, die bei Mädchen und Jungen angewendet werden kann und sollte.

Herpes simplex (HSV)

Herpes-simplex-Viren zählen zu den häufigsten sexuell übertragenen Erregern. Es gibt zwei Typen: HSV-1, das eher oral übertragen wird, und HSV-2, das traditionell den STD zugerechnet wird. Andere Übertragungswege sind jedoch möglich und nachgewiesen.

Die Ansteckung mit HSV-1-geschieht häufig schon in der frühen Kindheit und führt zum klassischen Lippenherpes. Mit HSV-2 kommen wir im Schnitt erst Jahre später in Kontakt. Nach riskantem sexuellem Kontakt treten nach etwa 5 bis 20 Tagen kleine Blasen an der Eintrittspforte auf. Diese Haut- und Schleimhautläsionen können sich im vaginalen, analen oder oralen Bereich entwickeln.

Obwohl diese Geschwüre verschwinden, verweilt das Virus latent im Körper und kann das Auftreten anderer schwerwiegender Krankheiten begünstigen.

Humanes Immundefizienzvirus (HIV)

Das Humane Immundefizienzvirus (HIV), das im Endstadium zu AIDS führt, hat bereits mehr als 40 Millionen Menschen das Leben gekostet. HIV-Diagnosen werden überall auf der Welt Tag für Tag neu gestellt. Ärzte gehen heute davon aus, dass allein in Deutschland mehr als 10.000 Männer und Frauen nicht einmal wissen, dass sie das Virus in sich tragen und verbreiten.

Die häufigste Form der Übertragung beruht auf ungeschütztem Sex oder der Verwendung infizierter Nadeln oder Spritzen. Das diese Verhaltensweisen riskant sind, ist bekannt, aber die Menschen infizieren sich weiterhin. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Erkrankung zunehmend besser therapierbar ist: Antiretrovirale Medikamente können den Fortschritt der Krankheit deutlich verlangsamen. Als Freifahrtschein sollten wir das jedoch nicht interpretieren, den geheilt werden kann eine HIV-Infektion bis heute nicht.

Es gibt so viel mehr, mit dem wir die Krankheit aufhalten könnten. Das fängt ganz einfach bei der Prävention und einem sozialen Bewusstsein an. Ärzte, Wissenschaftler und andere im Gesundheitswesen Tätige mahnen uns immer wieder, dass wir alle in dieser Hinsicht stärker zusammenarbeiten müssen.

Paar hat Sex im Bett

Es ist klar, dass wir mehr Ressourcen benötigen, um diese Krankheiten zu behandeln – wir haben darauf hingewiesen, dass Geschlechtskrankheiten gegen unsere derzeitigen Behandlungen resistent werden. Es liegt jedoch bei uns, ein verstärktes Bewusstsein für STDs und die damit verbundenen Risiken zu schaffen. Die Verwendung von Kondomen ist ohne Zweifel der beste Weg, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, Informationen, Vorbeugung und die Vermeidung von offensichtlich riskanten Sexualpraktiken sind einige der zuverlässigsten Methoden, um diese Gesundheitsprobleme zu vermeiden. So können wir ein erfüllendes und gleichzeitig gesundes Sexualleben haben.