5 falsche Vorstellungen in Bezug auf Sexualität

· 16. April 2018

Die berühmte nordamerikanische Schauspielerin Marilyn Monroe sagte einmal sehr humorvoll: „Sex ist Teil der Natur, und ich komme wunderbar mit der Natur aus.“  Daher ist es besonders verwunderlich, dass um etwas so Natürliches so viel Wind gemacht wird und die Sexualität sogar auf Ablehnung stößt. Im Laufe der Geschichte sind schon viele falsche Vorstellungen hinsichtlich der Sexualität aufgekommen, und manche von ihnen wurden erst widerlegt, als zahlreiche Studien Gegenbeweise liefern konnten. Doch trotz aller Beweise gibt es nach wie vor in vielen Gesellschaften kollektive Vorstellungen, die Dysfunktionen, Unbehagen und andere Probleme in der Partnerschaft verursachen.

„Ist Sex dreckig? Nur wenn er gut ist.“

Woody Allen

Falsche Vorstellungen über Sexualität

Diese gewissen falschen Vorstellungen über Sexualität können Witzeleien und humorvolle Geschichten zur Folge haben, aber in Wahrheit sind sie nicht harmlos und können Betroffenen ernstzunehmende Probleme verursachen. Leider haben diese Probleme keine reale oder wissenschaftliche, sondern nur eine soziale Grundlage, und beruhen auf falschen Vorstellungen. Sehen wir uns daher nun einige der häufigsten falschen Vorstellungen hinsichtlich der Sexualität an.

Nur alleinstehende Männer masturbieren

Seltsamerweise handelt es sich dabei um einen noch immer weitverbreiteten Mythos. Es scheint, als wäre die Masturbation für manche ausschließlich Männersache und vor allem eine Angelegenheit alleinstehender Männer. Für viele andere ist die Selbstbefriedigung von Menschen, die in einer Beziehung leben, ein Anzeichen dafür, dass die Partner mit ihrem gemeinsamen Sexleben nicht zufrieden sind. Aber die Wissenschaft sagt uns, dass Masturbation überhaupt nichts mit dem Partner zu tun hat.

Es handelt sich in der Tat um einen Irrglauben. Sich selbst zu befriedigen oder zu masturbieren ist wichtig und sogar gesund. Dabei handelt es sich um eine grundlegende Art und Weise, um uns selbst kennenzulernen und herauszufinden, was uns gefällt und was nicht, um einen Orgasmus zu bekommen. Daher könnten wir sagen, dass die Masturbation sowohl für Männer als auch für Frauen, mit oder ohne Partner, etwas Schönes und Vorteilhaftes ist.

Frau liegt im Badeanzug auf Sessel

Die erste vaginale Penetration ist immer schmerzhaft und kann nicht zu einer Schwangerschaft führen

Zuallererst sollte gesagt sein, dass schwanger zu werden nicht davon abhängt, ob es das erste Mal ist, dass wir Sex haben. Es stimmt, dass es sich beim Schwangerwerden um einen komplexen Prozess handelt, bei dem viele Faktoren eine Rolle spielen, aber die können auch beim ersten Mal gegeben sein.

Zweitens, bezugnehmend auf den Schmerz, ist es wahr, dass einige Faktoren Einfluss nehmen können. Trotz der Tatsache, dass die Vagina elastisch und dafür gemacht ist, sexuelles Vergnügen zu empfinden und keine Schmerzen, können die Nervosität und noch dazu eine hohe Erwartungshaltung beim ersten Mal dazu führen, dass die Scheide nicht richtig feucht wird. Das ist der Hauptgrund für den Schmerz, den viele Mädchen beschreiben. Doch das muss nicht immer so sein, auch wenn es aufgrund der Wichtigkeit, die dem „ersten Mal“ durch unsere Gesellschaft zugeschrieben wird, schwierig ist, nicht nervös zu sein.

„Bei jedem erotischen Zusammentreffen gibt es eine unsichtbare und stets aktive Figur: die Fantasie.“

Octavio Paz

Eine Frau kann nur durch Penetration einen Orgasmus bekommen

Das ist eine weitere falsche Vorstellung in Bezug auf Sex. Die Klitoris ist das Organ der Frau, in dem es die meisten Nervenenden gibt, weshalb die Wahrscheinlichkeit, Lust zu empfinden und einen Orgasmus zu erreichen, vor allem bei Manipulation der Klitoris steigt.

Dennoch sollten wir zwischen zwei Arten des weiblichen Orgasmus unterscheiden: dem vaginalen und dem klitoralen Orgasmus. Vielen Frauen gefällt wäre eine Stimulation der Klitoris zusätzlich zur Penetration, weil es ihr Lustempfinden erhöht. Aber das eine muss das andere nicht ausschließen und die Penetration muss nicht die einzige Methode sein, um einen Orgasmus zu bekommen.

Auf die Größe kommt es an

Das ist eine der Fragen, die dem männlichen Geschlecht Kopfzerbrechen bereitet. Ist die Größe des Penis wichtig? Die Antwort ist nein. Es ist offensichtlich, dass jeder Penis physiologischer Größe einen Orgasmus hervorrufen kann.

Wie wir bereits gesagt haben, ist die Vagina elastisch und dafür gemacht, sich an verschiedene Größen anzupassen. Doch wenn wir von allzu kleinen oder allzu großen Proportionen sprechen, bekommen wir auf physischer Ebene Probleme.  Aber bei normaler Größe hat diese nichts damit zu tun, wie viel Lust die Partner empfinden.

Frau hält sich am Bettlaken fest

Kurz vorher den Rückwärtsgang einzulegen ist ein verlässliches Verhütungsmittel

Ein anderer großer Mythos, der hauptsächlich unter Jugendlichen verbreitet wird. Aber der Wahrheitsgehalt liegt bei null. Wenn ein Mann erregt ist, wird Präejakulat als Folge seiner Erregung abgesondert. Wie du dir vielleicht bereits denken kannst, enthält dieses Präejakulat Spermien, die eine Eizelle befruchten können. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar wegen der Anzahl der enthaltenen Spermien geringer, doch sie sind definitiv dazu in der Lage, eine Frau zu schwängern und natürlich auch auch jegliche Geschlechtskrankheit zu übertragen.

Noch heute sind diese fünf falschen Vorstellungen über Sexualität weitverbreitet, so unglaublich es auch scheinen mag und trotz all der Informationsquellen, die uns zur Verfügung stehen. Wir müssen dafür Sorge tragen, sie ein für alle Mal zu beseitigen.