Onkel und Tanten: Unsere unvergesslichen zweiten Eltern

· 19. Oktober 2016

Wenn man zu uns Kindern gesagt hat, dass wir den Abend bei unseren Tanten und Onkeln verbringen würden, dann fing unser Herz an, schneller zu schlagen. Sie waren – und sind es noch immer – unsere Vertrauten, diese zweiten Eltern, die uns geholfen haben, groß zu werden, und die in uns ein wichtiges emotionales Erbe hinterlassen haben.

Obwohl man bei der Erziehung von Kindern stets die Rolle der Großeltern hervorhebt, erinnern uns Arbeiten wie etwa diese Studie (University of Maine, Maine, USA) daran, dass auch die weitere Verwandtschaft eine wichtige Rolle in der Familie und bei der Entwicklung des Nachwuchses spielen.

Es gibt viele Arten von Liebe, aber die Zuneigung eines Onkels für seine Neffen geht weit über die Gene oder den Nachnamen hinaus: Sie umarmen wie Eltern, sie teilen wie Freunde, sie spielen wie Kinder und kümmern sich wie Mütter. Das gilt natürlich auch für Tanten und Nichten.

In vielen Kulturkreisen sind familiäre Beziehungen an der Tagesordnung, in denen die Harmonie zwischen den Geschwistern es ermöglicht, die Pflege und die erzieherische Verantwortung für die Kinder zu teilen. Onkel und Tante bleiben für immer diese „Lieferanten“ von Glück, Komplizenschaft und unvergesslichen Details, die unsere Kindheit prägen.

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Onkel und Tanten, bedeutende Figuren in der Kindererziehung

Experten in Familienpsychologie zeigen uns, dass die Familien mit der stärksten Resilienz sich fast immer durch eine starke Bindung zwischen den Geschwistern auszeichnen. Sie unterstützen auf Augenhöhe, was auf einer sehr engen emotionalen Bindung basiert.

Wir sollten uns auch im Klaren darüber sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der viele Menschen niemals „Zeit“ haben. Die beruflichen Verpflichtungen zwingen uns oft dazu, andere Familienmitglieder um eine Hand zu bitten, um auf die Kleinen aufzupassen, und hier werden unsere Geschwister, vielleicht gleich nach den Großeltern, zu wichtigen Bezugspersonen.

Wir haben viele schöne Momente mit ihnen erlebt, ganz ohne Zweifel, genauso wie unsere Kinder sie heute mit unseren Geschwistern erfahren. Aber worin besteht der Vorteil, einen Teil der Erziehung auf Onkel und Tanten zu übertragen?

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Sie gehen als Beispiel voran

Innerhalb der Erziehungsanthropologie wird stets die Bedeutung der Geschwister der Frau oder des Mannes für die Identität der Kernfamilie hervorgehoben. In vielen frühgeschichtlichen Gesellschaften hatten Onkel und Tanten auch Verpflichtungen in der Erziehung der Kinder, halfen, das Überleben sicherzustellen.

  • Viele dieser Aspekte bleiben weiterhin erhalten. Die Unterstützung unter Geschwistern wandelt sich so in ein Beispiel von Harmonie, Zärtlichkeit und Respekt, was dem Kind als Beispiel dient.
  • Was man auch beachten sollte, ist, dass unsere Kinder verschiedene Onkel und Tanten erleben. Manche sind vielleicht etwas ungeselliger, andere wiederum leichter zugänglich, unbesorgter, einfach wunderbar oder sogar unverantwortlich.
  • Je nach Art der Erziehung, die dem Kind zuteil wird, kann das Kind diese Modelle unterscheiden, sucht sich aus, wem es gern folgen will und welche es vermeiden sollte. Das ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Unabhängigkeit, denn unsere Kinder sollen diese Einordnung anhand bestimmter Kriterien selbst vornehmen können.
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Die unterschiedlichen Rollen, die Onkel und Tanten einnehmen

Wir sollten uns stets bewusst sein, dass kein Onkel, keine Tante, kein Großelternteil oder irgendeine andere Figur die Rolle der Eltern untergraben darf, denn sonst wird ein Konflikt erzeugt. Es ist auch eine gewisse Disziplin notwendig, um stets gradlinig zu sein und ein respektvolles Gleichgewicht zwischen allen Mitgliedern zu erhalten.

  • Vielleicht genau deshalb, weil sie wissen, dass sie weder über die Autorität verfügen noch die Verpflichtung haben, Befehle oder Zurechtweisungen zu erteilen, sind Onkel und Tante meist entspannter.
  • Die Onkel und Tanten sind oft diese ebenbürtigen Partner, mit denen man aktiver spielen kann als mit den Großeltern, sie sind zugänglicher und gestalten entspannte Momente, geprägt von Nähe und Vertrauen.
  • Ein Aspekt, den die Mehrheit der Nichten und Neffen bei ihren Onkeln und Tanten wertschätzt, ist, dass sie zuhören können, ohne gleich zu urteilen. Diese Eigenschaft zählt viel in dem Moment, wenn die Kinder über intim Angelegenheiten reden wollen, die sie sich vielleicht nicht trauen, ihren Eltern zu sagen.
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Onkel und Tanten werden oft als diese fürsorglichen Erwachsenen mit neutraler Identität angesehen, die viele Kinder und Jugendliche während ihres Wachstums- und Reifeprozesses als zweite Elternfigur annehmen. Gleichzeitig lieben die Onkel und Tanten sie wie ihre eigenen Kinder, oder wie es ein altes Lied sagt: „Wenn Gott ihnen keine Kinder gibt, dann bietet der Teufel ihnen Neffen an.“

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Erfahrungen des Menschen in seiner Kindheit die Fundamente für seine Entwicklung im Erwachsenenleben setzen. Es lohnt sich also, auch auf die Unterstützung unserer Geschwister zählen zu können, wenn es darum geht, sich um unsere Kinder zu kümmern, und dadurch diese wunderbare und bedeutende Bindung zwischen unseren Geschwistern und Kindern zu stärken.

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