Eine liebevolle Erziehung ebnet den Weg für ein glückliches Leben

13. Oktober 2016 en Psychologie 5 Geteilt

Eine Familie zu gründen und Kinder groß werden zu sehen, sind zwei der wunderbarsten Herausforderungen, vor die uns das Leben stellen kann. Und warum? Weil Kinder zum größten Schatz, zum Zuhause, zum Augapfel ihrer Eltern werden, sobald sie auf der Welt sind.

Erziehen und lieben sind zwei Verben, die die Grundpfeiler eines glücklichen Lebens beschreiben, denn die meisten Eltern teilen dank ihrer aufrichtigen und bedingungslosen Liebe ihre Gedanken und Gefühle mit ihren Kindern, entdecken das Leben und die Welt von Neuem und helfen dabei, den Wert der Familie aufrechtzuerhalten.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass es nicht leicht ist, Eltern zu sein, da es trotz des Abenteuers der Erziehung, mit der wir Kindern ein solides Fundament für ihr Leben geben, eine der kompliziertesten Aufgaben überhaupt ist, Kindern Liebe und positive Werte zu vermitteln.

„Du lehrst zu fliegen, aber sie fliegen nicht deinen Flug.
Du lehrst zu träumen, aber sie träumen nicht deinen Traum.
Du lehrst zu leben, aber sie leben nicht dein Leben.
Doch in jedem Flug, in jedem Traum, in jedem Leben,
wird immer die Spur des gelehrten Weges zu finden sein.“

Heilige Mutter Teresa von Kalkutta

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Die Familie ist die Wiege der liebevollen Erziehung

Unsere Lichter und unsere Schatten übertragen sich auf ganz individuelle Weise auf den Schoß der familiären Gegebenheiten, die unsere Entwicklung fördern. Passend ist hier der Ausdruck von Kaye, der sagte: „Das Kind ist von dem Familiensystem geprägt, in das es hineingeboren wird, um von dem System zu lernen. Deshalb können wir uns fragen, was die Merkmale der Familiensysteme sind, die es dem Kind vereinfachen oder erschweren, zu einem Erwachsenen heranzureifen, der dazu fähig ist, sich fortgehend weiterzuentwickeln oder diese Möglichkeit gar nicht erkennt.“

Eltern sind nie frei von Sorgen und verspüren ständig das Bedürfnis, dazuzulernen, wie sie die besten Eltern für ihr Kind sein können. Das bedeutet, dass wir großen Wert auf unsere kommunikativen und persönlichen Fähigkeiten hinsichtlich unserer Rolle als Eltern und Menschen legen sollten. Dieses Zusammenspiel verlangt von uns, dass wir unsere Kinder ab dem Moment ihrer Geburt an mit Liebe erziehen.

Eine Erziehung, die von Liebe geprägt ist, beginnt sobald unser Kind das Licht der Welt erblickt. Denn die Art und Weise, wie Eltern ihren Kindern Zuneigung schenken, welche Erwartungen sie an sie haben und welche Werte sie ihnen vermitteln möchte, bestimmt die Entwicklung des Kindes. Genauer gesagt sind die ersten Lebensjahre aus verschiedenen Gründen entscheidend für die Entwicklung:

  • In den ersten zwei Lebensjahren wird ein Kind am meisten durch das Gefühl von Geborgenheit beeinflusst, was letztendlich durch Körperkontakt und einen liebevollen Umgang mit dem Kind entsteht.
  • Ab dem zweiten Lebensjahr ist die Sprache ein wesentlicher Bestandteil einer liebevollen Erziehung. Mit den ersten Worten und der Entwicklung der Sprache können Verhaltensweisen, Arten zu fühlen, zu denken und zu sein mit Worten ausgedrückt werden. Das ist zweifellos eine der wichtigsten Phasen in der Kindheit.
  • In diesem Lebensabschnitt werden Kinder zu emotionalen Entdeckern und suchen unaufhörlich, die Aufmerksamkeit ihrer Eltern in Form von Bestätigung, wodurch sie sich selbst und die Welt verstehen, mit ihr und sich selbst umgehen und Pläne schmieden können.

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Die 5 Säulen der liebevollen Erziehung

Um unsere Kinder mit Liebe zu erziehen, sollten wir auf jeden Fall auf die 5 Säulen einer liebevollen Erziehung zurückgreifen:

  • Kindern mithilfe von Worten und Taten zeigen, dass wir an ihrer Seite sind: Eine angemessene, ehrliche Kommunikation voller emotionaler Wärme innerhalb der Familie ist einer der Schlüsselfaktoren, um eine gute Beziehung zu unseren Kindern aufzubauen, sowohl im Kindes-, als auch im Erwachsenenalter. Bei diesem Punkt ist es sehr wichtig, zu beachten, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen und unser Handeln hinterfragen.
  • Kinder sollen lernen, ihre Gefühle anzuerkennen: Wenn wir Kinder liebevoll erziehen möchten, sollten wir ihnen beibringen, mit ihren Gefühlen umzugehen, was uns nur gelingen kann, wenn wir uns im Klaren darüber sind, welche Emotionen gesund und welche ungesund sind, und indem wir ihnen die benötigten Werkzeuge mit auf den Weg geben, um ihre Gefühlswelt zu verstehen und sie richtig zu bewältigen.
  • Wir müssen Herr über unsere Gefühle sein: Uns unserer Gedanken bewusst zu sein, zu wissen, wie wir mit Niederschlägen, dem Familienleben, Druck und Stress umzugehen haben, ist die Grundlage der emotionalen Intelligenz, die wiederum das Fundament für eine gesunde und glückliche Familie ist.
  • Eine ehrliche Kommunikation ist unabdingbar für die Kooperation innerhalb der Familie: Vertrauen und Kooperation erlauben uns, uns trotz unserer individuellen Eigenarten als Familie anzuerkennen. Deshalb sollten wir unsere empathischen und zwischenmenschlichen kommunikativen Fähigkeiten stärken, um verschiedene Arten von Problemen und Konflikten angemessen lösen zu können.
  • Die kindliche Neugierde fördern, damit sich dessen Verstand öffnen kann: Wir sollten die Interessen und die Neugierde von Kindern fördern, weil sie die Säulen einer jeden guten Erziehung sind und wir somit auch einen Verstand stärken, der frei von Vorurteilen und vom Schubladendenken ist.
  • Respekt und emotionale Anerkennung: Wir müssen verstehen, dass – so wie Carl R. Rogers in seinem Buch Entwicklung der Persönlichkeit  beschrieb – wir nicht einmal erahnen, welchen Druck wir auf Menschen ausüben, wenn wir von ihnen verlangen, dass sie genauso fühlen wie wir. Das drücken wir oft auch mit dem aus, was wir sagen und wie wir uns verhalten, wenn wir beispielsweise verlauten lassen: „Wenn du möchtest, dass ich dich liebe, solltest du so wie ich fühlen.“ – „Wenn ich das Gefühl habe, dass dein Verhalten nicht angemessen ist, solltest du das auch so sehen.“ – „Wenn ich der Meinung bin, dass man sich ein anderes Verhalten wünscht, solltest du meiner Meinung sein.“

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Die perfekten Eltern gibt es nicht, aber es gibt unzählige Arten, gute Eltern zu sein

24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr perfekte Eltern zu sein ist eine unlösbare Aufgabe. Aus diesem Grund sollten wir ehrlich zu sein und uns eingestehen, dass nicht alles wunderschön ist und es keinen idealen Prototyp gibt, der uns den richtigen Weg weisen kann.

Wir wissen aus eigener Erfahrung als Kinder oder Eltern, dass Eltern auch nur Menschen sind, die nicht perfekt und manchmal unsicher sind, dass es aber viel wichtiger ist, dass sie ihren Kindern die Möglichkeit geben, in einem ausgeglichenen Umfeld aufzuwachsen, das sie bereichert und ihnen emotionale Intelligenz vermittelt.

Es gibt kein Geheimrezept für die perfekte Erziehung, aber es gibt sehr wohl einen Bestandteil, der von allen guten Eltern beigesteuert wird: die bedingungslose Liebe. Durch dieses Gefühl können Kinder Tag für Tag heranreifen und es ermöglicht Eltern, die beste Version ihrer selbst als Erzieher zu sein.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Claudia Tremblay und Víctor Rivas Fernández.

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