Oktopusse: das Geheimnis ihrer Intelligenz

6. Juli 2019
Erfahre in unserem heutigen Artikel alles über die Intelligenz der Oktopusse und lasse dich von diesen Erkenntnissen begeistern!

Oktopusse, auch Oktopoden genannt, sind sehr interessante Lebewesen, denn sie haben einen erstaunlichen Verstand. Sie besitzen über 500 Millionen Neuronen, welche sich in ihren Tentakeln befinden. Mit diesen Tentakeln fühlen und riechen Oktopusse nicht nur, sie treffen mit ihnen auch ihre Entscheidungen.

All diejenigen, die sich näher mit den Oktopoden beschäftigen und mit ihnen arbeiten, wissen, dass sie sehr gewitzt sind und durchaus auch Probleme bereiten können. So gibt es viele Geschichten über Tiere, die ausgerissen sind und sich dank ihrer Intelligenz zusätzliche Nahrung beschafft haben.

Manche Wissenschaftler glauben allerdings, dass die Intelligenz dieser Lebewesen nicht wirklich außergewöhnlich ist. Sie meinen, dass ihre Fähigkeiten vielmehr auf einer ökologischen Intelligenz basiert. Das bedeutet, dass diese Kraken ihre Strategien abhängig von ihrer Umwelt entwickeln. Somit würden sie, wie alle anderen Tiere auch, schlichtweg Wege suchen, wie sie an Nahrung gelangen können.

Dennoch gibt es auch andere Meinungen. Piero Amodio, ein Forscher an der Universität von Padua, hat ein Video geteilt, das sich in kürzester Zeit um die Welt verbreitet hat. In diesem Video siehst du einen Oktopus, der eine Muschel bekommt und sich darin versteckt. Später nimmt das Tier diese Muschel mit sich, weil es weiß, dass sie ihm künftig nützlich sein könnte. Das ist eine genau geplante Handlung.

Die Intelligenz der Oktopusse: Charakteristika und Geheimnisse

Vor über 275 Millionen Jahren hatten Kopffüßer (Cephalopoda) eine harte Schale. Diese Schale schützte sie einerseits vor möglichen Angreifern, erschwerte es ihnen gleichzeitig aber auch, an Nahrung zu gelangen.

Im Laufe der Zeit haben die Kopffüßer dann diese harte Schale abgelegt, wodurch sie ihre Umgebung wesentlich einfacher und freier erkunden konnten. Außerdem gelangen sie seither auch in kleine Öffnungen und haben zudem die Fähigkeit und die Kraft erlangt, Muscheln und Steine zu zerbrechen. Auch die Jagd nach Beute gelingt ihnen seither wesentlich besser und genauer.

Allerdings hat das Ablegen dieser einst harten Schale auch gewisse Nachteile mit sich gebracht. Die Oktopusse müssen sich seither Möglichkeiten überlegen, wie sie sich selber schützen können. Erstaunlicherweise geht die Intelligenz dieser faszinierenden Lebenwesen aber viel weiter.  Peter Godfrey-Smith, ein australischer Philosoph und Oktopus-Experte, hat die Ursprünge des Bewusstseins anhand von Kopffüßern erforscht.

„Der Krake, das Meer und die tiefen Ursprünge des Bewusstseins“ von Peter Godfrey-Smith ist ein sehr gutes Buch, welches dir viele interessante Informationen über Oktopusse liefert.

Darüber hinaus wird es dir sogar dabei helfen, dich selber besser zu verstehen. In seinem Buch erzählt er über eine Begegnung mit einem riesigen Tintenfisch in Australien. Dieser Fisch hatte keinerlei Angst vor ihm, ganz ihm Gegenteil, er näherte sich Peter Godfrey-Smith und schien sehr neugierig zu sein. Diese einzigartige Begegnung hinterließ bei dem Philosophen einen bleibenden und nachhaltigen Eindruck.

Oktopusse können ihren genetischen Code verändern

Eli Eisenberg, ein Wissenschaftler der Universität von Tel Aviv, hat sich ebenfalls mit der Erforschung der Intelligenz von Oktopoden beschäftigt. Dabei hat er herausgefunden, wie diese faszinierenden Lebewesen ihren genetischen Code verändern können.

Die Kopffüßer passen ihr Nervensystem an die klimatischen Veränderungen ihrer Umwelt an. Dabei mischt ihr Organismus ihre Ribonukleinsäure und sendet neue Proteine an die Gene. Dieser Vorgang dient zur besseren Anpassung an Umweltveränderungen. Auch wir Menschen können diese Veränderungen vornehmen, allerdings geht dieser Prozess sehr langsam vor sich und wird auch als Evolution bezeichnet.

Im Gegensatz dazu sind Oktopusse in der Lage, ihren genetischen Code ihren jeweils aktuellen Bedürfnissen anzupassen.

Oktopusse - Taucher

Oktopusse haben die gleiche Anzahl an Neuronen wie Hunde

Die Oktopoden haben genau wie Hunde ungefähr 500 Millionen Neuronen. Dabei sitzt ihr Nervensystem in ihren Tentakeln, welche insgesamt neun Gehirne bilden: ein zentrales Gehirn und weitere acht periphere Gehirne.

Die Tentakel sind das Zentrum der Oktopus-Intelligenz. Sie helfen den Tieren dabei, ihre Umgebung zu erkunden. Darüber hinaus können sie mit den Tentakeln schmecken, fühlen und sogar Entscheidungen treffen. Obwohl jedes einzelne Tentakel unabhängige Entscheidungen treffen kann, kooperieren die Tentakel dennoch miteinander und treffen so alle Entscheidungen gemeinsam. Dadurch stellt der Oktopus sicher, dass er stets die beste Wahl trifft.

Oktopoden sind verspielt, kommunikativ und kreativ

Biologen haben herausgefunden, dass einige Oktopusse miteinander kommunizieren. Dabei benutzen sie eine Sprache, die ähnlich wie ein Morse Code funktioniert. Außerdem weiß jeder, der Oktopoden schon einmal beobachtet hat, dass sie unglaublich kreativ sind.

Sie können sich ihre eigenen Verstecke bauen und lösen auftretende Probleme auf kreative Art und Weise. Darüber hinaus können sie Hindernisse überwinden, Boxen und Kisten öffnen, jagen und vieles mehr. Außerdem zeigen sie durchaus auch einige menschliche Verhaltensweisen.

Wenn sie sich beispielsweise bedroht oder unwohl fühlen, dann richten sie einen Wasserstrahl auf ihren Angreifer. Weiterhin können sie Manien entwickeln und Assoziationen bilden. Einige von ihnen haben ein Lieblingsspielzeug und wenn sie ein Spielzeug nicht so gerne mögen, dann werden sie dieses immer wieder kaputt machen. Außerdem können sich Oktopusse durchaus auch schlecht benehmen. Sie können sowohl ein Gefühl der Liebe entwickeln als auch Hass für andere empfinden.

Wie du siehst, kann dir die Beschäftigung mit der Intelligenz der Oktopusse dabei helfen, dich und dein eigenes Bewusstsein besser zu verstehen.

  • Godfrey-Smith, Peter (2017)Otras mentes. El pulpo, el mar y los orígenes profundos de la consciencia. Paidós.