Mythen und Wahrheiten über Marihuana

3. August 2017 en Kuriositäten 156 Geteilt

Der erste Mythos über Marihuana ist, dass man darüber in der Einzahl, nicht in der Mehrzahl sprechen müsste. Denn es gibt Millionen verschiedener Arten von Marihuana. Nicht alle sind von gleicher Qualität. Ihre Wirkung kann sehr unterschiedlich sein, je nach Sorte.

Ein anderer häufig gemachter Fehler ist es, die Wirkung „des Marihuanas“ auf Menschen zu verallgemeinern. Genauso wie ein Hamburger für eine Person absolut unschädlich sein kann, kann er eine andere Person in eine tiefe Krise stürzen, oder sogar dazu beitragen, dass sie stirbt. Dasselbe gilt für Marihuana.

„In seiner neutralen Form ist Marihuana wohl die sicherste Droge der Welt, aus therapeutischer Sicht.“

Lester Grinspoon, Professor an der Harvard University (Massachusetts, USA)

Sicher ist, dass der Konsum von Marihuana angestiegen ist, und es ist gut möglich, dass er weiter ansteigt, wenn er auch in anderen Ländern legalisiert wird. Man kann nicht sagen, dass Marihuana per se „gut“ oder „schlecht“ sei. Es hängt vielmehr von den Umständen ab, unter denen es konsumiert wird, und von der Motivation und dem Umfeld des Konsumenten.

Die Arten von Marihuana und ihre Wirkung

Es existiert eine riesige Vielfalt an Marihuanasorten. Es gibt jedoch drei Typen, denen sich alle Unterarten zuordnen lassen: Cannabis sativa, Cannabis indica  und Cannabis ruderalisErstere wird in Amerika, in Asien und in Afrika angebaut. Normalerweise hat diese Art eine stimulierende Wirkung, ruft Wohlempfinden hervor und steigert den Appetit.

Cannabis indica wird in Indien und Pakistan angebaut. Diese Art Marihuana hat eine entspannende Wirkung und wird unter anderem dazu verwendet, körperliche Schmerzen zu lindern, vor allem Muskel- und Knochenschmerzen. Letztere, Cannabis ruderalis, stammt aus Sibirien und Liberia. Diese Art hat ebenfalls eine beruhigende Wirkung.

Von diesen Hauptarten ausgehend, hat man andere Arten gezüchtet, die man „Hybride“ nennt. Es gibt unzählige dieser Hybride. Die Wirkung dieser Kreuzungen hängt davon ab, wie die Hauptarten miteinander kombiniert wurden. Die Bandbreite reicht von Sorten, die fast giftig sind, bis hin zu solchen, die für den pharmazeutischen Gebrauch geeignet sind.

Einige Fakten zu Marihuana

In manchen Bereichen wurde zu viel schlechte Propaganda über Marihuana verbreitet, und in anderen wurde es als weniger gefährlich dargestellt, als es sein kann. Man sagt zum Beispiel, dass Marihuana absolut unschädlich sei. Das ist falsch. Marihuana zu rauchen hat dieselbe Wirkung wie Tabak zu rauchen. In beiden Fällen werden Stoffe verbrannt und Teerpartikel gelangen in die Atemwege. Das kann Krebs und andere Krankheiten verursachen.

Man hat auch bewiesen, dass exzessiver Konsum über einen langen Zeitraum neurologische Schäden zur Folge haben kann. Es kommt zu Beeinträchtigungen des Gedächtnis und der Konzentrationsfähigkeit. Auch wenn viele das Gegenteil behaupten, führt Marihuana zu einer Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit. Deshalb sollte man davon absehen, riskante Dinge zu tun, wenn man Marihuana konsumiert hat.

Fast alle Arten von Marihuana haben exzellente Wirkungen gegen Schmerz. Außerdem hat es eine wundersame Wirkung auf Patienten in chemotherapeutischer Behandlung. Es hilft, Übelkeit und andere Nebenwirkungen dieser Therapie zu lindern.

Marihuanakonsum ist zudem sehr entspannend. Zweifellos ist dies einer der Hauptgründe, warum Millionen von Menschen auf der ganzen Welt Marihuana konsumieren, obwohl es in den meisten Ländern illegal ist. Die Pflanze wirkt antidepressiv und anxiolytisch, d.h. angstlösend.

Lügen über Marihuana

Manche sagen, dass Marihuana abhängig mache, aber das stimmt so nicht. Zumindest macht es nicht körperlich abhängig. Allerdings können Menschen mit Suchtanfälligkeit sehr wohl eine starke Abhängigkeit entwickeln. Wenn eine genetisch bedingte Anfälligkeit vorliegt, ist Marihuana häufig eine Einstiegsdroge.

Wie positiv der Konsum von Marihuana in der Freizeit wirkt, hängt vom Konsumenten ab. Konsumiert man es in moderaten Mengen, kann es dabei helfen, zu entspannen, und stabilisierend wirken. Wenn man es hingegen übermäßig konsumiert, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später zu Problemen führen.

Manchmal wird Marihuana Eigenschaften zugeschrieben, die vollkommen falsch sind. Manche sagen zum Beispiel, dass es die Kreativität fördere. Es ist bewiesen, dass dies nicht stimmt. Was sich verändert, ist die visuelle und auditive Wahrnehmung. Weil Marihuana jedoch gleichzeitig die Konzentrationsfähigkeit hemmt, führt es nicht zu einer gesteigerten Kreativität. Tatsächlich macht es uns nur langsamer.

Marihuana kann genauso wie ähnliche Pflanzen dem Wohlergehen der Menschheit dienen. Seine Illegalität in vielen Ländern ist wahrscheinlich die größte mit ihm verbundene Gefahr, denn dadurch kann seine Qualität nicht kontrolliert werden, weshalb oft gestrecktes Marihuana konsumiert wird. Falsch hergestellt oder falsch konsumiert, kann es sich in ein gefährliches Gift verwandeln. Wenn man es jedoch auf verantwortungsvolle Weise anbaut, kommerzialisiert und konsumiert, kann es unter bestimmten Bedingungen zur Förderung der körperlichen und psychischen Gesundheit mancher Menschen dienen.

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