Musik und körperliche Betätigung: Wie füreinander geschaffen

05 Oktober, 2020
Dank der Analyse von 139 verfügbaren Studien können wir heute bestätigen, dass Musik das sportliche Training verbessern kann, indem sie die Leistung optimiert, das Gefühl der Müdigkeit verzögert und die körperliche Aktivität viel angenehmer macht.

Musik und körperliche Betätigung gehen Hand in Hand, was bedeutet, dass die Kombination der beiden Elemente viel Freude bereiten kann. Musik spielt jedoch nicht nur beim Tanz eine wesentliche Rolle, sie kann auch die Leistungsfähigkeit bei anderen Aktivitäten steigern.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Peter Terry führte eine Studie durch, in der Informationen berücksichtigt wurden, die mehr als ein Jahrhundert umfassen. Die Studie über die Vorteile von Musik bei körperlicher Betätigung wurde an der University of Southern Queensland (Australien) in Zusammenarbeit mit Professor Costas Karageorghis und seinem Team durchgeführt.

Ihre Schlussfolgerungen hielten sie kürzlich in einem Artikel mit dem Titel Effects of Music in Exercise and Sport: A Meta-Analytic Review fest, in dem schlüssige Beweise für die Vorteile von Musik veröffentlicht wurden. So vereinfacht Musik zum einen die körperliche Aktivität und trägt zum anderen zu einem größeren Vergnügen bei der Ausführung der Aktivität bei.

„Wenn Worte versagen, spricht die Musik.“

-Hans Christian Andersen-

Musik und körperliche Betätigung gehen Hand in Hand

Peter Terrys Studie über Musik und körperliche Betätigung

In Zusammenarbeit mit Costas Karageorghis und ihren jeweiligen Teams, analysierte Peter Terry 139 verfügbare Untersuchungen zu diesem Thema. Diese reichten von 1911 bis 2017 und decken somit mehr als ein Jahrhundert ab. Ziel ihrer gemeinsamen Studie war es, eine vollständige und zuverlässige Zusammenfassung über die Vorteile von Musik bei körperlicher Betätigung zu erstellen.

Wenn die körperliche Betätigung mit Musik kombiniert wird, macht dies die Aktivität einfacher und angenehmer. Indem sie eine sehr große Stichprobe an Daten von Tausenden von Teilnehmern nahmen, stellten sie fest, dass Musik physiologische Vorteile bietet und auch „ergogen“ wirkt, das heißt, sie verbessert die Leistung. Anschließend präsentieren wir dir weitere Vorteile.

1. Musik beim Training sorgt für eine positive Stimmung

Die Forscher kamen zu der Erkenntnis, dass Musik unsere gute Laune bei körperlicher Aktivität steigert. Dies liegt daran, dass sie eine dissoziative Wirkung ausübt, indem sie einer Person hilft, ihre gegenwärtige Situation zu vergessen. Auf diese Weise ruft die Musik bei Sportlern relevante und bedeutende Situationen der Vergangenheit oder Zukunftsträume hervor.

Dies geschieht, wenn du Musik aus deiner persönlichen Wiedergabelisten anhörst. Mit anderen Worten, es reicht nicht aus, nur Zugriff auf ein Lied zu haben, die Wirkung ist besonders gut, wenn es sich um Lieblingslieder handelt.

2. Musik erhöht die körperliche Leistungsfähigkeit

Die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit wird von Wissenschaftlern als „ergogener Effekt“ bezeichnet. Dieser Effekt entspricht der spontanen Zunahme deiner körperlichen Leistungsfähigkeit während der Aktivität. Wenn du beispielsweise normalerweise 30 Bauchmuskelübungen durchführst, kannst du mit der gleichen Wahrnehmung von Anstrengung mehr tun, während du Musik hörst.

Dies gilt hauptsächlich für sich wiederholende Aerobic-Übungen. Der Effekt tritt auf, wenn die Aktivität auf den Rhythmus eines Songs abgestimmt ist. Die Forscher wiesen darauf hin, dass Musik eine gute Referenz für die Aufrechterhaltung eines konstanten Kick- und Scuff-Rhythmus sein kann.

Musik reduziert die wahrgenommene Anstrengung bei körperlicher Betätigung

3. Musik reduziert die wahrgenommene Anstrengung bei körperlicher Betätigung

Ein weiterer interessanter Vorteil von Musik beim Sport ist der, dass sie die Wahrnehmung deiner Anstrengungen verändert. Mit anderen Worten, sie verhilft dir zu einem Gefühl, dass dich deine Bewegung weniger schwierig und mühsam anfühlen lässt. Das wiederum bedeutet, dass das Gefühl des Aufopferns oder des Schmerzes bei körperlicher Aktivität erheblich abnimmt.

In anderen Studien, die an der Universität von Jyväskylä in Finnland durchgeführt wurden, stellten die Forscher fest, dass lebhafte und tanzbare Rhythmen im Allgemeinen das Gefühl wahrgenommener Anstrengung verringern. Dieser Effekt verbessert alle persönlichen Erfahrungen.

4. Musik beim Training verbessert die physiologische Effizienz

Terry und Karageorghis stellten fest, dass die physiologische Effizienz beim Training während des Musikhörens zunimmt. Das heißt, dass die Verwendung deines Sauerstoffs optimiert wird. Infolgedessen erhöht die Aktivität die Durchblutung, verringert jedoch die Menge an Sauerstoff, die erforderlich ist, um einer solchen Erhöhung zu entsprechen.

Alles deutet darauf hin, dass die hervorgerufene Stimmung, die zum Schaukeln deines Körpers beim Hören der verschiedenen Rhythmen dazu beiträgt, dass deine Atmung harmonischer abläuft. Infolgedessen verbesserst du deine Atmung und fühlst dich letztendlich erst später müde.

Letzten Endes stimmt es, dass Musik eine äußerst interessante Wirkung auf unser Gehirn hat. Die Neuigkeit ist jedoch die, dass wir anhand dieser Studie sehen können, inwieweit dieser Effekt uns bei der Durchführung von Aktivitäten helfen kann, die sich im Prinzip mühsam anfühlen. Musik ist daher ein großartiger Verbündeter, um mehr aus deiner Trainingsroutine herauszuholen.

Valdayo, Á. C. (2017). La influencia de la música y el ejercicio físico en la preparación física y psicológica. Revista de Educación, Motricidad e Investigación, (6), 3-18.