Welchen Einfluss hat Musik auf uns?

· 11. Mai 2018

Musik ist eine universelle Sprache, die Emotionen und einzigartige Empfindungen wecken kann. Manchmal können wir fühlen, was ein Künstler uns vermitteln will, auch wenn wir nicht wissen, was seine Texte bedeuten, weil wir ihn in einer unbekannten Sprache singen hören. Was wir sofort verstehen, ist, ob seine Worte etwas Fröhliches, Trauriges oder Dramatisches ausdrücken. Das ist der Einfluss von Musik auf unsere Seele – und er geht noch weiter.

Musik ist wie Schokolade. Jeder mag sie. In Kulturen aller Zeiten, ganz egal wo sie sich entwickelten, gab es immer Platz für rhythmische Klänge, die Gefühle vermitteln konnten. In jedem Zeitalter und jeder Zivilisation gab es diese besondere Ausdrucksform, die die Musik ist, sodass wir heute unzählige Stile kennen.

„Wenn ich mich fürchte, halte ich meinen Kopf aufrecht und pfeife eine fröhliche Melodie. Und jedes Mal überzeugt mich das Glück in der Melodie, dass ich keine Angst habe.“

Rogers und Hammerstein

Ohne dass es uns immer bewusst wäre, suchen wir oft nach Musik, um Gefühle, die uns überwältigen, auszudrücken. In der Musik finden wir einen Ort, an dem diese Emotionen frei fließen können, ohne jemandem zu schaden. Manchmal treffen wir uns zum Tanzen und lassen uns vom Rhythmus der Musik leiten, oder wir hören uns bestimmte Lieder an, um uns zu beruhigen, zu konzentrieren oder Inspiration zu finden. Aber wie beeinflusst Musik eigentlich unseren Geist?

Experimentieren mit Musik

An der Fakultät für Psychologie der BUAP-Universität in Mexiko wurde unter der Leitung von Professor Roberto Valderrama Hernández ein interessantes Experiment durchgeführt. Sein Ziel war es, die Wirkung von „schwerer“ Musik auf Angst zu untersuchen. Mit „schwerer“ Musik bezieht sich der Professor auf Musik mit einem unregelmäßigen, schnellen Rhythmus, die in einer sehr hohen Lautstärke gespielt wird, genau genommen auf Heavy Metal Musik.

Kopfhörer

Die Studie umfasste Untersuchungen an 137 Probanden. Unter ihnen waren 31 Männer und 106 Frauen. Ihr Durchschnittsalter war 20 Jahre und sie waren alle Psychologiestudenten. Zuerst durchliefen sie einen Test, um ihr Angstlevel zu messen. Dann mussten sie immer wieder Fragmente von Heavy Metal Musik hören. Insgesamt haben sie 47 Minuten lang Musik gehört. Die Forscher beobachteten, dass die Teilnehmer während dieser Zeit immer unruhiger wurden. Sie drückten das aus, indem sie ständig ihre Position änderten und unregelmäßige Hand- und Fußbewegungen machten.

Valderrama Hernández kam zu dem Schluss, dass diese Art überstimulierender Musik die Angst erhöht. Seine Erklärung dafür ist, dass die zugehörigen Rhythmen das sympathische Nervensystem stark reizen, was wiederum die physische und psychische Anspannung steigert. Wenn diese nicht durch Bewegungen gelöst werden, staut sich die Energie und verursacht Angstsymptome.

Der positive Einfluss der Musik

Die Tatsache, dass Musik Energie erzeugen, ist eigentlich kein Problem. Zu einem Problem wird es dann, wenn diese Energie nicht durch irgendeine Art von körperlicher Aktivität freigesetzt werden kann. Heavy Metal ist großartig in Situationen, die energetisches oder kompetitives Verhalten erfordern, z. B. bei einem Workout.

Mädchen spielt Cello

Auf der anderen Seite kann Musik uns auch entspannen. Entspannung wird durch solche Musik erreicht, die regelmäßigeren, langsameren Rhythmen folgt und in einer geringeren Lautstärke wiedergegeben werden. Besonders klassische und instrumentale Musik können uns beruhigen. Sie werden deshalb an Orten gespielt, an denen Strahlentherapie oder aggressive medizinische Behandlungen durchgeführt werden.

Wissenschaftler konnte feststellen, dass unterschiedliche Rhythmen verschiedene Bereiche des Gehirns stimulieren. Tatsächlich legen Untersuchungen der University of Florida (Florida, USA) nahe, dass musikalische Reize eine umfassendere Gehirnaktivierung bewirken als jeder andere bekannte Stimulus. Das sind die wichtigsten positiven Effekte von Musik:

  • Sie stärkt das Lernen und Gedächtnis.
  • Sie reguliert die Freisetzung von Stresshormonen.
  • Angenehme Erlebnisse und Erinnerungen werden erschaffen und abgerufen.
  • Sie beeinflusst den Herzschlag, Blutdruck und Puls.
Gehirn mit Kopfhörern

Wissenschaftler haben auch bewiesen, dass Musik das Immunsystem stärkt und uns dadurch gesünder macht. Das gilt übrigens nicht nur für uns Menschen: Kühe geben mehr Milch, wenn Mozarts Sonaten für sie gespielt werden. Und es ist auch kein Zufall, dass Pflanzen besser gedeihen, wenn Musik im Hintergrund läuft. Der Schlüssel ist, den Rhythmus zu finden, der uns in der jeweiligen Situation am meisten nutzen kann. Auf diese Weise kann Musik einen positiven Einfluss auf unser Leben haben.