5 mentale Tricks, um schwierige Zeiten zu überstehen

Wir alle können einfache Tricks in unser Leben integrieren, um Wohlbefinden, Motivation und Produktivität zu verbessern. 
5 mentale Tricks, um schwierige Zeiten zu überstehen
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 09. Februar 2023

Der Neurowissenschaftler David Eagleman¹⁺² weist darauf hin, dass wir nicht intelligent genug wären, unser Gehirn zu verstehen, wenn unser Gehirn einfach genug wäre, um verstanden zu werden. Wenn dieses Organ, das etwas mehr als 1.300 Gramm wiegt und hundert Milliarden Neuronen enthält, so komplex ist, dann nur aus einem Grund: um unsere Evolution und Anpassung an eine Umwelt zu erleichtern, die sich immer komplexer gestaltet. Das Gehirn soll unser Überleben sichern, deshalb drängt es uns oft zu unflexiblen Verhaltensmustern und flüstert uns ein: “Sei vorsichtig”, “Fürchte dich”… Wir verlangen von ihm hingegen nur ein paar Glückserlebnisse, um Motivation zu finden und schwierige Zeiten zu überstehen.

Wir lassen uns oft von automatischen Prozessen mitreißen, die uns zwar vor realen (und imaginären) Gefahren schützen, aber ihren Preis haben: Apathie, Mangel an Motivation und eine geringere Bereitschaft, uns für unsere Träume und Wünsche zu engagieren. Wenn wir unseren Verstand umprogrammieren, können wir aus diesen starren Denkweisen ausbrechen, die dem Wohlbefinden im Wege stehen. Einfache Tricks helfen, Erfindungsreichtum, Innovation und transversales Denken zu fördern. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren.

“Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen.”

Albert Einstein

Mentale Tricks, um schwierige Zeiten zu überstehen
Stress und negative Gedanken sind zwei große Feinde unseres Geistes. Wenn wir lernen, mit ihnen umzugehen, können wir unser Wohlbefinden steigern und schwierige Zeiten besser überwinden.

Mentale Tricks, um schwierige Zeiten zu überstehen

Mentale Tricks sind kognitive Strategien, mit denen wir neue, gesündere und effizientere Denkweisen entwickeln können. Es geht nicht um Magie, sondern um Einfallsreichtum und die Bereitschaft, sich auf eine Reihe von Überlegungen einzulassen, die zwar etwas Anstrengung erfordern, jedoch sehr nützlich sind.

Um dieses Bedürfnis besser zu verstehen, lohnt es sich, ein Buch zu erwähnen, das vor ein paar Jahren sehr erfolgreich war: Everything is Fucked: Ein Buch über Hoffnung³, von Mark Manson (2019). In diesem Werk vergleicht der Autor den Verstand mit einem Auto. Wir denken, dass es unsere logische, intelligente und rationale Herangehensweise ist, die dieses Auto antreibt, aber das ist nicht der Fall. Derjenige, der die Kontrolle hat, ist ein “fühlhirngesteuerter Fleischroboter”, der von einem impulsiven und emotionalen Geist beherrscht wird. Wir brauchen Strategien, um das Steuer unseres Lebens wieder in die Hand zu nehmen und uns unseren Zielen zu nähern.

 1. Mentaler Trick zur Überwindung von Schmerz und Frustration

Das Gehirn hat eine gewisse Toleranz für Schmerz und Frustration. Seine natürliche Reaktion ist, diese Empfindungen zu stoppen und zu blockieren. Wenn das Leben ungerecht ist, müssen wir aktive Strategien entwickeln, um uns besser zu fühlen. Meistens bleiben wir jedoch in diesem unangenehmen Raum stecken, der von Wut und Frustration beherrscht wird. Wir dürfen jedoch nicht vergessen: Emotionen mit negativer Wertigkeit sind schädlich, wenn wir nicht richtig damit umgehen.

  • Strategie: Unbehagen akzeptieren

Es ist nicht notwendig, sich in unbequemen Erfahrungen wohlzufühlen, es geht darum, sie zu tolerieren. Du musst lernen zu akzeptieren, dass auch Unbehagen ein Teil der Existenz ist.

Dabei hilft dir folgender Satz: “Ich akzeptiere diese unangenehme Erfahrung, ich weiß, dass sie vorübergeht und dass ich dadurch langfristig als Mensch wachsen kann.

2. Mentaler Trick, um neue Möglichkeiten zu finden

Hast du das Gefühl, dass du in einer Sackgasse steckst? Brauchst du eine Veränderung in deinem Leben und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Wir alle haben diese Momente der persönlichen Krise erlebt, in denen wir uns nach neuen Horizonten sehnen, nach neuen Möglichkeiten, unser existenzielles Projekt neu auszurichten.

  • Strategie: Offener und aufgeschlossener Geist

Um neue Perspektiven zu sehen, kannst du dir Fragen stellen. Erlaube es deinem Geist, neugierig, offen und wissbegierig zu sein: “Was brauche ich jetzt? Mit wem könnte ich sprechen, um Inspiration, Rat oder Anleitung zu bekommen? Wie möchte ich mich in einem Jahr sehen? Welche Veränderungen könnte ich heute vornehmen, um das zu erreichen?”

3. Mentaler Trick, um innere Ruhe zu erreichen

Stress ist der mentale Lärm, der uns beschleunigt, der alle unsere psychologischen Räume füllt und unsere Fähigkeit zum Nachdenken und zur Entscheidungsfindung blockiert. Es ist nicht einfach, innere Ruhe zu erreichen, mit dir selbst in Kontakt zu treten und aufwühlende Emotionen zu besänftigen. Du musst versuchen, die Welt mit Gelassenheit zu betrachten.

  • Visualisierungsstrategie: Dein Geist ist ein Energiereservoir

Die Anglia Ruskin Universität in Großbritannien hat eine interessante Studie über Visualisierung und mentale Bilder als therapeutische Übung durchgeführt. Diese Strategie ist sehr effizient, wenn es darum geht, Stress und Ängste abzubauen.

Visualisiere deinen Geist, als wäre er ein Reservoir, in das du nur heilende und nährende Energie einlässt. Zuerst musst du jedoch all jene Dinge aussortieren, die dich belasten. Danach ist Platz für erfreuliche Aktivitäten: Lesen, Spaziergänge, angenehme Unterhaltungen… Du wirst damit innere Harmonie und Ruhe finden.

4. Mentaler Trick, um deine negativen Gedanken zu beseitigen

Negative Gedanken sind wie Rost, der dein psychisches Wohlbefinden zersetzt. Wir alle haben sie, aber manche Menschen produzieren sie ständig, was sehr erschöpfend ist. Du musst lernen, sie auszuschalten, um einer Depression oder Angststörung vorzubeugen.

  • Strategie: Stoppe das Gedankenkarussell 

Um die Produktion negativer Gedanken zu kontrollieren, betrachte sie so, als wären sie in deinem Kopf die Mieter, die keine Miete zahlen. Sie sind Hausbesetzer, sie zerstören alles und bieten dir keine Gegenleistung. Positive und widerstandsfähige Ansätze hingegen tragen zu deinem Wohlbefinden bei, sie bringen Erträge. Deshalb ist es an der Zeit, diese schädlichen Präsenzen zu vertreiben, die dich in den Ruin führen können.

Frau denkt über schwierige Zeiten nach
Wir alle können neue Ressourcen und mentale Ansätze entwickeln, um uns besser zu fühlen und schwierige Zeiten zu überstehen.

5. Mentaler Trick, um deine Ziele zu erreichen

Wir alle haben Träume, Wünsche und Ziele, die weit entfernt sind. Die WOOP-Methode kann dir helfen, ihnen näher zu kommen. Gabriele Oettingen, Psychologieprofessorin an der Universität Hamburg und Autorin des Buches Die Psychologie des Gelingens ⁴ entwickelte diese Technik, um die Zielerreichung zu vereinfachen.

Das Akronym setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • Wisch (Wunsch) = Visualisiere und konkretisiere deinen Wunsch oder dein Ziel.
  • Outcome (Ergebnis) = Wir wäre es, wenn du dein Ziel erreichen würdest?
  • Obstacle (Hindernis) = Welche Schwierigkeiten können auf dem Weg zum Ziel auftreten?
  • Plan (Plan) = Welche Instrumente, Strategien oder Pläne helfen dir, die Hindernisse zu überwinden?

Wir alle können diese einfachen Tricks in unser Leben integrieren, um Wohlbefinden, Motivation und Produktivität zu verbessern. Schalte den Autopiloten aus und entwickel eine fokussierte, reflektierte Einstellung, um in der komplexen Realität, die wir erleben, zurechtzukommen und schwierige Zeiten zu überwinden.

Literaturempfehlung

  1. The Brain: Die Geschichte von dir, David Eagleman, Pantheon 2017
  2. Kreativität: Wie unser Denken die Welt immer wieder neu erschafft, David Eagleman und Anthony Brandt, Siedler 2018
  3. Die Psychologie des Gelingens, Gabriele Oettingen, Pattloch 2015
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  • Holmes, P., and Calmels, C., A neuroscientific review of imagery and observation use in sport. Journal of Motor Behavior, Vol. 40, No. 5, 2008, pp433–445.
  •  Pearson, D. G., Mental imagery and creative thought. Proceedings of the British Academy, Vol. 147, 2007, pp187–212.

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