Menschen vertrauen: Was hilft dir dabei?

Anderen Menschen zu vertrauen bedeutet zu riskieren, dass sie dich möglicherweise verletzen, schädigen oder enttäuschen. Auf der anderen Seite können sie dir aber auch helfen und für dich da sein. Was sind die häufigsten Hindernisse und Motivationen beim Aufbau von Vertrauen?
Menschen vertrauen: Was hilft dir dabei?

Letzte Aktualisierung: 26. März 2021

Menschen fällt es schwer, einander zu vertrauen. Anderen Menschen zu vertrauen ist mit einem Risiko verbunden, denn es bedeutet, die Sicherheit der eigenen Komfortzone aufzugeben. Es bedeutet das Risiko einzugehen, dass andere Personen dich betrügen und dir sogar großen Schaden zufügen. Anderen Menschen vertrauen – was bringt uns dazu? Was treibt uns an, diesen Vertrauensvorschuss zu geben?

Es gibt dabei sehr große individuelle Unterschiede. Manche Menschen vertrauen schneller, während andere Zeit zur Prüfung der Vertrauenswürdigkeit brauchen.

Auf der einen Seite gibt es Menschen, die immer nur das Beste von anderen erwarten. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die von vorneherein erwarten, dass man sie betrügen wird. Ist dies also nur eine Frage der Persönlichkeit?

Menschen vertrauen – Was bringt uns dazu?

Menschen vertrauen - Was bringt uns dazu

Unser Naturell

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches brauchen wir soziale Interaktion. Der Aufbau sinnerfüllter Beziehungen zu anderen Menschen ist förderlich für unsere Gesundheit. Das Gefühl der Zugehörigkeit ist eines unserer Grundbedürfnisse. Darüber hinaus lohnt sich Sozialisation aber auch und beeinflusst unser Selbstwertgefühl und Wohlbefinden positiv.

Wenn es darum geht, mit anderen eine Bindung einzugehen und ihnen zu erlauben, uns nahezukommen, ist Vertrauen eine wesentliche Zutat. Ohne ein Mindestmaß an Vertrauen wäre es nicht möglich, Bindungen zu anderen Menschen aufrechtzuerhalten. Unsere soziale Natur ist einer der Hauptaspekte, der uns dabei hilft anderen Menschen zu vertrauen.

Lernen hilft uns zu vertrauen

Darüber hinaus ist die Fähigkeit, anderen zu vertrauen, zu einem großen Teil etwas, das wir erlernen. Wir sind geprägt durch unsere Erfahrungen in den ersten Monaten unseres Lebens und von Verhaltensweisen, die uns unsere Mitmenschen beigebracht haben. Wir sprechen hier von der Qualität der ersten Bindungen eines Menschen.

Wenn diese ersten Bindungen die Bedürfnisse einer Person in einer angemessenen, übereinstimmenden und nachvollziehbaren Weise erfüllen, dann wird dadurch eine Grundlage des Vertrauens in die Welt geschaffen. Wenn die Aufmerksamkeit und Fürsorge, die das Kind erhielt, unvorhersehbar und wechselhaft waren, dann wird die Person jedoch wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, anderen zu vertrauen.

Infolgedessen werden alle unsere späteren Lebenserfahrungen dazu beitragen, diese frühen Eindrücke entweder zu bestätigen oder zu formen. Die Erfahrungen, die wir in den für uns wichtigen Beziehungen sammeln, erhöhen oder untergraben unsere Fähigkeit zu vertrauen.

Zeit

Zweifellos ist einer der Faktoren, der das Vertrauen, das du in andere setzt, am meisten beeinflusst, die Zeit. Wenn du eine Person gerade erst kennengelernt hast, kannst du ihr noch nicht vertrauen. Das ist erst möglich, wenn du ihre Werten und Einstellungen kennst.

Mit der Zeit kannst du prüfen, was für ein Mensch es ist und wie er sich in verschiedenen Situationen verhält oder reagiert. Auf dieser Grundlage wirst du den Grad des Vertrauens, den du in ihn hast, entweder erhöhen oder verringern.

Dies geschieht auch in Beziehungen, die nicht emotional sind. Stell dir vor, du hast gerade erst angefangen, in einem Unternehmen zu arbeiten. Es ist logisch, dass deine Kollegen und Vorgesetzten dir zunächst noch vorsichtig gegenüberstehen.

Wenn du jedoch deine Fähigkeiten unter Beweis gestellt und gezeigt hast, dass du das Vertrauen verdienst, wirst du nach und nach immer mehr Aufgaben und Verantwortung übertragen erhalten.

Wenn du deine Beziehungen durchleuchtest, wirst du feststellen, dass die Menschen, denen du mehr vertraust, diejenigen sind, mit denen du schon über einen längeren Zeitraum verbunden bist. Im Laufe der Zeit haben die Beständigkeit in ihrem Verhalten und die Einstellungen dazu beigetragen, dass sich die Beziehung festigt.

Ruf

Schließlich sollten wir uns daran erinnern, dass Taten mehr aussagen als Worte. So wird auch der Ruf einer Person Grundlage dafür sein, ob du ihr vertraust oder nicht. Wenn du eine Person nicht wirklich kennst, dann wird ihr Ruf deine eigene Einstellung ihr gegenüber beeinflussen.

Im Laufe der Zeit werden jedoch die Dinge, die du gehört hast, im Vergleich zu deinen tatsächlichen Erfahrungen an Bedeutung verlieren. Vertrauen wird durch Handlungen erzeugt. Es sind das Verhalten und die Einstellung der anderen Person, die darüber entscheiden, ob sie deines Vertrauens würdig ist oder nicht.

Gruppe von Menschen sich vertrauen

Ändern deine Bereitschaft, anderen zu vertrauen

Kurz gesagt: Vertrauen ist immer beidseitig. Es besteht kein Zweifel daran, dass die meisten von uns die andere Person erst mehr oder weniger gut kennenlernen müssen, bevor sie ihr vertrauen. Es gibt jedoch auch viele Menschen, die schlechte Erfahrungen machen und deshalb daran gehindert werden, gute und solide Beziehungen aufzubauen.

Wenn dies bei dir der Fall ist und du dich deswegen schlecht fühlst, kannst du jederzeit die Hilfe eines Spezialisten in Anspruch nehmen, der dir bei einer objektiven Beurteilung hilft. Seine Einschätzung und ein entsprechender Aktionsplan werden dir dabei helfen, anderen zu vertrauen und das Vertrauen anderer zu erlangen. Du wirst dich dann im Umgang mit Menschen viel besser fühlen.

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  • Luhmann, N. (2005). Confianza (Vol. 23). Anthropos Editorial.
  • Gallardo, R. Y., Figueroa, L. A., & Solar, F. C. (2006). Confianza y desconfianza: dos factores necesarios para el desarrollo de la confianza social. Universitas Psychologica5(1), 9-20.