Menschen, mit denen wir uns von Anfang an unwohl fühlen

11 Juli, 2020
Es gibt Menschen, mit denen wir uns von Anfang an unwohl fühlen. Aber der erste Eindruck muss nicht unbedingt richtig sein. Daher sollten wir analysieren, warum wir uns so fühlen. 

Es gibt Menschen, mit denen wir uns von Anfang an unwohl fühlen. Das liegt vielleicht an ihrer Art oder ihrem Verhalten, wie sie uns ansehen oder Raum für sich einnehmen. Manchmal liegt es auch einfach daran, wie diese Menschen reden. Es ist, als wäre ein ausgeklügeltes, aber primitives Alarmsystem in uns ausgelöst worden. Dieser Alarm möchte uns darauf hinweisen, dass wir uns besser von dieser Person fernhalten.

Dieses Gefühl kennen wir alle. Unser Gehirn muss unendlich viele Reize, Hinweise und Gesten filtern und fällt daher schnell ein Urteil. Es möchte nämlich wissen, ob wir der Person vor uns vertrauen können. Allerdings sollten wir berücksichtigen, dass sich unser Gehirn auch irren kann. Wenn wir die Person näher kennenlernen, stellen wir vielleicht fest, dass unser erster Eindruck falsch war.

Aus diesem Grund sollten wir verstehen, woher dieses Unbehagen kommt, wenn wir andere Menschen kennenlernen. Experten wie Mark Schaller, Professor für Psychologie an der University of British Columbia, weisen darauf hin, dass unser Gehirn bestimmte kognitive Reaktionen und Verhaltensweisen nutzt, um uns zu „schützen“ oder unsere Integrität zu wahren.

Aber manchmal entsprechen unsere Reaktionen eher unserem Instinkt als einer objektiven, realistischen Wahrnehmung. Wir empfehlen euch daher, den Einfluss möglicher Vorurteile abzuschätzen und zu bewerten. Idealerweise kombinieren wir Logik und Intuition, wenn wir jemanden kennenlernen.

Jedem zu glauben ist gefährlich, aber niemandem zu glauben ist gefährlicher.

Abraham Lincoln

Sollen wir unserem Instinkt vertrauen?

Wir alle verlassen uns zu einem gewissen Maße auf „schützende Vorurteile“. Mit anderen Worten, wir beurteilen Menschen fast automatisch. Dieser Instinkt beruht auf unserem Selbsterhaltungstrieb. Um uns vor Fremden zu schützen, versuchen wir vorsichtig im Umgang mit ihnen zu sein.

Verschiedene Studien, wie zum Beispiel eine an der Arizona State University durchgeführte Untersuchung, weisen darauf hin, dass dieser Prozess als adaptive Reaktion in unser Gehirn integriert ist, um uns vor Gefahren zu schützen. Dies kann jedoch, wie wir bereits gelesen haben, zu Fehleinschätzungen und stereotypen Vorurteilen führen. Deshalb sollten wir uns nicht immer auf unseren Instinkt verlassen.

Wenn wir also eine Person treffen, mit der wir uns von Anfang an unwohl fühlen, sollten wir über einige der folgenden Aspekte nachdenken.

Manchmal können wir uns in der Gesellschaft mit anderen unwohl fühlen - sind Vorurteile dafür verantwortlich?

Wie sieht dich dein Gegenüber an?

Manche Menschen urteilen und verachten andere auf den ersten Blick. Studien wie die an der Universität Tel Aviv im Jahr 2018 durchgeführte zeigen zudem, dass viele Frauen sich durch die Art und Weise, wie manche Männer sie betrachten, sehr unwohl fühlen. In dieser Studie fanden die Forscher heraus, dass Frauen dies vor allen Dingen oft am Arbeitsplatz wahrnehmen. Denn manche Männer betrachten Frauen als Sexobjekt oder sehen sie verächtlich an.

Deine Intuition kann dich unwohl fühlen lassen

Intuition ist nicht eine Ahnung oder ein Erkenntnisprozess. Sie ist auch kein anderer übernatürlicher oder unwissenschaftlicher Mechanismus. Tatsächlich ermöglicht uns diese Fähigkeit, angesichts der täglichen Herausforderungen schnell zu handeln. Sie speist sich nämlich aus unseren bisherigen Erfahrungen sowie unserer Persönlichkeit.

Intuition ist wie ein Kofferraum, in dem wir alles verstauen, was wir erlebt und gefühlt haben. Außerdem bewahren wir dort unsere emotionale Essenz und Persönlichkeit auf. Wenn wir also spontan auf etwas reagieren müssen, führt uns unsere Intuition.

Wenn wir uns mit einer Person unwohl fühlen, gibt es fast immer einen Grund dafür. Die Intuition sagt uns vielleicht, dass diese Person jemandem ähnelt, dem wir bereits vorher schon einmal begegnet sind und mit dem wir negative Erfahrungen gemacht haben. Daher warnt uns unsere innere Stimme, Umsicht zu üben. Es ist daher eine gute Idee, auf dieses innere Warnsignal zu hören.

Wenn wir uns mit Menschen unwohl fühlen, kann das an unserer Intuition liegen.

Gegensätze, die dich unwohl fühlen lassen

Manchmal wissen wir nur, indem wir einen Menschen ansehen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir mit dieser Person nicht kompatibel sind. Ein Beispiel dafür ist, wenn ein introvertierter Mensch auf einen extrovertierten trifft. Denn mit einem extrovertierten Menschen im selben Raum zu sein, kann für einen ruhigeren Menschen zu einer Herausforderung werden. Dies liegt daran, dass die Extrovertierten in ihren Raum eindringen, übermäßig reden oder sich über ihre ruhige Natur lustig machen könnten.

Abschließend sei gesagt: So wie es Menschen gibt, mit denen wir uns unwohl fühlen, gibt es Menschen, die wir von Anfang an mögen. Trotzdem ist es immer eine gute Idee, unseren ersten Eindruck zu hinterfragen.

Manchmal lohnt es sich, dem Gegenüber etwas mehr Zeit zu geben, da wir angenehm überrascht werden können. Wenn unser Unwohlsein aber nicht verschwindet, sollten wir auf unsere Intuition hören und uns von dieser Person fernhalten.

  • Bareket, O., Shnabel, N., Abeles, D., Gervais, S., y Yuval-Greenberg, S. (2018). Evidencia de una asociación entre la conducta de observación objetiva espontánea de los hombres y su respaldo a actitudes objetivas hacia las mujeres. Los roles sexuales: un diario de investigación . doi: 10.1007 / s11199-018-0983-8.
  • McCoy, S. K., & Major, B. (2003). Group identification moderates emotional responses to perceived prejudice. Personality and Social Psychology Bulletin29(8), 1005–1017. https://doi.org/10.1177/0146167203253466