Lesen heißt nicht leben, aber es bietet einen Weg, ins Leben zurückzukehren

16. Februar 2016 en Bücher 4 Geteilt

Lesen heißt nicht leben, aber es ist eine der besten Arten, lebendig zu sein, in ein Meer voller Buchstaben einzutauchen, um uns zu flüchten, wiedergeboren zu werden und uns in diesen Inseln des literarischen Seelenfriedens zu lösen.

Was bedeutet Lesen für dich? Manche sagen, dass wir lesen, um zu wissen, dass wir nicht allein sind. Andere, um den Alltag lebendiger und zufriedenstellender zu gestalten.

In ein Buch einzutauchen ist eine Übung, die uns nährt, uns bildet und unseren Geist freier und mächtiger macht.

Das Lesen, die Bücherstellen gute Mittel dar, Welten und Kulturen zu verbreiten und die Grenzen der Zeit zu überschreiten. Sie sind das Erbe der Menschheit, das von Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird, wie ein wertvoller Schatz.

Wenn du das Handwerk des intensiven nächtlichen Lesens beherrschst, sind wir sicher, dass du dich mit diesen Überlegungen identifizieren kannst, bei denen wir dich wiederum einladen, sie zu ergänzen.

Die Kinderliteratur

So schnell, wie wir den Prozess des Lesens und Schreibens erlernen, beginnen wir auch, in diese ersten Bücher einzutauchen, die die Großen für uns öffnen oder die wir sogar manchmal für uns selbst entdecken.

Die ersten Kinderbücher sind emotionale Fußabdrücke, die mit unvergesslichen Fantasien verbunden sind. Es waren Schlösser, die wir zum ersten Mal öffneten, um Terror, Abenteuer und Liebe zu erfahren.

Oftmals, wenn wir die Augen schließen, wünschen wir uns all diese so neuen und intensiven Gefühle zurück, die durch das Umschlagen dieser gelblichen Blätter unserer Kinderbücher entstanden sind. Diese, die wir immer noch aufheben und die auf der ersten Seite mit unserem Namen versehen sind.

Auf eine Art und Weise sind alte Bücher wie Fotografien unserer Seelewie kleine Universen, die viele Teile unserer selbst enthalten.

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In diesem Meer von Buchstaben liegen unsere Emotionen versteckt und bewegen uns immer noch. Sie bringen uns dazu, uns zu fragen, ob sich die Kinder heutzutage den Büchern mit der gleichen Leidenschaft widmen, wie wir es getan haben. Klar ist, dass ihre Welt eine andere ist, dass die aktuelle Gesellschaft auf der Welle der Technologie schwimmt und nicht auf den weichen Seiten eines Buches.

Nun gut, statt die Unterschiede zu suchen, lohnt es sich, einige Mühe zu investieren, um eine erneute Annäherung herbeizuführen. Auf welche Weise? Durch diese einfachen Strategien:

  • Es ist die Aufgabe von uns allen, die Kinder frühzeitig an das Lesen heranzuführen. 
  • Die beste Art, dies zu tun, ist, ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen. Wenn Bücher in ihrem nächsten Umfeld etwas Vertrautes und Bekanntes sind, wird es für sie genauso sein.
  • Zwing sie nicht, eine bestimmte Art von Büchern zu lesen. An das Lesen kommt man durch Neugier und auf freiwilliger Basis, erlaube ihnen, selbst zu wählen.
  • Setze feste Lesezeiten, verhindere zum Beispiel, dass sie nachts, zum Zeitpunkt der Ruhe, mit einem Buch ins Bett gehen.

Die Bücher und die Kunst der Sinne

Es ist egal, wie dick die Bücher sind, denn sie wiegen nichts und stören auch nicht. Manchmal schleppen wir enorme Bücher mit uns herum, um sie während unserer Reisen im Zug oder im Bus zu verschlingen: Sie sind Inseln, auf die wir uns flüchten.

Bücher kann man lesen, riechen, liebkosen und für viele eignen sie sich nicht. Sie sind stille Freunde, mit denen wir eine einzigartige und außerordentliche Bindung eingehen. Freunde der Freude und Abenteuer.

Bücher kann man mit vielen Sinnen genießen. Eigentlich ist es sehr wahrscheinlich, dass du dich das Folgende schon mal gefragt hast: Warum haben alte Bücher diesen ganz speziellen Geruch, der uns neugierig macht und uns fesselt?

Dieser Geruch beruht auf einem geheimnisvollen Element in ihren Seiten. Es nennt sich Lignin und riecht ein wenig wie Vanille. Es handelt sich hierbei um ein pflanzliches Polymer, das den Bäumen hilft, ihre Kraft zu bewahren. Jedes alte Buch erzählt also seine Geschichte mit dieser sonderbaren Essenz, die sich durch das Altern des Papiers noch verstärkt und auch für das Vergilben verantwortlich ist. Heutzutage wird dieser berauschende Duft nur noch selten gerochen, in elektronischen Geräten steckt er nicht.

Lesen, um frei zu sein, lesen, um glücklich zu sein

Das Lesen ist mehr, als ein Zufluchtsort aus dem Alltag, es ist der Anfang von neuem Wissen, es ist das Erleben von fremden Geschichten, es bedeutet, in unmöglichen Welten zu verkehren. Es heißt, ein Buch zu schließen und zu verstehen, dass wir nicht mehr dieselben sind.

Lesen erweitert, es erlaubt uns, in die Realität zurückzukehren, wenn wir das wollen, wissend, dass in den Tiefen unseres Seins etwas ist, das uns weiterhin mit ihnen verbindet.

Und trotz dieses Wissens, trotz des Verständnisses dafür, dass Lesen nicht Leben heißt, da es nicht das reale Leben ist, machen sie, die Bücher, unsere Tage sehr viel lebendiger. 

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Wie werden diese Menschen wohl sein, die niemals ein Buch geöffnet haben? Gandhi sagte dazu:

„Dir passiert nichts, wenn du nicht liest, aber wenn du es tust, passiert dir viel.“

Das Leben bietet dir Weisheit, zweifellos, aber wer so oft liest, wie er atmet und täglich versucht, diese literarischen Schlösser zu öffnen, kann sich eines viel intensiveren Gewinns erfreuen: Auch wenn viele denken, dass diejenigen, die zu viel lesen, nicht in der realen Welt leben wollen, ist das ein Irrtum. Das Lesen bietet ständig neue Lektionen, die intelligentere Personen erschaffen. 

Ein gutes Buch erlaubt uns, viele alltägliche Aspekte, die uns Stress und Angst bereiten, zu relativieren. Sie lehren, erfreuen und beruhigen uns und führen uns in neues Wissen ein. Wer daran gewöhnt ist, viel zu lesen, wird zudem wählerischer und verfeinert seinen Sinn für Kritik. Man hat vielfältige und verschiedene Meinungen, man hat seine eigene Stimme, weil man in vielen Welten gelebt und sich in viele Köpfe hineingedacht hat.

Lesen ist nicht nur eine Form, freier zu sein. Es ist außerdem eine mächtige Waffe ganz in deiner Reichweite.

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