Kunst als Heilmittel für die Seele

· 11. November 2015

Liebt die Kunst und alles andere wird sich euch ergeben“.

Oscar Wilde

Die Kunst hat mir sehr viel gebracht. Ich habe durch sie so viele Dinge gelernt und durch ihre pure Präsenz einzigartige Erfahrungen gemacht.

Ich fühle mich, als würde ich mich durch die Kunst mit der  Welt, dem Künstler, der Menschheit verbinden. Es ist, als würde uns ein unsichtbarer Faden verbinden, obwohl uns tausende Kilometer von anderen Personen trennen.

Durch die Kunst habe ich verstanden, dass Gefühle universal sind, und dass wir alle Liebe, Traurigkeit, Freude, Scham etc. empfinden- egal wo wir sind, egal wer wir sind. Und dass wir all diese Gefühle in Kunstwerken finden und erfahren können.

Die Kunst war in vielen Momenten, in denen ich dachte, dass der Mensch voller Fehler ist, mein Balsam und mein Rückzugsort. In solchen Momenten ging ich ins Museum, um dort über die Kunstwerke nachzudenken und fühlte dabei eine Art Stendhal-Syndrom, das mich von meinen Zweifeln befreite.

Ich wünschte, ich hätte etwas künstlerische Begabung, mich durch ein Gemälde, eine Skulptur oder ein Gedicht ausdrücken zu können, denn das muss ein einzigartiges und wunderschönes Gefühl sein. Es beruhigt mich, wenigstens ein bisschen zu wissen, dass ich fähig bin, Kunst zu lieben und sie zu genießen und manchmal mache ich sogar „meine eigene Kunst“, um mich auszudrücken.

Vor einigen Jahren veröffentlichten norwegische Forscher unter der Leitung von Koenraad Cuypers eine interessante Studie. An der Studie nahmen fast 51.000 Personen teil und sie wurde im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht.

Laut Cuypers und seinem Team machen uns malen, sich an einer Ausstellung begeistern oder ein Musikinstrument spielen glücklicher und gesünder.

Eine kuriose Erkenntnis war, dass Männer glücklicher und gesünder sind, wenn sie Kultur konsumieren; bei Frauen ist es genau umgekehrt: sie sind zufriedener, wenn sie selbst aktiv sind.

In Zeiten, in denen die Depression und die Angst in unserer Gesellschaft alltäglich sind, würde es sicherlich nicht schaden, wenn uns der Doktor, wenn wir ihm wieder mal einen Besuch abstatten, um ein neues Rezept für unser Anxiolytikum zu bekommen, zur Begleitung unserer Behandlung Vorschläge und Empfehlungen der folgenden Art machen würde:

„Ich werde ihre Dosis reduzieren und möchte Sie auf die neuesten Ausstellungen in unserer Stadt aufmerksam machen; ich habe mir diese und jene angeschaut und sie sind wirklich gut.“  oder „Ich empfehle Ihnen die Gedichtesammlung von…“  oder „Gehen sie doch mal zum Bauchtanz, den sie seit Neuestem im Viertel anbieten.“

Was denkst du?

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Was bringt uns die Kunst?

  • Unseren Frust und negativen Gefühle zum Ausdruck bringen.
  • Tanzen, zum Beispiel, hilft vor allem Personen mit Essstörungen, da sie sich dabei ständig im Spiegel anschauen müssen, um ihre Körperbewegungen zu kontrollieren. Dies wird ihnen helfen, sich selbst so zu akzeptieren wie sie sind.
  • Die Musik kann manche Leiden besänftigen, da sie beruhigende und entspannende Eigenschaften hat. 
  • Malen und die Bildhauerei helfen bei der Beruhigung von Ängsten und Stress.
  • Das Theater ist besonders empfehlenswert für Personen mit mangelndem Selbstbewusstsein, denn es steigert das Vertrauen in uns selbst.
  • Die Fotografie ist ebenfalls geeignet für Personen mit bereits erwähnten Problemen, da diese besonders passiv sind.

Das Wichtigste ist, dass sich die Person während der Aktivität wohlfühlt, und nicht unwohl oder gezwungen. Die Kunst hilft uns, unsere kreative Seite kennenzulernen und zu entdecken, unser Potenzial zu steigern, uns selbst besser kennenzulernen und unser Ausdrucksvermögen und unsere Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.

Worauf wartest du noch? Entdecke die Kunst!