Kochen als ein therapeutisches Werkzeug

2. September 2019

Kochen ist eine dieser Aktivitäten, die Kunst, Technik und Wissen miteinander verbinden. Kultur und Liebe verschmelzen beim Kochen. Kombiniert mit regionalen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind dies die Zutaten für ein leckeres Essen. Wir bereiten unsere Mahlzeit auf der Grundlage althergebrachter Traditionen und neuer Kenntnisse vor. Tatsächlich ist das Kochen aber auch abhängig von den unterschiedlichen Beziehungen, die wir haben.

Wir können die Kochkunst aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachten. Einer von ihnen ist der praktische Faktor des Kochens. Wir bereiten zu, was auch immer wir gerade im Kühlschrank haben, um unseren Energiebedarf zu decken. Wir können Kochen aber auch aus einer kommerziellen Perspektive sehen, da die Zubereitung von Speisen ein Geschäft ist. Aber Kochen ist noch viel mehr, wie Guy de Maupassant schon wusste: „Kochen ist die Alchemie der Liebe.“

Richten wir den Blick auf die Freude, die uns das Kochen bringt, und die Tatsache, dass wir die Ergebnisse des Prozesses genießen können. Dann ist es der kreative und soziale Blickwinkel, der in der in den Vordergrund rückt. Kochen wird zu einem persönlichen Ausdruck, wenn wir es nicht als eine Pflicht oder Notwendigkeit betrachten. Wenn wir Speisen ohne Eile zubereiten, wird es zu einem therapeutischen Werkzeug. Nämlich dann, wenn wir mit unserer Kochkunst unseren Mitmenschen Zuneigung zeigen und einen besonderen Moment schaffen.

Sensorisches Bewusstsein – der erste Vorteil des Kochens

Kochen ist eine der Aktivitäten, die alle Sinne mit einbezieht. Diese bleiben während des gesamten Prozesses bis hin zum Nachtisch aktiv. Sehen, Hören, Fühlen und natürlich Riechen und Schmecken werden bei dieser Arbeit genutzt. Das Gleiche passiert auch, wenn wir essen.

So wird die Essenszubereitung zu einem echten Feuerwerk der Empfindungen, und daraus ergibt sich eine ganzheitliche Erfahrung. Es ist eine der wenigen Aktivitäten, die in uns diese ganze Palette an Eindrücken wecken kann. Deswegen allein lohnt sich das bewusste Zubereiten unseres Essens.

Eine Reihe von Gewürzen steht auf einem Tisch.

Kochen ist ein kreatives Erlebnis

Einer der interessantesten Aspekte am Kochen ist, dass es sich dabei um eine Aktivität handelt, bei der das Ergebnis nie das Gleiche ist. Eine Person kann ein Gericht zweimal kochen und es wird nie identisch schmecken. Zwei Personen können dasselbe Rezept ausprobieren und trotzdem kann das Endergebnis unterschiedlich ausfallen. Insofern handelt es sich beim Kochen um eine sehr persönliche und somit kreative Tätigkeit.

Ebenso erlaubt uns die Zubereitung von Speisen, unendlich viele Variationen auszuprobieren. Oft können wir jeden einzelnen Schritt eines Rezepts ändern. Manchmal kann das die Art sein, wie wir bestimmte Speisen zubereiten. Manchmal ist es die Form, wie wir sie präsentieren. Die Zutaten, die wir verwenden, wie lange wir sie kochen und die Essensbeilagen sind weitere Elemente, mit denen wir experimentieren können. Kochen ist pure Kreativität.

Geduld und Konzentration

Das Zubereiten von Essen erfolgt immer in mehreren Schritten. Ein Schritt muss nach dem nächsten ausgeführt werden, beim Kochen mehr als bei vielen anderen Tätigkeiten. Und oft müssen wir abwarten, bevor wir den nächsten Schritt gehen können, denn Kochzeiten hängen nun mal nicht von uns ab. Kochen erfordert also Geduld.

Mehl und Eigelb werden vermengt, um einen Teig zu machen.

Wir erledigen beim Kochen viele Aufgaben gleichzeitig. Wenn wir beispielsweise einen Teig beiseitestellen, damit er ruhen kann, beginnen wir oft schon mit seiner Füllung. Oder wenn das Gemüse kocht, bereiten wir die Nachspeise vor. Dies erfordert, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf das lenken, was wir gerade tun. Das erhöht unsere Konzentration.

Problemlösung und Entscheidungsfindung

Das eigene Essen zu kochen ist ein unvorhersehbares Erlebnis. Wir kochen ein Hühnchen und es verschmort uns im Ofen, weil wir für einen Moment abgelenkt waren. Oder wir bemerken, dass das Essen nicht die gewünschte Textur und Konsistenz hat. All diese kleinen Probleme erfordern eine Lösung. Und die Übung, diese Probleme zu lösen, impliziert einen Anreiz für unsere Intelligenz.

Tatsache ist, dass wir während der Zubereitung eines Gerichts viele Entscheidungen treffen müssen. Das Rezept kann sagen, dass wir unseren Kuchen 50 Minuten backen sollen, aber wir wissen, dass die Zeit nicht reichen wird. Dazu müssen wir die Situation analysieren und darüber nachdenken, was wir nun tun können. Kochen erhöht daher unsere Entscheidungsfähigkeit.

Entspannung und Unterhaltung

Wenn wir eine positive Einstellung haben, wird das Kochen zu einer entspannenden Tätigkeit. Das Wichtigste ist, nicht hektisch zu kochen oder perfekte Ergebnisse zu erwarten. Idealerweise können wir alles in aller Ruhe vorbereiten und uns beim Zubereiten des Essens entspannen.

Hände bereiten ein Essen zu und benutzen dazu Kräuter aus einer Schüssel.

Das Kochen mit unserem Partner oder mit Freunden kann eine sehr lustige und schöne Erfahrung sein. Ebenso zeigt das Servieren eines mit unseren eigenen Händen zubereiteten Gerichts Zuneigung. Mit einer gesunden Einstellung kann Kochen unglaublich lustig und lohnend sein.

Wir müssen keine Experten sein, um uns in die Küche zu stellen … Eine gesunde Einstellung und einen grundlegenden Plan zu haben, ist mehr als genug. Es ist eine Aktivität, die wir zu Hause ausführen können und die jeder von uns ausprobieren kann. Darüber hinaus sind die psychologischen und sozialen Vorteile des Kochens unbestreitbar. Daher sollten wir auf jeden Fall versuchen, heute etwas zu kochen!