Ich liebe dich auch dann, wenn du es nicht verdient hast

14. Februar 2016 en Emotionen 29 Geteilt

Ich liebe dich auch dann, wenn du es dir gar nicht verdienst, auch wenn dir das unglaublich oder ungerecht erscheint. Frag mich nicht nach dem Grund, aus dem ich bei dir bleiben wollte: Es ist einfach alles besser, wenn du da bist.

Manchmal denke ich, dass es das Beste wäre, umzudrehen und nach Hause zu gehen, weil du zu Hause bist. Du, der nach zu Hause riecht, der ein so schönes Desaster ist. Du bringst mich in der Finsternis zum Lächeln und so spüre ich das Bedürfnis, weiter in deinen Augen zu leben.

Weil die Fehler, die du machst, mir sagen, dass du das bist, und sich deine menschlichste Seite in einem blamablen Kampf zeigt. Denn ich weiß, dass du dir bewusst darüber bist und du auch nicht zögerst, dich mit all dem zu quälen, was deine Fehler sind und dich zu der unperfektesten Version deiner selbst machen.

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Ich sehe meine gesamte Zukunft zusammen mit dir

Ja, ich kenne den Preis der Inkonditionalität, denn ich habe den Abgrund aus nächster Nähe gesehen. Manchmal spürst du dieses Gefühl, eine Tür nicht öffnen zu können, weil du ständig auf die alte schaust.

Doch immer folgt ein Danach, etwas, was mich an den Reichtum des Dableibens erinnert, was mich an das bindet, was wir haben, sei es die Liebe, die Zweisamkeit. Ich glaube nicht, dass es etwas Unangemessenes gibt, weil ich davon überzeugt bin, dass uns oft erst Fehler zu Personen werden lassen.

Danach kommt das „aber“, nachdem ich so sehr gesucht habe, und ich fühle die Notwendigkeit, dich zu behalten, dich vor allem und trotz allem zu lieben. Ganz einfach weil du es verdienst.

Es ist weder ein Pakt noch ein Geschenk, ich bleibe an deiner Seite, weil ich es will und weil ich dich will, auch wenn wir manchmal beide wissen, dass du es dir vielleicht nicht verdient hast. Denn noch nicht einmal ich selbst habe es verdient, zumindest nicht immer.

Es ist ein Kuhhandel, ein Austausch. Doch Zusammenbleiben versteht man nicht mit Definitionen. Manchmal haben wir noch nicht einmal gute Gründe, so sehr gefällt uns der Masochismus. Doch dies hilft uns, erneut auszusäen und zu ernten, gleichgültig zu sein und zu glauben, dass das, was wir machen, über die Vernunft hinausgeht.

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Zum Fliegen brauchen wir Platz

Wir brauchen Platz, um unsere Flügel auszubreiten. Ein mehr oder weniger großes Loch. Denn am Ende geht es darum, Gründe zum Fliegen zu haben, und einen Anlass, um dazubleiben.

So, auch wenn es nicht einfach ist, hängt der Aufbau einer bereichernden und warmen Beziehung davon ab, ob jeder etwas Zeit dafür übrig hat, seine Flügel zu weben, sie zu waschen und zu pflegen, sie zu liebkosen und zum Fliegen auszubreiten. Das heißt, es existiert kein Zwang, nur Freiheit.

Ich bleibe an deiner Seite, trotz deiner Ungeschicklichkeit und Dreistigkeiten, weil ich mit dir durch dick und dünn gehe, weil ich dich immer lächeln sehen will, weil wir Personen mit Werten sind, weil wir den Egoismus zur Seite stellen und unser Interesse immer aufrichtig ist.

Ich werde dir nicht ins Gesicht sagen, woran du dich mit Schmerz erinnern wirst, und ich ersticke dich nicht mit bestrafenden Blicken. Ich werde immer versuchen, dir mit unserer Komplizenschaft dabei zu helfen, wieder zu Atem zu kommen. Ich verzeihe dir deine Unpünktlichkeit in meinem Leben und ich warte auf dich auf der anderen Seite, damit du den Fluss des Opfers, der Herausforderung und der Müdigkeit überquerst.

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Wir sind Menschen mit Defekten und Tugenden

Ich bin deine helfende Hand, deine Schulter zum Weinen und ich warte immerzu auf den Moment, dich erneut zu umarmen, denn, wie Benedetti gesagt hat, kannst du auf mich zählen, nicht bis zwei oder bis zehn, sondern auf mich zählen.

In guten Zeiten, in schlechten und in den schlechtesten. Ich liebe dich, obwohl du es nicht verdienst, denn ich weiß, dass du mich dann am meisten brauchst, wenn deine Welt zerbröckelt, wenn du bereust, wenn du dich lächerlich fühlst, wenn du denkst, dass du auf etwas Dummes reingefallen bist und wenn du schlecht über dich selbst denkst und dich quälst.

Ich weiß, dass du auch mich und mein Vertrauen brauchst, um dir verzeihen zu können, damit du dich nicht komplett von der Schwärze deiner Welt einwickeln lässt. Die Vorwürfe, die hervorlauern, haben keinen Sinn, noch hat all das einen Sinn, was sich deinen Beinen in den Weg stellt. Wichtig sind jedoch die Hände, die helfen, und die Ohren, die hören.

Denn in meiner Liebe sind all diese Nuancen, die uns ausmachen, und die erklären, warum es für mich die beste Alternative ist, auch jetzt bei dir zu bleiben, wo ich deine schlechteste Version kennengelernt habe. Und ich weiß, dass du auch dann bleibst, wenn ich einen Fehler mache.

Weil wir Menschen mit Dämonen sind, mit Gespenstern und Ängsten und wir uns deshalb nicht bestrafen können.

Bildmaterial mit freundlicher Genemigung von Olga Marciano

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