Haloperidol: Was ist es und wofür wird es angewendet?

12. Juli 2019
Haloperidol wird hauptsächlich als Antipsychotikum zur Behandlung von Schizophrenie und anderen psychotischen Zuständen oder Unruhezuständen angewendet. Tatsächlich können es sowohl Erwachsene als auch Kinder einnehmen. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren!

Haloperidol ist ein Antipsychotikum oder Neuroleptikum. Aufgrund seiner chemischen Struktur ist es ein Butyrophenon. Es wurde erstmals im Jahre 1958 von Paul Janssen entdeckt und ist ein typisches Antipsychotikum. Daher hilft es bei der Behandlung der positiven Symptome der Schizophrenie, wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Unruhe.

Es ist ein Mittel zur Unterdrückung des Zentralnervensystems und wirkt zudem beruhigend. Dieser Effekt wird daher zur Behandlung von Aggressivität und Agitation verwendet.

Wofür wird Haloperidol angewendet?

Bei Menschen, die 18 Jahre oder älter sind, verschreiben Ärzte Haloperidol zur Behandlung von:

  • Schizophrenie.
  • Verwirrungszustände, bei denen eine Therapie ohne Medikamente nicht anspricht.
  • Manische Episoden im Zusammenhang mit einer bipolaren Störung.
  • Psychomotorische Unruhe bei psychotischen Störungen.
  • Aggressivität und psychotische Symptome bei Patienten mit Alzheimer, Demenz und vaskulärer Demenz.
  • Tic-Störungen, wie das Tourette-Syndrom, die auf andere Arten der Behandlung nicht ansprechen.
  • Huntington-Krankheit, die auf andere Arten der Behandlung nicht anspricht.
Haloperidol ein Mittel zur Unterdrückung des Zentralnervensystems

Bei Kindern verschreiben Experten Haloperidol jedoch nur als letzten Ausweg. Dies ist der Fall, wenn andere Behandlungen nicht anschlagen oder der Patient sie nicht verträgt. Haloperidol wird bei Kindern verschrieben, um folgende Störungen zu behandeln:

  • Schizophrenie bei Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren.
  • Aggressivität bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, die auch an Autismus oder einer Art von Entwicklungsstörung leiden.
  • Tic-Störungen, wie Tourette, bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren.

Außerdem untersuchen Wissenschaftler derzeit die Verwendung von Haloperidol, um das Delirium zu verhindern. In niedrigen Dosen scheint es nützlich zu sein, die Auswirkungen des Deliriums bei Hochrisikopatienten zu verringern. Bei Patienten, die sich einer Operation unterziehen müssen, hat es denselben Effekt.

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Es kann zudem Übelkeit und Erbrechen vorbeugen, insbesondere nach einer Operation oder Chemotherapie. Mehrere Studien haben bestätigt, wie effektiv und sicher es für diese letzte spezifische Anwendung ist.

Wirkungsweise

Haloperidol ist ein starker Antagonist von Dopaminrezeptoren. Es wirkt, indem es die zentralen D2-Rezeptoren wahllos blockiert. Zudem blockiert es auch Alpha-1-Adrenorezeptoren, jedoch in geringerem Maße.

Indem es die Aufnahme von Dopamin blockiert, reduziert es jeglichen Überschuss im Gehirn. Auf diese Weise unterdrückt Haloperidol Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Es produziert ebenfalls eine psychomotorische Sedierung. Daher ist diese Wirkung, in vielen Fällen von Schizophrenie und bipolarer Störung, nützlich.

Nebenwirkungen

Haloperidol kann jedoch, wie fast alle Psychopharmaka, einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Diese beziehen sich tendenziell auf den Wirkungsmechanismus. Tatsächlich sind die meisten Nebenwirkungen von Haloperidol auf die Dopaminblockade in anderen Körperregionen zurückzuführen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Extrapyramidale Symptome
  • Schlaflosigkeit
  • Erregung
  • Hyperkinese
  • Migräne

Andere weniger häufig vorkommende Nebenwirkungen sind außerdem:

  • Psychotische Störung
  • Depression
  • Gewichtszunahme
  • Zittern
  • Hypertonie
  • Orthostatische Hypotonie
  • Dystonie
  • Schläfrigkeit
  • Potenzstörung
  • Erektile Dysfunktion
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Visuelle Beeinträchigung
Haloperidol kann Nebenwirkungen, wie Migräne, zur Folge haben

Haloperidol und andere Medikamente

Experten raten davon ab, dieses Medikament zusammen mit anderen Antipsychotika einzunehmen. Der Grund dafür ist der, das dies die Intensität von Nebenwirkungen erhöhen kann. Außerdem können sich extrapyramidale Symptome verschlimmern.

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Eine schwere Nebenwirkung kann die Manifestation eines malignen neuroleptischen Syndroms (NMS) bedeuten. Obwohl dies nicht häufig vorkommt, ist es dennoch am besten, darüber Bescheid zu wissen. Dies hilft dabei, eine frühzeitige Diagnose zu erhalten, wenn der Verdacht auf eine Manifestation besteht, die normalerweise zu Beginn der Behandlung erfolgt.

NMS verursacht unter anderem:

  • Muskelsteifheit
  • hohes Fieber und
  • Herzrhythmusstörungen

Daher ist es wichtig, dem Rat der Experten zu folgen. Denn sie sind für die Kontrolle der Behandlung, sowie für die Bewertung ihrer Wirksamkeit und der potenziellen Risiken verantwortlich.

Die Behandlung mit Haloperidol muss mit einer kleinen Dosis beginnen. In diesem Fall schlägt der Arzt möglicherweise vor, die Dosis je nach Reaktion und Bedarf des Patienten zu erhöhen. Gleichzeitig wird er auch das Verhältnis zwischen dem Nutzen und den Behandlungskosten bewerten. Außerdem muss die Dosis immer so niedrig wie möglich sein, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Ärzte müssen auch vorsichtig sein, wenn es darum geht, älteren Patienten und kleinen Kindern Haloperidol zu verschreiben. In der Tat müssen sie die Dosis bei diesen Patientengruppen entsprechend anpassen und auf andere Nebenwirkungen achten, die auftreten können.