Freudentränen: Warum weinen wir vor Glück?

Wann hast du das letzte Mal vor Freude geweint? Freudentränen helfen dir Ausgleich zu finden. Sie wirken heilend und fördern dein Wohlbefinden. Erfahre heute mehr über dieses Thema.
Freudentränen: Warum weinen wir vor Glück?

Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2021

Du bist vor Freude von Tränen gerührt? Freudentränen scheinen widersprüchlich zu sein, doch sie sind Zeichen intensiver Empfindungen und tun gut. Wenn du vor Glück weinst, stellst du dein emotionales Gleichgewicht wieder her, bist mit dem Leben und deinen Mitmenschen verbunden und kannst tief durchatmen. Unterdrücke deine Tränen in glücklichen Augenblicken nicht, sie haben wichtige Funktionen.

Wann hast du zum letzten Mal aus Freude Tränen vergossen? Erinnerst du dich daran? Wenn nicht, ist es vielleicht an der Zeit, dein Leben zu verändern, denn Freudentränen sind der Ausdruck von tiefem Wohlbefinden. Sie entstehen in Glücksmomenten, in denen du dich besonders wohlfühlst und deine Gefühlswelt in Einklang bringst.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es vier unterschiedliche Arten positiver Tränen gibt. Wenn du weißt, wie du sie identifizieren kannst, kannst du sie richtig zuweisen, wenn du in einer bestimmten Situation Freudentränen vergießt. Du kannst dann deine Empfindungen verstehen und dein Leben, deine Beziehungen und deine Welt besonders intensiv erfahren und genießen.

Glücksmomente und Freudentränen

Weinen wirkt befreiend

Warum weinen wir Menschen? Wenn du diese Frage einem Passanten auf der Straße stellen würdest, würde er wahrscheinlich antworten: „Weil sie traurig sind und auch, weil es ihnen erlaubt, ihrem Kummer und ihrem inneren Leid Luft zu machen“. In den meisten Fällen assoziieren wir Tränen mit den unschönen Seiten des Lebens, unter anderem mit emotionalen und natürlich auch körperlichen Schmerzen.

Es gibt aber auch Freudentränen, die du erlebst, wenn dich ein schöner Augenblick sehr berührt. Weinen ist eine sehr menschliche Eigenschaft, die häufiger in Glücksmomenten als bei Kummer zum Ausdruck kommt.

Studien wie die von Dr. Oriana R. Aragon von der Yale University legen nahe, dass die einzige Funktion des Weinens seine befreiende Wirkung ist. Tränen intensivieren bestimmte Momente im Leben und wirken auch als natürliches Schmerzmittel. Dabei wird das Endorphin Enkephalin freigesetzt, ganz unabhängig davon, ob es sich um Traurigkeit oder Freudentränen handelt. Dieses Endorphin ist dafür zuständig, Schmerzen zu lindern und das Wohlbefinden zu fördern.

Eine weitere interessante Theorie über Freudentränen ist, dass das Gehirn beim Weinen nicht weiß, ob es sich um traurige oder glückliche Tränen handelt. Denn beide sind für das Gehirn hochintensive Gefühlszustände und beide aktivieren den Parasympathikus, um eine entspannende Wirkung zu erzielen. Dies geschieht durch die Freisetzung von Acetylcholin, ein wichtiger Neurotransmitter, der Tränen aktiviert.

Freudentränen und gemeinsames Lachen

Freudentränen: Vier Arten, Glück und Wohlbefinden auszudrücken

Immer mehr Forscher untersuchen diese Thematik. Eine neue Studie der Cornell University ist zu dem Schluss gekommen, dass es vier Arten von positiven Tränen gibt, die in verschiedenen Situationen Ausdruck positiver Emotionen sind.

Tränen der Zuneigung

Liebe ist ein intensives Gefühl. Es ist einfach, es zu erfahren, oft ist ein Wort, eine Geste, eine Umarmung oder ein gemeinsamer Augenblick bereits ausreichend, um positive Tränen auszulösen. Auch bei Zärtlichkeit ist dies der Fall. Wenn du mit deinem Baby kuschelst oder dich dein Haustier mit seiner Treue überrascht, kannst du zu Tränen gerührt sein.

Der Nervenkitzel des Triumphs

Wenn du ein Spiel, ein Rennen oder ein Sportereignis gewinnst, Widrigkeiten überwindest, eine Prüfung bestehst oder den Job nach einem Vorstellungsgespräch bekommst, können ebenfalls Freudentränen deine erste Reaktion sein. Du erreichst dein Ziel nach langen Mühen und großer Aufopferung, genießt diesen Augenblick, machst dir durch die positiven Tränen Luft und erlangst Ausgleich.

Inspiration und Schönheit

Ein Sonnenaufgang über dem Meer, Luftaufnahmen eines außergewöhnlich schönen Ortes, der Anblick deines liebsten Kunstwerks, ein ansprechendes Theaterstück, das dich vor Freude sprachlos macht, ein Konzertbesuch, ein Lied, das dich begeistert… auch Schönheit, Inspiration und Kultur können Freudentränen auslösen.

Freudentränen und gemeinsames Lachen

Es gibt nichts Schöneres, als vor Lachen zu weinen. Mit all den Menschen, die du liebst, laut zu lachen, lachen, bis die Rippen schmerzen. Buchstäblich lachen, bis du weinst. Wann hast du das letzte Mal so sehr gelacht, dass du weinen musstest? In Momenten, in denen echte, aufrichtige Freude und positive Emotionen mit Humor zum Ausdruck kommen, findest du das wahre Glück.

Liebe, Humor, Inspiration und persönliche Glücksmomente sind die Grundlage des emotionalen Wohlbefindens. Versuche, dir jeden Tag ein Lächeln oder herzhaftes Lachen zu entlocken, es gibt unzählig viele Gründe. Und halte deine Freudentränen nicht zurück, sie helfen dir, Ausgleich zu finden.

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  • Aragón, O. R., Clark, M. S., Dyer, R. L., & Bargh, J. A. (2015). Dimorphous Expressions of Positive Emotion: Displays of Both Care and Aggression in Response to Cute Stimuli. Psychological Science26(3), 259–273. https://doi.org/10.1177/0956797614561044
  • Zickfeld, Janis, Beate Seibt, Ljiljana B. Lazarevic, Iris Zezelj, and Ad Vingerhoets. (2020). A Model of Positive Tears. PsyArXiv. November 8. Preprint.