Enkephalin: Ein schmerzlindernder Neurotransmitter

23. Oktober 2019
Opioidpeptide erhalten ihren Namen von der Tatsache, dass sie an die Rezeptoren binden, die an Opiaten beteiligt sind. Lies weiter und erfahre hier alles über Enkephalin!

Wissenschaftler haben die Rolle von Enkephalin bei der Schmerzübertragung bereits seit über drei Jahrzehnten untersucht. Enkephalin ist ein Hormon, das als Neurotransmitter fungiert und die Kommunikation von Neuronen ermöglicht.

Es ist ein Hormon, das von deinem Gehirn in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise der Hirnanhangsdrüse, produziert wird. Sobald es von deinem Gehirn hergestellt wird, gelangt es zu anderen Teilen deines Körpers, wie zum Beispiel in deinen Darm oder deine Nebennieren.

Die Entdeckung von Opioidpeptiden und die Erkenntnis, wie wichtig sie für die Gehirnfunktion, die Homöostase und die neuroendokrine Regulation sind, war ein wichtiger Wendepunkt in der modernen Biologie.

Unsere Entdeckung, dass Enkephaline an Orten, wie dem periaquäduktalen Grau und dem Rückenmark, eine Rolle bei der schmerzbedingten sensorischen Übertragung spielen könnten, stützt die Annahme, dass diese Körperteile eine Rolle spielen.

Enkephalin wird über dein gesamtes Gehirn gesendet. Der größte Teil der Bindung findet jedoch im Mittelhirn und im Thalamus statt.

Wie produziert das Gehirn Enkephalin?

Opioidpeptide tragen diesen Namen, da sie an die gleichen Rezeptoren wie Opiate binden. Sie teilen darüber hinaus auch einige pharmazeutische Eigenschaften mit Morphium, das ein Opiat ist.

Enkephalin wird über dein gesamtes Gehirn gesendet. Der größte Teil der Bindung findet jedoch im Mittelhirn und im Thalamus statt. Dies sind zwei der Regionen, in denen sich schmerzleitende Pfade treffen.

Du wirst außerdem sehen, dass Enkephalin in der Amygdala enthalten ist, die für folgende Funktionen verantwortlich ist:

  • ordnungsgemäße Funktion des Stoffwechsels,
  • den Wirkungsmechanismus,
  • die wichtigsten Auswirkungen von Enkephalin und Endorphinen auf deinen Körper.

Die Aminosäuresequenz von Enkephalin stammt von langen Peptiden, die es von deiner Hirnanhangsdrüse erhält. Die größeren Peptide (Endorphine) befinden sich jedoch auch in unseren Nervenzellen. Endorphine können tatsächlich 12 – 100 Mal aktiver sein als Enkephalin.

Der Wirkungsmechanismus von Enkephalin

Nach aktuellen Forschungsergebnissen bewirkt dieses Hormon eine prä- und postsynaptische Hemmung der beiden schmerzübertragenden Fasern: Gruppe C und Gruppe A. Wie Opiate hemmt Enkephalin die neuronale Aktivität, indem es die Natriumpermeabilität in deinem Gehirn verringert.

Es kann auch zu längeren Veränderungen des Stoffwechsels in deinen Zellen führen. Es bewirkt dies,  indem es:

  • Aktivierungs- oder Deaktivierungsmuster bestimmter Gene im Zellkern ändert.
  • Die Anzahl der Inhibitoren oder Stimulanzien ändert.
Wie Opiate, hemmt Enkephalin die neuronale Aktivität, indem es die Natriumpermeabilität in deinem Gehirn verringert

Seine Auswirkungen auf das Zentrale Nervensystem

Dieses Hormon kann auch dein Zentrales Nervensystem in vielerlei Hinsicht beeinflussen:

  • Schmerzlinderung
  • Euphorie
  • Miosis
  • Hustenreflexhemmung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Zittern (in hohen Dosen)

Seine Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem

Enkephalin spielt jedoch nicht nur in deinem Gehirn eine Rolle. Denn es kann auch Auswirkungen auf dein Herz-Kreislaufsystem haben, zum Beispiel Bradykardie (langsame Herzfrequenz). Es kann auch:

  • zu einer Freisetzung von Histamin (Morphium) führen und
  • arterielle und venöse Expansion verursachen (orthostatische Hypotonie).

Wie oft und wie intensiv dieses Hormon die Akupunkturpunkte in deinem Körper stimuliert, hängt auch mit den Auswirkungen auf dein zentrales Nervensystem und dein Herz-Kreislaufsystem zusammen. Zum Beispiel:

  • Niederfrequente, hochintensive Reize (zwischen 2 und 8 Hz) können dazu führen, dass dein Gehirn B-Endorphine um die Hypothalamus-Hypophysen-Achse ausscheidet. Es setzt Enkephalin auch in dein Gehirn und dein Rückenmark frei.
    • Diese Reize haben eine systemische Wirkung und können bei der Behandlung chronischer Erkrankungen helfen. Sie wirken darüber hinaus auch auf lokaler Ebene, indem sie vorkapilläre Schließmuskeln öffnen. Das verbessert die lokale Mikrozirkulation und reduziert die lokalen Halogene (Bradykinin und Serotonin), indem es den Gewebestoffwechsel ankurbelt.
  • Hochfrequente Stimuli mit geringer Intensität (zwischen 100 und 200 Hz) bewirken, dass dein Gehirn Enkephalin in dein Mittelhirn und Rückenmark absondert. Wenn die Reize über 500 Hz steigen, setzt dein Gehirn Dynorphin frei. Diese Arten von Stimuli haben eine segmentäre Wirkung und eignen sich am besten für akute Zustände.

Die Forschung deutet definitiv darauf hin, dass Enkephalin eine große Rolle bei der Schmerzlinderung spielt. Da das Hormon in ähnlicher Weise wie Morphium wirkt, ist dies letztlich keine Überraschung. Daher ist dies eine wichtige Entdeckung in Bezug auf die Behandlung von Schmerzzuständen.

  1. Miller, R. J., & Pickel, V. M. (1980). The distribution and functions of the enkephalins. Journal of Histochemistry & Cytochemistry, 28(8), 903-917.
  2. Reichlin, S. (1989). Neuroendocrinología. Wilson, J. y Williams, D. Endocrinología (7ma. ed),(pp: 770-74). Buenos Aires: Editorial Médica Panamericana.
  3. MULTIMED. Revista Médica. Retrieved from http://www.multimedgrm.sld.cu/articulos/2003/v7-2/12.html
  4. Matamoros-Trejo, G., & Asai Camacho, M. (2013). Variación estacional de péptidos opioides en el cerebro de la rata albina.