Es macht keinen Sinn, sich über Sicherheit Sorgen zu machen

16. Dezember 2016 en Psychologie 32 Geteilt

Menschen suchen immer nach Sicherheit. Sie wollen sie am Arbeitsplatz, in ihrer Beziehung, in der Familie, mit Geld – einfach überall – finden. Und das ist selbsterklärend, denn unser Ziel ist es, zu überleben.

Wenn wir uns um Dinge Sorgen machen, dann denken wir, dass wir gewisse unangenehme Umstände, die passieren könnten, vermeiden können. Und das Problem dabei ist, dass wir von Sicherheit ganz besessen werden können. Und das wiederum hat einen schlechten Einfluss auf unsere emotionale Gesundheit.

Diese Kondition nimmt die Form einer generellen Angststörung an. Menschen mit dieser Störung machen sich über alles exzessive Sorgen, denn sie denken, dass in der Zukunft viel Negatives liegt. Und sie glauben felsenfest daran. Sie sorgen sich nicht nur über ihre Lebensumstände, sondern auch darüber, ob sie sich genügend Sorgen machen. Das führt in einen Teufelskreis, dem man nur sehr schwer entkommen kann.

Sich sorgen oder nicht

Natürlich haben wir gewisse Verantwortungen in unserem Leben und es ist notwendig, dass wir uns bestmöglich um diese Angelegenheiten kümmern. Aber wir müssen verstehen, was der Unterschied zwischen Pflichterfüllung und sich über etwas Sorgen machen ist.

Wenn man eine Aufgabe erfüllt, beinhaltet das aktives Handeln, das Suchen nach Lösungen und sich gleichzeitig bewusst zu sein, dass gewisse Dinge außerhalb unserer Kontrolle liegen. Und das wird immer zutreffen, egal wie sehr wir uns Sorgen machen oder Angst haben.

frauengesicht

Sich Sorgen zu machen heißt, sich im Voraus übermäßig mit etwas zu beschäftigen. Es beinhaltet, dass wir mit unserem Geist in die Zukunft, die noch nicht eingetroffen ist, reisen, und dass wir uns ins schlimmstmögliche Szenario hineinversetzen. Dadurch entsteht ein Zustand von übertriebener Angst. Das Einzige, was diesen Zustand auslösen kann, ist eine Blockade unseres Geistes. Sich zu viele Sorgen zu machen hat überhaupt keinen Nutzen. Tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall.

Aber sich mit den Sachen zu beschäftigen, über die wir die Kontrolle haben, und gleichzeitig die Ungewissheit der Dinge zu akzeptieren, ist ein Zeichen von psychologischer Reife.

Du weißt nie, was passieren wird. Und es ist sehr wertvoll, dass wir das nicht wissen. Wenn es vorhersehbar wäre, dann wäre es nicht lebenswert. Wenn alles so wäre, wie du es gern hättest, wenn alles sicher wäre, dann wärst du kein Mensch, sondern eine Maschine. Gewissheiten und Sicherheiten gibt es nur für Maschinen.

Osho

Sicherheit existiert nicht

Die Welt ist von Natur aus unsicher. Das ist eine ihrer Haupteigenschaften. Das heißt nicht, dass wir immer Gefahren oder Risiken ausgesetzt sind. Wie wir zuvor bereits erwähnt haben, macht es keinen Sinn, sich immer das schlimmstmögliche Szenario auszumalen.

Aber du musst im Kopf behalten, dass es realistisch ist, dass du einen Tag etwas hast und es am nächsten verlierst oder umgekehrt. Heute hast du nichts und morgen wird dir das Glück zulächeln und diese eine Sache, auf die du immer gehofft hast, tritt ein.

Wir müssen diese Unsicherheit akzeptieren, denn diese Akzeptanz wird uns durch die Welt tragen. Lebe leicht und grenzenlos, aber mit Verantwortung. Wenn es dir klar ist, dass es keine Gewissheiten gibt, dann wird es dir leichter fallen, die Perspektive gegenüber deinen Problemen zu variieren. Dadurch kannst du besser mit Situationen umgehen und in Frieden leben.

Zu wissen, dass das Einzige, was sicher ist, der Fakt ist, dass wir uns in absoluter Ungewissheit befinden, entspannt unseren Geist und macht uns folglich zu stärkeren Menschen auf einem emotionalen Level, also vernünftiger.

Wir verstehen es, Bindungen zurückzulassen, weil wir wissen, dass uns nichts gehört. Nichts ist tatsächlich in unserem Besitz. Kein Partner, kein Job, nicht unsere eigene Gesundheit und nicht einmal unsere Kinder.

Wenn du derartige Umstände genießt, genieße sie vollkommen, aber bleib dir dessen bewusst, dass es morgen schon nicht mehr so sein könnte. Und du wirst keine andere Option haben, als es zu akzeptieren – auf angenehms Art und Weise oder nicht. Übertriebene Emotionen werden dir nicht dabei helfen, das Verlorene wiederzubekommen.

Und deshalb ist es nicht sinnvoll, sich zu viele Sorgen zu machen. Denn was auch immer passiert, es wird passieren. Ob wir uns sorgen oder nicht, das macht keinen Unterschied. Weder die Welt noch das Leben werden uns jemals fragen, was wir fürs Wochenende geplant haben. So funktioniert das Leben und das ist die einzige Realität.

Wenn dein Problem eine Lösung hat, warum sich dann Sorgen machen? Und wenn es keine Lösung hat, warum sich dann Sorgen machen?

pustemaedchen

Wie können wir Unsicherheit tolerieren?

Wenn uns Unsicherheit begleitet, dann hinterlässt sie einen bitteren Geschmack von fehlender Kontrolle, was nur schwer zu ertragen ist. Deshalb zeigen wir euch im folgenden einige Strategien, um damit anzufangen, Unsicherheit zu tolerieren:

  • Lerne es, deinen inneren Dialog zu kontrollieren: Was sagst du dir, wenn du wegen etwas besorgt bist? Es ist sehr wahrscheinlich, dass dein innerer Dialog zu Katastrophen und Negativität in deinen Gedanken neigt. Beispiele sind: „Ich brauche eine sichere Welt und muss alles unter Kontrolle haben oder ich bin nicht fähig, damit umzugehen.“  Du solltest diese Sätze durch realistischere ersetzen: „Ich brauche keine komplette Sicherheit und muss auch nicht alles kontrollieren, denn das werde ich niemals erreichen, egal was ich tue.“
  • Suche nach Risiken und gehe sie ein: Mit Risiken meinen wir Dinge, die du gern tun würdest, aber aus Angst, dass sie nicht so verlaufen, wie du dir das vorstellst, unterlässt. Denke daran, dass nichts sicher ist und dass, wenn du es nicht versucht, du niemals weißt, was passiert wäre. Befreie dich von diesen einengenden Ängsten und lass passieren, was passiert, ob es nun gut oder schlecht ist.
  • Behalte eine konfrontative Einstellung: Es gibt Dinge, die wir kontrollieren können, und andere, bei denen das nicht möglich ist. Konzentriere dich auf die Lösungen des Problems und versuche es so gut zu lösen, wie du kannst. Aber vergiss die Dinge, auf die du überhaupt keinen Einfluss hast. Deshalb solltest du deine Sorgen hinter dir lassen und nicht glauben, dass es auf magische Art und Weise hilft, sich Sorgen zu machen und du dadurch Dinge vermeiden kannst. Denn das ist schlicht und einfach nicht wahr.
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