3 Anzeichen dafür, dass sich Partner auseinanderleben

8. Oktober 2016 en Psychologie 70 Geteilt

Wenn sich Partner auseinanderleben, ist das ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass die Beziehung eine Krise erlebt. Diese magische Verbindung zwischen zwei Menschen steht in engem Zusammenhang mit der Intimität, mit Gemeinsamkeit und der Freude am Partner, was die Grundpfeiler einer Partnerschaft sind. Daher muss die Pflanze der Liebe stets gepflegt werden.

Solange uns die Beziehung mit einem anderen für uns so besonderen Menschen am Herzen liegt, sind wir immer für ihn da, schenken ihm Aufmerksamkeit und kümmern uns um jeden Aspekt, der die Liebe zusätzlich stärkt. Das machen wir aus dem einfachen Grund, weil wir zusammen in eine gemeinsame Zukunft blicken.

Das ist der ideale Verlauf einer Beziehung. Jedoch entwickeln sich viele Beziehungen, obwohl Partner noch zu hohe Erwartungen an diese haben, noch nicht über eine andere Beziehung hinweg sind, Ängste und Unsicherheiten mitbringen. Das führt dazu, dass die Kommunikation erheblich erschwert wird, dass es Missverständnisse gibt und man sich letztendlich auseinanderlebt.

Sich dieser kritischen Momente bewusst zu sein, die Anzeichen dafür zu erkennen, dass man sich mit der Zeit auseinanderlebt, kann uns dabei helfen, eine solide Beziehung aufzubauen, die nicht sofort bei der kleinsten Auseinandersetzung mit einer Trennung endet.

„Ohne eine erfreuliche Liebe ist die Einsamkeit eines Einsiedlerkrebses erschreckend. Aber die Einsamkeit von zwei, die zusammen leben, ist noch erschreckender!“

Ramón de Campoamor

Was steckt hinter dem Ausdruck „sich auseinanderleben“?

Theoretisch weißt du vielleicht, was es heißt, sich auseinanderzuleben und du hast das sicherlich in irgendeiner Beziehung schon einmal erlebt – sei es innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz, bei Freunden oder mit einem Partner. Unsere durch Liebe entstandene Verbindung durchläuft verschiedene Phasen, das ist ganz normal.

Das Band der Beziehung verbindet uns mit einem anderen Menschen und erlaubt uns, ihm unsere Aufmerksamkeit zu schenken, ihm zuzuhören und Verständnis für ihn zu zeigen. Es ist ein Akt der Liebe, der im Gegenzug nichts erwartet. Diese Verbindung bringt Intimität, Vertrauen, Zuneigung und gegenseitige Fürsorge mit sich, was die grundlegenden Merkmale einer Beziehung sind.

Das Band der Liebe ist die Grundlage dafür, dass diese Liebe am Leben erhalten wird und Konflikte und Schwierigkeiten lediglich kleine Steine auf dem gemeinsamen Weg sind. Es sind Hürden, die gemeinsam genommen werden, um gestärkt aus einer Situation hervorzugehen. Wenn wir uns auseinanderleben, bedeutet das eben nicht, dass Konflikte besser vermieden werden sollten. Es ist vielmehr so, dass der Liebe so Steine in den Weg gelegt werden, sodass sie sich nicht weiter entwickeln kann.

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„Reale Konflikte zwischen zwei Menschen, die nicht dazu dienen, etwas zu verbergen oder zu projizieren, sondern die tiefgründig sind, sind nicht zerstörerisch. Sie helfen dabei, etwas zu klären, geben beiden ein besserer Verständnis und lassen sie gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.“

Erich Fromm

Fehlende Intimität und sexuelle Zuneigung

Viele Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Zeit in einer Partnerschaft ergeben, sind für uns ein Beweis dafür, dass etwas nicht richtig läuft. Dabei auf taube Ohren zu stoßen oder die Augen vor der Wahrheit zu verschließen, macht alles nicht nur noch schlimmer, sondern lässt das Band der Liebe zwischen den Partnern reißen.

In Beziehungen ist es sehr wichtig, die Intimität nicht zu vernachlässigen, da andernfalls die Kommunikation, das Vertrauen, das sexuelle Verlangen und die Freude daran, gemeinsame Vorlieben und Leidenschaften zu teilen, verloren gehen. Sobald wir bemerken, dass es für uns unangenehm ist, mit unserem Partner intim zu werden, müssen wir herausfinden, wieso das so ist.

Das Sexleben kann auch einschlafen, wenn generell wenig Lust verspürt wird, was dazu führt, dass die Leidenschaft und das sexuelle Miteinander immer weniger werden. Wenn es keine anderen tiefgründigeren Probleme als Auslöser hierfür gibt, sind das Anzeichen dafür, dass wir uns in einer Beziehung auseinanderleben.

Intimität und Sex sind fundamentale Aspekte einer Partnerschaft, da sie in einer Beziehung die Boten einer Krise sind.

Manipulation und Abschottung

Wenn Paare immer mehr Konflikte anhäufen, für die sie keine Lösung finden – auch wenn es sich dabei um Kleinigkeiten handelt – neigen sie dazu, ihre Gefühle nicht mehr zu zeigen. Sie ziehen sich immer mehr in ihre eigene Welt zurück, schotten sich ab und werden unzugänglich. Bei manchen Paaren ist die Konsequenz daraus, dass sie wegen unwichtiger Dinge heftig miteinander streiten. Sie schweigen sich dann immer häufiger an, sind gelangweilt voneinander und haben kein Interesse mehr daran, Zeit zusammen zu verbringen.

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In solch einer Situation ist ein manipulatives Verhalten an der Tagesordnung, denn aufgrund der Tatsache, dass keiner der beiden mehr zum Ausdruck bringt, was er braucht und wonach er sich in der Partnerschaft sehnt, wird mithilfe von Vorwürfen, Erpressung, der Opferrolle und sämtlichen anderen Verhaltensweisen gehandelt, die eine toxische Beziehung zur Folge haben. In dieser Situation ist es nicht mehr zu übersehen, dass sich beide Partner auseinanderleben.

Wenn wir verwirrt sind, uns angegriffen fühlen und der Meinung sind, dass uns nichts mehr anderes übrig bliebe, um die momentane Lage in unserer Beziehung zu ändern, kommt bei uns schnell das Gefühl auf, dass wir diese nicht mehr retten könnten. Zu diesem Zeitpunkt distanzieren sich Paare dann noch mehr voneinander.

Wir entfernen uns natürlich von unserer besseren Hälfte, weil wir versuchen, emotionalen Schmerz zu vermeiden. Und wir fliehen, weil wir glauben, dass das die einzige Möglichkeit sei, dem dünnen Eis, auf dem wir wandeln und das immer dünner wird, aus dem Weg zu gehen. Genau aus diesem Grund ist es so wichtig, mit unserem Partner zu kommunizieren, damit wir uns nicht auseinanderleben.

„Die Liebe bedeutet eine ständige Herausforderung: Sie ist kein Ort, an dem man sich ausruhen kann, sondern an dem man immer in Bewegung bleiben, wachsen, zusammenzuarbeiten muss. Ob es harmonisch oder konfliktreich, freudig oder traurig zugeht, ist zweitrangig im Hinblick drauf, dass sich zwei Wesen auf der Basis der eigenen Persönlichkeit miteinander auseinandersetzen, dass beide sie selbst sein dürfen und nicht vor sich selbst fliehen. Es gibt nur einen Beweis für das Vorhandensein der Liebe, und zwar erkennen wir sie daran, wie tiefgründig und wichtig die Beziehung ist, und an der Willenskraft der Partner – das sind die Früchte der Liebe.“

Erich Fromm

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