Emmeline Pankhurst und die Suffragettenbewegung

27. Oktober 2019
Die Britin Emmeline Pankhurst war eine charismatische Anführerin der Frauenwahlbewegung und kämpfte unermüdlich für ihr Wahlrecht. In diesem Artikel erfährst du mehr über ihr Leben und ihre politischen und sozialen Erfolge. 

Heute werden wir das Leben und die Leistungen einer politischen Aktivistin und eines Mitglieds der Suffragetten erforschen. Emmeline Pankhurst stand an der Spitze dieser Bewegung, welche Frauen letztendlich das Wahlrecht einräumte.

Emmeline Pankhurst ist als Verkörperung der leidenschaftlichen Überzeugung in die Geschichte eingegangen, dass Frauen die gleichen Bürgerrechte wie Männer verdienen. Sie kämpfte ihr ganzes Leben lang unermüdlich um das Frauenwahlrecht und auch gegen Armut und Unwissenheit.

Das Time Magazine betrachtet sie als eine der 100 wichtigsten Personen des 20. Jahrhunderts. Sie war eine charismatische Anführerin und eine begabte Rednerin. Sie hat viele Menschen dazu inspiriert, sich ihr anzuschließen.

Wie lief ihr Kampf ab? Wie hat sie zukünftige Generationen beeinflusst? Inwiefern hat sie es geschafft, ihre Gegenwart zu verändern, was wiederum unsere Zukunft verändert hat? In diesem Artikel möchten wir dich einladen, etwas mehr über die unglaubliche Emmeline Pankhurst zu erfahren.

Eine Nahaufnahme von Emmeline Pankhurst.

Die frühen Lebensjahre

Emmeline Pankhurst wurde am 15. Juli 1858 geboren. Ihr Vater, Robert Goulden, stammte aus einer Familie politischer Aktivisten. Emmelines Mutter Sophia Crane war auch eine politische Aktivistin von der Isle of Man. Als Emmeline ein kleines Mädchen war, unterstützten beide Eltern die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei.

Als sie 20 Jahre alt war, lernte sie einen Anwalt und politischen Aktivist kennen, der sich für Frauenwahlrecht und Bildungsreform einsetzte. Er hieß Richard Pankhurst und war 24 Jahre älter als Emmeline. Sie heirateten und hatten fünf Kinder.

Der Suffragismus

Die damaligen suffragistischen Organisationen hatten begonnen, der Idee nachzugeben, dass nur alleinstehende Frauen und Witwen wählen dürfen. Emmeline und ihr Ehemann lehnten diesen Vorschlag jedoch vollständig ab und gründeten eine neue Gruppe, die Women’s Franchise League.

Diese neue Bewegung setzte sich für das ausnahmslose Wahlrecht aller Frauen und das gleiche Recht auf Scheidung und Erbschaft ein. Kurz nach ihrer Gründung radikalisierte sich die Bewegung zur äußersten Linken und viele ihrer Mitglieder traten aus.

Emmeline Pankhursts politische Karriere

Nach einer gewissen Zeit in London kehrte Emmeline Pankhurst nach Manchester zurück. Zu diesem Zeitpunkt begann sie, sich selbstständig auf politischen Aktivismus einzulassen. Emmeline trat schließlich der Independent Labour Party bei, nachdem sie mehrmals als Frau abgelehnt wurde. Sie engagierte sich dann in der Verteilung von Lebensmitteln durch das Komitee für die Hilfe der Arbeitslosen.

Der Zustand von Armut und Hilflosigkeit, in dem sie Menschen sah, beeinflusste sie zutiefst. Die Erfahrung inspirierte sie, sich an der Arbeiterschutzreform zu beteiligen. Nach mehreren gesundheitlichen Zwischenfällen wurde Richard krank und starb. Er hinterließ Emmeline mit erheblichen Schulden und der Verantwortung für ihre gesamte Familie.

Pankhurst bekam einen Job im Rathaus und begann, die sozialen Verhältnisse der Frauen in der Region anzuprangern. Zur gleichen Zeit waren auch ihre inzwischen erwachsenen Töchter in die Wahlrechtsbewegung involviert.

Emmeline Pankhurst: Taten, keine Worte

Enttäuscht von politischen Parteien und suffragistischen Organisationen, die nichts erreicht hatten, beschloss sie, alle diese Gruppen zu verlassen. Dann gründete sie die Frauen-Sozial- und Politische Union (WSPU). Diese Gewerkschaft stand nur Frauen offen und das Motto lautete „Taten, keine Worte“.

Es dauerte nicht lange, bis sich die WSPU radikalisierte und gewalttätige Methoden einsetzte. Ihr Ziel war es, Aufmerksamkeit und Rache zu erlangen. Sie machten das Zerschlagen von Fensterscheiben, Angriffe auf Privateigentum und den Hungerstreik im Gefängnis populär.

Die Männer in Pankhursts Partei und die Behörden griffen sie und andere mehr als einmal an. Die Regierung sperrte sie auch mehrmals ins Gefängnis. In dieser Zeit hatte sie ihr Haus in Manchester verkauft und reiste durch England und die USA, um Konferenzen über ihre Arbeit abzuhalten.

Ein Schwarzweißfoto von Emmeline Pankhurst.

Emmeline Pankhurst und das Frauenwahlrecht

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs verhandelte Emmeline mit dem Parlament über die Freilassung von Frauen der WSPU. Im Gegenzug versprach sie einen Waffenstillstand und den Abstand von Gewalt. Das Abkommen beinhaltete auch die Unterstützung von Frauen aus der Organisation, die den britischen Kampf gegen Deutschland unterstützte.

Diese Vereinbarung führte zu Konflikten innerhalb der Bewegung. Sie war in der Tat so umstritten, dass es zu einer unüberwindlichen Trennung zwischen Emmeline und einer ihrer Töchter kam. Nach dem Krieg wurde sie von der linken Politik desillusioniert und trat der konservativen Partei bei.

Zu dieser Zeit war die konservative Partei die beliebteste politische Partei. Pankhurst wollte diese Energie für die Frauenwahlbewegung nutzen. Ihr jahrelanger Einsatz und ihre harte Arbeit zahlten sich nur wenige Wochen vor ihrem Tod im Alter von 69 Jahren aus. Pankhurst erlebte, wie Frauen das Wahlrecht erhielten.

Die gewalttätige Seite der Frauenwahlrecht-Bewegung

Pankhurst war eine kontroverse, energische und radikale Aktivistin. Sie attackierte einige politische Ideen und förderte andere, ohne dabei ihr Ziel aus den Augen zu verlieren. Die Leute hassten sie und liebten sie gleichermaßen. Pankhurst war eine Inspiration für Frauen aus allen Gesellschaftsschichten.

Emmeline Pankhurst vertrat die radikalere Seite des Frauenwahlrechts. Nicht alle Mitglieder der Bewegung unterstützten ihre gewalttätigen Methoden, aber diese traditionell „männlichen“ Strategien haben letztendlich die Aufmerksamkeit auf die Sache der Frauen gelenkt. Pankhurst wagte es, die einzige Sprache zu sprechen, die das patriarchale System zu verstehen schien: gewaltsamen Protest. Das System hat zugehört und sich verändert.

  • Cruz Pérez, G. (2012). De la tristeza a la depresión. Revista electrónica de psicología. Iztacala, 15(4), 1310-1325.