Einsamkeit als Mutter - Wie du damit umgehen kannst

28 Oktober, 2020
Viele Frauen erleben diese Einsamkeit als Mutter. Nach der Geburt ihres Kindes fühlen sie sich schuldig und verwirrt. Obwohl du es möglicherweise nicht weißt, aber dies ist ein sehr häufig auftretendes Gefühl. Wie kannst du damit umgehen?

Im Allgemeinen hat die Gesellschaft eine ziemliche romantische Vorstellung über die Mutterschaft und das, was sie mit sich bringt. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass die Geburt eines Kindes die Phase der größten Erfüllung einer Frau ist. Denn es wird angenommen, dass sie ein Moment großer Freude und Erfüllung ist und dass sie dem Leben eines Menschen automatisch einen Sinn gibt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Frauen verwirrt sind und sich schuldig fühlen, wenn sie unter der Einsamkeit als Mutter leiden!

Obwohl die Mutterschaft zweifelsohne eine wundervolle und sehr erfüllende Erfahrung ist, ist dennoch nicht alles so idyllisch und romantisch wie gemeinhin angenommen. Daher sollte auch die weniger erfreuliche Seite des Mutterseins mehr Aufmerksamkeit erhalten. Insbesondere die Herausforderungen und die Schwierigkeiten, die diese neue Rolle mit sich bringt. In unserem heutigen Artikel werden wir uns daher mit dem Gefühl der Einsamkeit beschäftigen, das eine junge Mutter in den ersten Lebensmonaten ihres Babys erleben kann.

“Von allen Krankheiten, die ich kennengelernt habe, ist Einsamkeit die schlimmste.”

-Mutter Teresa-

Einsamkeit als Mutter - traurige Frau

Der einsame Übergang in eine neue Lebensphase

Nach der Geburt eines Kindes verändert sich das Leben einer Frau grundlegend. Denn der Körper einer Mutter verändert sich nicht nur in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild, auch ihre Emotionen intensivieren sich. Darüber hinaus führen die damit einhergehenden hormonellen Veränderungen häufig auch zu einer gewissen Instabilität.

Aber das ist noch nicht alles, denn auch der psychische Stress, den diese neue Rolle als Mutter mit sich bringt, darf nicht vergessen werden. Diese Rolle eliminiert in sehr vielen Situationen beinahe vollständig alle anderen Rollen, die ebenfalls zur Identität einer Frau gehören.

Plötzlich scheint es beinahe so zu sein, als wäre die Frau nicht mehr länger auch noch eine Ehefrau, eine Tochter, eine Freundin und eine beruflich erfolgreiche Persönlichkeit. Denn auf einmal ist sie eine Vollzeitmutter und praktisch alleine. Einsamkeit als Mutter wird zu einem sehr realen Problem. Ihr neugeborenes Baby ist vollkommen von der Mutter abhängig und braucht sie daher zu jeder Zeit, um seine physische und emotionale Unversehrtheit zu gewährleisten.

Trotz der Tatsache, dass die Mutter möglicherweise von ihrem Partner und ihrer Familie unterstützt wird, ist sie letztendlich diejenige, die 24 Stunden am Tag zu Hause mit ihrem Baby verbringen muss.

Einsamkeit als Mutter, Schlafmangel und Isolation

Schlafmangel, körperliche und emotionale Erschöpfung und das Fehlen der Gesellschaft erwachsener Menschen kann häufig dazu führen, dass eine Frau die Mutterschaft auch als große Belastung erlebt. Eine immense Belastung, von der ihr niemand vorher wirklich etwas gesagt hat. Daher ist es gut möglich, dass sie sich dafür sehr schuldig und als Mutter unfähig fühlt.

Aber wie kann es sein, dass eine Frau sich so traurig, apathisch und überfordert fühlt? Sollte sie stattdessen nicht vollkommen euphorisch und glücklich sein? Warum findet sie keine Erfüllung in ihrer Rolle als Mutter?

Das Gefühl der Einsamkeit ist bei Müttern besonders im ersten Lebensjahr des Kindes sehr weit verbreitet. In den meisten Fällen trägt die Mutter den größten Teil der Verantwortung für das Kind. Darüber hinaus kann sich die Tatsache, dass diese Zeit häufig in Isolation erfolgt, erheblich auf ihre Stimmung auswirken. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass Frauen über das Vorhandensein dieses Problem aufgeklärt werden. Außerdem müssen ihnen natürlich auch die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie es lindern und bewältigen können.

Einsamkeit als Mutter - Frau sieht aus dem Fenster

Einsamkeit als Mutter – was kannst du dagegen unternehmen?

Zuerst einmal solltest du deine Schuldgefühle vergessen. Du musst dich nicht permanent glücklich und erfüllt fühlen, wenn du ein Kind bekommen hast. All deine Emotionen sind valide und du hast das Recht dazu, sie zu empfinden und auszudrücken. Dennoch solltest du versuchen, ihre Ursachen zu verstehen. Denn das ist der erste Schritt, sie zu bewältigen.

Nur weil du erschöpft bist oder dich einsam fühlst, heißt das nicht, dass du dein Kind nicht liebst. Daher bedeutet dies auch nicht, dass du eine schlechte Mutter bist. All das könnte möglicherweise ein Hinweis darauf sein, dass du eine kleine Pause benötigst, um Teile deiner Identität wiederzuerlangen. Erinnere dich daran, dass du ein Mensch von großem Wert bist, der viele andere wunderbare und großartige Facetten hat. Zusätzlich zu deiner Rolle als Mutter.

Daher solltest du keine Angst oder Hemmungen haben, andere um Hilfe zu bitten, Aufgaben zu delegieren und dich an deine Lieben wenden, damit sie dir ein wenig Entlastung verschaffen. Erlaube anderen, dir im Haushalt zu helfen oder dich bei der Babybetreuung zu unterstützen. So kannst du dir ein wenig Zeit verschaffen, um ein entspannendes Bad zu nehmen, einen Spaziergang zu machen oder mit deinen Freunden zu plaudern.

Die ersten Lebensjahre eines Kindes erfordern sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit einer Mutter. Daher kann es passieren, dass sie sich möglicherweise selber vernachlässigt und ihre eigenen Bedürfnisse auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt.

Abschließende Gedanken

Allerdings solltest du dir bewusst machen, dass du nicht für dein Kind sorgen kannst, wenn es dir selber nicht gut geht. Dein Kind braucht eine glückliche, ausgeglichene und zufriedene Mutter. Wenn du dir ein wenig Zeit und Raum für deine eigene physische und psychische Gesundheit schaffst, wirst du in einer besseren Verfassung sein, um dich um dein Kind zu kümmern.

Die Einsamkeit als Mutter ist ein Gefühl, das viele Mütter kennen. Aber du kannst etwas dagegen unternehmen. Versuche, den Kontakt mit anderen Erwachsenen zu pflegen und dir manchmal auch Zeit für dich selbst zu nehmen. Denn die Mutterschaft sollte dir keinesfalls das Gefühl vermitteln, dass du darin gefangen bist.

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