Die zerstörende Kraft der Unterschätzung

2. Januar 2016 en Psychologie 18 Geteilt

Überleg mal einen Moment. Wie viele „Nein“ sind dir im Laufe deines Lebens begegnet? Sicherlich haben einige dir mehr wehgetan als andere, aber wenn du eine tapfere Person bist, wird jedes einzelne nicht mehr als eine weitere Mauer gewesen sein, die es niederzureißen galt, um an dein Ziel zu gelangen.

Es ist auch möglich, dass viele Personen in deinem Umkreis dich unterschätzt haben. Generell ist es eine häufige Praxis, die ohne viele Argumente der Vernunft geschieht, und obwohl wir das wissen, sind es trotzdem Verhaltensweisen, die uns wehtun und uns so sehr überzeugen, dass wir aufgrund der Unterschätzung wirklich zu gewissen Dingen nicht fähig sind.

In unserem Alltag müssen wir uns nicht nur diesen Werturteilen stellen, die andere über uns fällen, sondern wir müssen uns außerdem dessen bewusst sein, dass auch wir selbst uns unterschätzen und dass es nur wenige Dinge gibt, die zerstörender wirken können.

Die Bescheidenheit und die Unterschätzung

Vielen von uns wurden zu einer gesunden Tugend der Bescheidenheit erzogen, indem wir die Wichtigkeit der einfachen Dinge zu schätzen wissen, indem wir dankbar sind, indem wir nicht mit unseren Erfolgen protzen. Allerdings muss man bedenken, dass dieses Erziehungsprinzip manchmal ins Extreme abweichen kann, was dann nicht mehr positiv ist.

Es gibt Menschen, die denken, die Bescheidenheit beschränke sich darauf, unsere Tugenden zugunsten denen der Anderen zu verschweigen. Wir verzichten, sind anspruchslos und verstecken unser Ego vor allem Anderen. Es mutet seltsam an, heute einige Personen zu sehen, die ihre Talente oder ihre Erfolge wegen diesem ehernen Wert ihrer Erziehung versteckt haben und dadurch das eigene persönliche Wachstum begrenzt haben, weil sie sich selbst unterschätzt haben.

Wenn man denkt, dass man weiter kommen könnte als die Anderen, kann man manchmal mit der Idee aneinandergeraten, dass wir „uns zu sehr selbst rühmen“. Wenn wir unsere Wünsche laut aussprechen, können wir auf die Grenzen, die uns die Anderen setzen, stoßen und urteilen, dass wir manchmal zu stolz sind, als dass wir diese so „maßlosen“ Höhepunkte anstreben würden.

Aber… warum sollten wir es nicht versuchen? Manchmal schafft man es nicht, vollständig zu verstehen, dass die Bescheidenheit auch bedeutet, die eigenen Grenzen zu kennen und zu wissen, wo wir uns befinden, was wir haben und was wir anstreben. Und niemand, absolut niemand, hat das Recht, uns diese Grenzen zu setzen und uns die Flügel zu stutzen.

Wenn sie dir nicht zuhören, rede nicht mit ihnen. Wenn sie nicht an dich glauben, konzentrier all deine Energie darauf, an dich selbst zu glauben. Diese Art zu handeln bedeutet nicht, stolz oder arrogant zu sein, überhaupt nicht. Es bedeutet einfach nur, eine integre Person mit eigenen Ideen zu sein.

Die häufigsten Formen der Unterschätzung

Es ist wichtig, dass du diese einfachen Aspekte bedenkst, um zu verstehen, in welchen Momenten du dich unterschätzt. Wahrscheinlich wirst du bemerken, dass es Dinge sind, die wir alle schon in bestimmten Situationen getan haben, also beachte dies und denk daran:

Setze deine eigenen Prioritäten – auch entgegen der Meinung anderer.

Es ist ein Risiko. Wenn du die Meinungen deiner Familie, deiner Freunde oder deines Partner mehr schätzt und beachtest als deine eigenen Ideen und Gefühle, ist es ein deutliches Zeichen der persönlichen Unterschätzung, der du entgegen wirken solltest. Versuch nicht immer, es den Anderen recht zu machen, gefällig zu sein und ihnen nie zu widersprechen. Fühle deine eigenen Werte und handle in Übereinstimmung mit ihnen.

Vergleiche dich nicht mit anderen.

Du bist du. Was die Anderen gemacht oder erreicht haben, bleibt außerhalb deiner persönlichen Sphäre. Es ist unwichtig und sollte dir nicht als Leitlinie dienen. Du musst nur dir selbst zuhören und auf dich selbst achten, um dir die beste Unterstützung zu bieten und dein Selbstbewusstsein zu stärken.

Mit wem umgibst du dich? Wie sind die Personen in deinem Umkreis?

Halte einen Moment inne, um zu überlegen, wie du dich in deinem sozialen Umfeld fühlst. Unterstützen dich die Menschen aus deinem Umkreis? Hören sie dir zu? Entwickle immer nur gesunde Beziehungen, die dir erlauben, du selbst zu sein, die dir eine hohe Lebensqualität bieten und die dein Wachstum als Person fördern.

Du selbst bist deine eigene Priorität.

Dich in deinem Leben zu deiner eigenen Priorität zu machen, bedeutet nicht, egoistisch zu sein. Wenn du in den entsprechenden Momenten nicht glücklich bist, wirst du den Anderen nur schwerlich das Beste von dir geben können. Die Frustration und die Unzufriedenheit sind Dimensionen, die unser Selbstbewusstsein schmälern und uns mit negativen Gefühlen füllen. Es sind Aspekte, die deutlich alle unsere zwischenmenschlichen Beziehungen beeinflussen.

Wertschätze dich, so wie du es verdienst, und vermeide jede Art der persönlichen Unterschätzung, denn niemand wird an dich glauben, wenn du es nicht zuerst tust. Lass das Licht in dein Leben, zeig deine Stärke und deine Talente, durchlaufe Höhepunkte und greif nach den Sternen, wenn du es wirklich willst. Niemand darf dich daran hindern.

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