Die schlimmste Traurigkeit ist die, die keine Zeugen kennt

· 14. März 2016

Die Traurigkeit passt sich sehr gut unserem Geist an, wenn wir ihn für sie öffnen. Wenn sie einen Raum findet, den sie nach und nach immer mehr für sich einnehmen kann, fühlt sie sich wohl und wird sie sich dort niederlassen.

Am wohlsten fühlt sie sich jedoch in der Umgebung von Einsamkeit. Wenn wir einsam sind und uns nichts zurückhält, dies auszudrücken und uns ihr ganz unterzuordnen.

“Vorsicht mit der Traurigkeit, sie ist ein Laster.”

Gustave Flaubert

Einerseits kann der Zustand der Traurigkeit bewirken, dass andere sich um dich sorgen, sie rufen dich an, sie wollen dich aufmuntern, sie wollen alles tun, damit du dich wieder gut fühlst. Aber mit dieser unbewussten Haltung verstärken sie deine Situation, denn du entscheidest dich, allein zu sein, weißt aber, dass du beschützt bist.

Du isolierst dich in einer bequemen Blase aus Schmerz, den die Anderen ergründen wollen.

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Die Traurigkeit trägt dazu bei, dass wir uns schlecht fühlen, aber andererseits führt sie uns auch zu einer falschen Ruhe, zu Unbeweglichkeit und zur Bequemlichkeit im Schmerz. Wir fühlen, dass wir keine neuen Risiken auf uns nehmen wollen.

Warum ist die Traurigkeit so hartnäckig?

Man sagt, dass es keine schlimmere Abhängigkeit von einer Substanz gibt, als die, wenn man niemanden braucht, um diese Substanz einnehmen zu können.

Wenn man keine Begleitung ersehnt, oder bestimmte soziale Umgebungen zur Entspannung und Begleitung. Wenn es einem genug ist, allein mit dieser Substanz zu sein, um Freude und Genuss zu haben. Dann gibt es keine Regeln und keine Hindernisse mehr, damit der Konsum generalisiert wird und zu jedem Zeitpunkt des Tages ausgeführt werden kann.

Mit der Traurigkeit verhält es sich genauso wie mit dieser Substanz. Wenn eine Person einsam ist und mit niemandem Kontakt haben will, lebt sie auch ohne jedes Maß und Hindernis. Das ist zum einen logisch, denn wir wollen auch nicht, dass man uns niedergeschlagen und traurig sieht.

Die Folge ist, dass wir langsam in eine Dynamik der Isolierung eintreten. Wenn diese länger anhält, begünstigt sie die Entstehung einer Depression, eines Schmerzes, der zum Schatten wird.

Wie können wir die Traurigkeit bekämpfen?

Damit wir nicht in diesen depressiven Zustand geraten, ist es wichtig, dass die Traurigkeit sich nicht mehr so wohl fühlt in unserem Leben. Wir müssen es ihr schwer machen:

  • Als Erstes, entferne dich vom Drama und von den Personen, die es schaffen.
  • Beginne damit, dein Leben in angenehmen Situationen zu leben, mit neuen Personen.
  • Es ist wichtig, dass wir entspannt sind, und dafür ist es wichtig, die Freunde zu erkennen, die es nicht sind, und die uns in diesem Moment nicht gut tun.
  • Tu mehr von den Dingen, die dir Freude machen: Lesen, Musik, Sport, Kreatives. Nichts davon ist verlorene Zeit, wenn du bedenkst, was du gewinnst, wenn deine Traurigkeit nicht chronisch wird.
  • Schütte dein Herz aus, wenn es nötig ist, ohne dich zu schämen. Geh hinaus und trau dich, unter Menschen zu sein, auch wenn du keine Lust darauf verspürst. Die Lust kommt ganz von allein.
  • Verschließe dich nicht dem Leben. Analysiere mögliche Änderungen, überlege sogar, ob du bei Null anfängst, ohne anderen zu schaden.

Mach es der Traurigkeit schwer!

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Der Traurigkeit Raum geben, ohne dass sie dich verzehrt

Es ist unausweichlich, dass wir im Laufe unserer Geschichte traurige Momente erleben werden. Erlaube es dir, zu weinen, dein Herz auszuschütten, sei dir bewusst, dass du in jedem Moment zusammenbrechen kannst und Einsamkeit brauchst, um das zu leben.

Aber sei dir auch gewiss, dass sie dich nicht in Ruhe lässt, wenn du ihr keine Grenzen setzt und dich nicht bemühst, ihr zu entrinnen. Hierfür reichen nicht die Wünsche aus, es bedarf Taten, um sie hinter dir zu lassen.

Weine daher, weine ohne Zeugen, wenn du magst, aber vergiss nicht, dass dies immer ein begrenzter Zeitraum sein sollte. Du solltest diese Gefühle nicht unterdrücken, aber du sollst ihnen auch kein Nest in deiner Seele bauen.

Die Traurigkeit fühlt sich sehr wohl in einer einsamen Seele, niemand belästigt sie und sie wird nicht von allein wieder gehen, es sei denn, du sorgst dafür.