Wenn die Abhängigkeit stirbt, wird die Freiheit geboren

· 5. Dezember 2015

Heute lasse ich dich in Ruhe. Heute vergesse ich meine Ängste. Heute fange ich an, mich wertzuschätzen. Heute mache ich einen Schritt nach vorn. Heute höre ich auf, auf dich zu warten.

Erst wenn unser Herz Risse bekommt, werden wir uns der emotionalen Sklaverei bewusst, der wir uns unterwerfen. Dies kann passieren, wenn es in unserer Beziehung nicht läuft, wenn wir merken, dass unser Partner uns unterdrückt, oder wenn wir uns von einer geliebten Person verabschieden müssen.

In solch einer Situation haben wir das Gefühl, dass die Welt untergeht, eine riesige Welle des Schmerzes über uns zusammenbricht und uns die Luft abschneidet. Es nennt sich emotionales Ertrinken und die wichtigste Zutat ist die Abhängigkeit.

Aber manchmal ist es Zeit, loszulassen, was uns heruntergezogen hat und herunterzieht, und ein neues Leben zu starten, denn die emotionale Sklaverei ist erstickend. In diesem Moment werden wir uns unfähig fühlen auch nur irgendetwas zu machen, ohne die Hand dieser Person, oder ohne jemanden, der uns führt.

Mädchen im Regen

Die Einsamkeit mit sich selbst genießen, um ein glückliches Paar zu sein

„Während meines gesamten Lebens habe ich die Liebe als eine Art emotionale Sklaverei empfunden.
Aber dem ist nicht so: die Freiheit kann nur existieren, wenn auch die Liebe existiert. Wer sich komplett hingibt, wer sich frei fühlt, der liebt am intensivsten.
Und wer am intensivsten liebt, der fühlt sich frei. Aber in der Liebe ist jeder Einzelne selbst dafür verantwortlich, was er fühlt, und kann dem Anderen nicht die Schuld dafür geben.
Niemand verliert niemanden und niemand besitzt niemanden.
Dies ist die wahre Freiheit: das Wichtigste auf der Welt zu haben, ohne es zu besitzen.“

„Elf Minuten“ von Paulo Coelho

Die einfachste Art, mit jemandem glücklich zu sein, ist zu lernen, allein glücklich zu sein. Warum? So stellt die Zweisamkeit eine Wahl und nicht einen Zwang dar.

Wir verstehen die Liebe falsch, denn der Schlüssel ist nicht das „ich brauche dich in meinem Leben“,  sondern das „ich hätte dich gerne in meinem Leben“Indem wir den Gefühlen und Bedürfnissen des Besitzes nicht nachgeben, können wir uns helfen, in Frieden und Freiheit mit uns selbst zu leben.

Aufhören zu warten, der Schlüssel zur emotionalen Befreiung

„Mir geht es schlecht und mir wird es noch schlechter gehen, aber ich lerne, allein sein zu können, und das ist ein großer Vorteil und deshalb eine kleine Errungenschaft.“

Frida Kahlo

Wahre Freiheit entsteht erst, wenn du verstehst, wer du bist und wozu du fähig bist. Es ist die Unabhängigkeit, diese heiß ersehnte Errungenschaft, die du bekommst, wenn du dich befreist. Du befreist dich von deinen Ketten und schaust nach vorn, ohne auf jemand Anderen angewiesen zu sein, der dich an der Hand hält.

Person auf Schaukel

Nicht besitzen und nicht besessen werden ist die größte Freiheit, die wir haben können. Denn etwas als das Eigene zu empfinden ähnelt sehr der Sklaverei.

Unsere Abhängigkeit ist es, die uns zu Sklaven macht, insbesondere, wenn es unser Selbstbewusstsein ist, dass von etwas oder jemandem abhängig ist. Auf Lob angewiesen zu sein, auf die Zuneigung oder die Aufmerksamkeit von jemandem hat zur Folge, dass wir nicht mehr Herr unseres eigenen Schicksals sind.

Ein gepflegtes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sind also die besten Mittel, um uns von unseren ungesunden und unnötigen Abhängigkeiten zu befreien, die unsere Lebensfreude und unsere Selbstverwirklichung untergraben.

Wir selbst müssen uns respektieren, uns von den Vorstellungen befreien, dass wir nur geliebt werden, weil man uns braucht, und dass die Liebe nur Liebe ist, weil wir wegen ihr und für sie leben.