Mit einem leeren Menschen zusammen zu sein bedeutet Einsamkeit

9. Februar 2016 en Psychologie 2130 Geteilt
Man sagt, die Welt sei voller leerer Menschen, voll von Körpern mit löchrigen Seelen, die sich von den Gefühlen anderer nähren, um sich nützlich und wichtig zu fühlen. Lebendig, letzten Endes.
Es gibt mehrere Arten von Einsamkeit. Am meisten zu schätzen wissen wir die, die uns erlaubt, mit uns selbst in Kontakt zu treten, uns selbst zu hören und uns als geschickte Kreaturen einzustufen, die ihr Selbstwertgefühl zu achten wissen.
Doch wenn es eine Art von destruktiver als auch gefährlicher Einsamkeit gibt, ist es die, bei dir wir unsere Zeit, unser Leben und unsere Augenblicke mit Personen teilen, die uns zwar viel bedeuten, die aber dennoch leer sind.
Sie sind uns natürlich wichtig, wir haben sie immerhin auch aus freien Stücken in unser Umfeld gewählt. Wir haben in ihnen Emotionen und intensive Gefühle konzipiert, bis wir nach und nach verstanden haben, dass es Dinge gibt, die schiefgehen können und die auch wehtun.
Den Prozess nachvollziehen zu können, in dem wir uns beispielsweise in eine leere Person verlieben, ist etwas kompliziert. Und dennoch gibt es auch in unserem sozialen Umfeld manchmal Freunde und sogar nahestehende Familienmitglieder, die in dieses Raster fallen und sich als leere Personen entpuppen.
Was sollen wir angesichts dieser Emotionsschwäche, dieser fehlenden Empathie und Verbundenheit uns und unserer Integrität gegenüber tun?
Schauen wir uns das genauer an.

Die emotionale Einsamkeit von leeren Personen

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Alejandro Dumas pflegte zu sagen, dass sein Vater sich häufig über leere Personen beschwerte. Er verglich sie mit einem Krug: „Je leerer sie sind, desto mehr Krach machen sie.“

Mit diesem symbolischen Vergleich können wir schon erahnen, dass diese Art von Persönlichkeit nicht gern unbemerkt bleibt und uns schon gar nicht gleichgültig hinterlässt.

Und wieso definieren wir diese Leeren so? Was steckt hinter diesen Verhaltensweisen?

1. Fehlende emotionale Gegenseitigkeit

Wir werden hier nicht über die Existenz der Seele diskutieren, denn an sie denken wir zuallererst, wenn wir von leeren Personen sprechen.

Also verstehen wir das Wort leer als Nichtexistenz einer Reihe fundamentaler Dimensionen.

  • Sie sind nicht dazu fähig, sich in andere hineinzuversetzen, sie zu verstehen und Empathie zu empfinden. Sie können die persönliche Perspektive ihres Gegenübers nicht einnehmen.
  • Ihr Verhalten basiert auf einem Zusammenspiel aus unterbewussten Regeln, die daraus bestehen, dass die eigene Priorität und der Versuch, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, essentiell sind.
  • Wir sagen hierbei unterbewusst, weil sie automatisch agieren, ohne die Konsequenzen abzuschätzen, denn in ihrer Persönlichkeit gibt es keine Irrtümer. Sich zu irren ist eine Schwäche, die sie sich nicht erlauben können.
  • Leere Personen sind keine guten Zuhörer, und öffnen sich anderen nicht. Wenn sie es in einem bestimmten Moment doch tun, dann nur aus Eigennutzen.

2. Die Notwendigkeit, einen Menschen zu unterwerfen und an sich zu binden, der emotionaler ist als sie

Leere Personen charakterisieren sich durch etwas sehr Fundamentales: das Fehlen von Glückseligkeit.

In ihrer Welt versuchen sie, immer die Fäden in der Hand zu halten. Sie manipulieren die Emotionen anderer, damit diese ihre unergründliche Leere füllen und ihre Mängel verdecken.

Dennoch werden sie dir niemals großzügig, hilfsbereit oder lebensfroh gegenübertreten. Denn bei ihnen gibt es keine Kompromisse und auch keine Gleichheit.

Sie pendeln zwischen den Extremen, im Alles und im Nichts, in der maßlosen Liebe, die Bedürfnisse deckt und in der absoluten Gleichgültigkeit, sobald sie sich satt gegessen haben. Dann umhüllen sie dich mit dem Mantel der emotionalen Einsamkeit.

Leere Personen sind unvollständige Persönlichkeiten, die unreife Beziehungen errichten. Erlaube nicht, dass sie dich zu dem Wasser machen, das ihre Lücken füllt oder zu dem Funken, der jeden Tag ihre vergänglichen Freuden entzündet. Werde auch nicht zu dem Licht, das ihre Einsamkeit erhellt. Am Ende bist du die Person, die leidet.

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Wie soll man sein Leben mit leeren Personen gestalten?

Es ist möglich, dass das Erste, woran du denkst, ist, dich zu distanzieren. Nun gut, wir reden hier von Gefühlen und generell von Beziehungen, die wir mit Menschen hergestellt haben, die uns etwas bedeuten.

Es ist alles ein Prozess, in dem wir, wenn genug Zeit vergangen ist und wir angemessene Strategien angewandt haben, wir selbst sein werden und diejenigen sind, die entscheiden, ob diese Beziehung beendet wird oder nicht.

Man sagt oftmals, dass wir alle ein bisschen kaputt sind. Einige schleifen ihre Ecken und Kanten, andere feilen ihre Lücken.

Das heißt, manchmal passt ein Typ Mensch gut zu einem anderen, und dennoch gibt es noch etwas, das klargestellt werden muss: Menschen ändern sich nicht über Nacht, so sehr wir es uns auch wünschen.

Unser Alltag, unser emotionales Gleichgewicht und unsere Integrität sind die Hauptwarnsignale, die wir jeden Moment beachten sollten.

Schauen wir uns an, welche Hilfsmittel wir anwenden können:

  • Bei Familienmitgliedern: wenn du in deinem engsten Kreis einen Vater, eine Mutter oder Geschwister hast, die kalt und leer erscheinen, deaktiviere so gut du kannst die Wichtigkeit, die sie in deinem Alltag spielen. Nimm ihnen sowohl Wichtigkeit als auch Autorität.
  • Begehe nicht den Fehler, dich so zu verhalten wie sie. Präsentiere dich stets mit völliger Integrität, indem du dich mit Worten und Situationen konfrontierst und klarstellst, wie du bist und was dich ausmacht.
  • In Liebesbeziehungen: Wenn du dir jetzt schon darüber bewusst bist, dass dein Partner eine sehr leere Person ist, sag ihm, wie du dich fühlst und was du fähig bist, zu akzeptieren, und was nicht.

Du bist keine leere Person, du hast Gefühle, die erwidert werden sollten, emotionale Bedürfnisse, die auf Gegenseitigkeit beruhen sollten. Wenn nichts von alldem erfüllt wird, wird sich nichts ändern. Überlege dir also, wie dein nächster Schritt aussieht.

Es gibt keine schlimmere Art von Einsamkeit, als die derjenigen, die uns formlose Zuneigung entgegenbringen. Eine Welt von leeren Menschen. 

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